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TUE · 2026-04-07 · 15:44 GMTBRIEF NSR-2026-0407-56668
News/Studie über Vaterschaft: Warum Männer (keine) Kinder wollen
NSR-2026-0407-56668News Report·DE·Human Interest

Studie über Vaterschaft: Warum Männer (keine) Kinder wollen

Eine Studie der Dualen Hochschule Gera-Eisenach untersuchte die Beweggründe von Männern bezüglich der Vaterschaft. Die Online-Befragung von 1626 Männern im Alter von 18 bis 68 Jahren analysierte Motive für und gegen Kinder.

Majd El-SafadiFAZFiled 2026-04-07 · 15:44 GMTLean · Center-RightRead · 4 min
Studie über Vaterschaft: Warum Männer (keine) Kinder wollen
FAZFIG 01
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Briefing Summary

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Eine Studie der Dualen Hochschule Gera-Eisenach untersuchte die Beweggründe von Männern bezüglich der Vaterschaft. Die Online-Befragung von 1626 Männern im Alter von 18 bis 68 Jahren analysierte Motive für und gegen Kinder. Demnach sehen Männer Kinder hauptsächlich als Bereicherung, Quelle von Freude und Möglichkeit, die Welt neu zu entdecken. Der Wunsch, einen Teil von sich weiterleben zu lassen, spielt ebenfalls eine Rolle. Gegen Kinder sprechen vor allem der Wunsch nach Autonomie, Freiheit und die Angst vor Einschränkungen der Freizeit. Ungünstige äußere Bedingungen, Überforderungsängste und das Fehlen einer passenden Partnerin sind weitere Gründe gegen die Vaterschaft. Die Studie zeigt, dass emotionale und sinnstiftende Motive bei Männern eine zentrale Rolle spielen, ähnlich wie bei Frauen.

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Article analysis

Model · rule-based
Framing
Human Interest
Social Justice
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AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
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Limited
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Key claims

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The study involved 1626 men, with 45.9% already fathers and 54.1% childless at the time of the survey.

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A study at the Duale Hochschule Gera-Eisenach investigated men's motivations regarding having children.

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Childless men prioritize autonomy, freedom, and lifestyle when deciding not to have children.

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The majority of men surveyed see children as an enrichment of life and a source of joy and happiness.

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Men and women are more similar in their fundamental motives for having children than often assumed.

quoteClaudia Rahnfeld
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Full report

