Wenig ist über das Privatleben von Elisabeth II. hinter den Palastmauern bekannt. Nun hat ihre langjährige Vertraute Angela Kelly ein paar Geheimnisse ausgeplaudert.Es war eine Zufallsbegegnung in Deutschland: Elisabeth II. kam 1992 auf Staatsbesuch, zum ersten Mal in das wiedervereinigte Land. Britischer Botschafter in Deutschland war Sir Christopher Mallaby, und für ihn arbeitete Angela Kelly als Haushälterin. Die beiden Frauen kamen ins Gespräch, und wenig später war Kelly eine der engsten Vertrauten der Königin. „Ich nehme an, die Königin mochte mich und entschied, dass ich vertrauenswürdig und diskret bin“, sagte sie später einmal in einem Interview.Kelly war fortan „Persönliche Beraterin Ihrer Majestät (Garderobe der Königin)“, was ihre Kleidung, später auch ihren Schmuck mit einschloss. Dabei hatte sie, die früh die Schule verlassen hatte, keinerlei modische Erfahrungen. Doch sie hatte ein Gespür dafür, was ihre Chefin von ihr wollte, und so entwarf sie später selbst einige Kleider der Königin, etwa das primelgelbe Wollkleid mit Perlen in Form von Sonnenstrahlen am Hals mit einem dazu passenden Kreppwollmantel. Das Ensemble trug sie zur Hochzeit ihres Enkels Prinz William mit Catherine Middleton im Jahr 2011.In Primelgelb: Die Königin bei der Hochzeit von William und CatherineAPKaum einer kannte die Königin so gut wie Angela Kelly, die fast 30 Jahre im Palast an der Seite von Elisabeth II. arbeitete, bis zu ihrem Tod am 8. September 2022. Verschwiegenheit gehörte für die Frau aus Liverpool, deren Vater Kranführer und deren Mutter Krankenschwester war, dazu.Vorliebe für Pastell- und kräftige FarbenNun hat die Achtundsechzigjährige erstmals der „Vanity Fair“ ein längeres Interview gegeben und dabei nicht nur über die Entwicklung des Kleidungsstils der Königin, die Vorliebe für kürzere Säume und für Pastell- und kräftige Farben gesprochen, sondern auch einen kleinen Einblick in ihr Privatleben hinter den Palastmauern gegeben.Demnach hörte Elisabeth morgens beim Anziehen und zum Frühstück gerne Terry Wogans BBC-Radio-2-Show, die beliebte Sendung „Wake Up to Wogan“ lief von 1993 bis 2009. Und sie hörte nicht nur zu, sie tanzte auch zu der Musik, vor allem wenn „Dancing Queen“ von der schwedischen Popgruppe ABBA gespielt wurde. Kelly erinnert sich sogar daran, wie die Königin bei dem Lied mitsang.Elisabeth habe über all die Jahre stets Wert darauf gelegt, den ganzen Entstehungsprozess ihrer Kleider zu verfolgen, wie Kelly in dem Interview berichtet. Nachdem sie angefangen hatte, erste Stücke selbst zu entwerfen, gründete Kelly mit der Schneiderin Alison Pordum ihr eigenes Label: Kelly & Pordum. Kelly entwirft, Pordum und ihr Team fertigen an.Viele von Kellys Entwürfen sind anlässlich des 100. Geburtstags von Elisabeth II. am 21. April noch bis Oktober in der King’s Gallery im Buckingham-Palast in der Ausstellung „Queen Elizabeth II: Her Life in Style“ zu sehen.