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Was hält Männer davon ab, Vater werden zu wollen – und was bewegt sie dazu? Eine Studie der Dualen Hochschule Gera-Eisenach liefert neue Erkenntnisse.Wie entscheiden sich Männer, wenn sie vor der Frage stehen: Kinder – ja oder nein? Damit hat sich eine Studie mit dem Titel „Männer, Männlichkeit und (eigene) Kinder“ an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach in Thüringen befasst. Mithilfe einer Onlinebefragung wurde untersucht, wie Männer zwischen 18 und 68 Jahren ihre Entscheidungen treffen beziehungsweise getroffen haben – und welche Motive sie leiten beziehungsweise leiteten.Die Studie arbeitete vier Gründe heraus, die für Kinder beziehungsweise eine Vaterschaft sprechen. Die Mehrheit der befragten Männer – sowohl mit oder ohne Kinderwunsch als auch diejenigen, die bereits Väter sind oder nicht – äußerte demnach, dass Kinder als Bereicherung des Lebens gesehen werden und als Quelle von Freude und Glück gelten. Durch die Kinder, so die Befragten, würden sie die Welt noch einmal mit anderen Augen sehen. Auch die Vorstellung, einen Teil von sich selbst in den Kindern überdauern zu sehen, spielt eine Rolle.Was die Gründe angeht, die für Kinder sprechen, sind für Männer somit immaterielle Motive wie emotionale Erfüllung und Lebenssinn von zentraler Bedeutung. Dieser Befund relativiere die verbreitete Annahme, dass Männer primär „rational oder nutzenorientiert“ entschieden, sagt die Ko-Autorin der Studie, Claudia Rahnfeld, der F.A.Z. „Vielmehr ähneln sich Männer und Frauen in ihren grundlegenden Motiven stärker, als oft angenommen wird. Unterschiede zeigen sich eher in der Gewichtung dieser Motive und darin, welche Gegenargumente stärker berücksichtigt werden“, so die Professorin für Angewandte Sozialwissenschaften.Was bringt Männer dazu, keine Kinder zu bekommen?Bei kinderlosen Männern stehen Aspekte wie Autonomie, Freiheit und Lebensgestaltung im Vordergrund. Zugleich stimmten alle Männergruppen, auch die Väter, überein, dass mit dem (weiteren) Kinderkriegen der Verlust beziehungsweise die Einschränkung von Freizeit einhergehe. Zu den weiteren Gründen zählen: ungünstige äußere Bedingungen (ökologische und ein öffentliches Leben, das als „kinderfeindlich“ wahrgenommen werde), Angst vor Überforderung und Beziehungsbelastung (bei den Unentschiedenen) – sowie für Männer mit Kinderwunsch das Fehlen einer geeigneten Partnerin.Von den an der Studie beteiligten 1626 Männern waren etwas weniger als die Hälfte bereits Väter (45,9 Prozent). Mehr als die Hälfte der Männer (54,1 Prozent) war zum Zeitpunkt der Erhebung kinderlos. Die Daten wurden in einem mehrstufigen Verfahren erhoben. Zunächst ist ein Vortest mit rund zehn Männern durchgeführt worden, um etwa mögliche Probleme mit dem Onlinefragebogen aufzudecken. Anschließend wurden die Links zur finalisierten Umfrage über verschiedene Kanäle verbreitet: in den sozialen Medien, über E-Mail-Verteiler, Onlineforen und über persönliche Kontakte.Die Studie hat Faktoren wie Einkommen, Partnerschaftsstatus, Erfahrungen in der Herkunftsfamilie und persönliche Werte erfasst. Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen eingeteilt: Väter, Männer mit Kinderwunsch, Unentschiedene und gewollt Kinderlose. Die Gruppe der kinderlosen Männer umfasst 880 Personen. 432 gaben an, sich in Zukunft Kinder zu wünschen. 206 Männer sind sich noch unsicher, ob sie überhaupt Kinder wollen. Schließlich gaben 242 Männer an, keinen Kinderwunsch zu haben und bewusst ein Leben ohne Kinder anzustreben.Ob die Befragten Kinder haben oder nicht, hing von ihrem Alter ab: Der Großteil der Väter gehörte den älteren Kohorten (Generation X und Babyboomer) an, während die Kinderlosen vorwiegend jüngere (Generation Y und Z) umfassten. Die Studie zeichnet auch nach, wie sich der Kinderwunsch entwickelt. Mehr als ein Viertel der befragten Väter und kinderlosen Männer mit Kinderwunsch berichten, dass sie bereits vor dem 18. Lebensjahr gewusst haben, einmal Vater werden zu wollen. Bei rund 60 Prozent entwickelte sich der Kinderwunsch hingegen zwischen dem 18. und dem 30. Lebensjahr.Laut der Studie spielen berufliche Nachteile eine „untergeordnete Rolle“Darüber hinaus spielen berufliche Nachteile für Männer „eine untergeordnete Rolle“. „In der Praxis übernehmen nach wie vor häufig Frauen den größeren Teil der Care-Arbeit, während Männer ihre Erwerbstätigkeit weitgehend beibehalten“, sagt die Sozialwissenschaftlerin Rahnfeld. Vor diesem Hintergrund würden viele Männer erwarten, dass ihre eigene Karriere durch Kinder weniger stark beeinträchtigt werde. „Das führt dazu, dass Karriererisiken subjektiv eine geringere Rolle spielen.“ Hier zeige sich ein „Spannungsfeld“: „Die normativen Vorstellungen von gleichberechtigter Elternschaft haben sich verändert. Die tatsächlichen Strukturen sind jedoch vielfach noch traditionell.“Grundsätzlich teilt eine deutliche Mehrheit (90 Prozent) der Studie zufolge das „gleichstellungsorientierte Vaterideal“ und vertritt ein progressives Selbstbild. „Das ist ein deutliches Zeichen für einen kulturellen Wandel“, sagt Rahnfeld. „Männer möchten heute stärker in die Betreuung und Erziehung eingebunden sein und sehen sich nicht mehr ausschließlich in der Rolle des Ernährers.“ Gleichwohl bleibe die „Rolle des Ernährers“ weiterhin wirkmächtig, was zu einer Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität führe.Von der Politik würden sich Männer „bessere Rahmenbedingungen“ wünschen, sagt Claudia Rahnfeld, etwa flexiblere Arbeitszeiten, bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit – und eine tatsächliche Gleichstellung bei Elternzeit und Care-Arbeit. „Unsere Ergebnisse zeigen vor allem, dass die Perspektive von Männern in der Familienforschung lange unterschätzt wurde.“
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Topic connections

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