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TUE · 2026-04-14 · 07:07 GMTBRIEF NSR-2026-0414-66957
News/Exilkubaner in Miami: Little Havanna setzt auf Donald Trump
NSR-2026-0414-66957News Report·DE·Political Strategy

Exilkubaner in Miami: Little Havanna setzt auf Donald Trump

In Miami's Little Havanna, many Cuban exiles hope President Trump will bring down the Cuban regime. The area is a center for Cuban exiles in South Florida, with over a million people of Cuban descent living in the greater Miami area.

Majid Sattar, MiamiFAZFiled 2026-04-14 · 07:07 GMTLean · Center-RightRead · 8 min
Exilkubaner in Miami: Little Havanna setzt auf Donald Trump
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In Miami's Little Havanna, many Cuban exiles hope President Trump will bring down the Cuban regime. The area is a center for Cuban exiles in South Florida, with over a million people of Cuban descent living in the greater Miami area. While some exiles express optimism about the future, Ramón Saúl Sánchez, an old fighter and president of "Movimiento Democracia," remains critical of Washington's Cuba policy. He believes the freedom of Cuba is a matter for Cubans themselves. Sánchez's organization has been organizing solidarity flotillas to bring food and medicine to the island.

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Sánchez came to Miami in 1967 at the age of 13 and does not have an American passport or residence permit.

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More than one million people of Cuban origin live in the Miami metropolitan area.

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Sánchez believes that the freedom of Cuba is a matter for the Cubans themselves.

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Ramón Saúl Sánchez is the president of the Movimiento Democracia.

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Many Cuban exiles in Miami hope that President Trump will bring down the regime in Cuba.

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In Miami hoffen viele Exilkubaner, dass Präsident Trump das Regime auf der Karibikinsel zu Fall bringt. Aber ein alter Kämpfer traut dem Präsidenten nicht. Ein Besuch in Little Havanna.Gegenüber vom „Versailles“ steht ein Grüppchen Demonstranten. Die Leute halten kubanische Flaggen hoch und tragen Schilder vor der Brust, auf denen „Freiheit für Kuba“ steht. So machen sie es seit Jahren. Immer sonntags versammeln sie sich hier im Herzen von Little Havanna, wie die Gegend in Miami genannt wird. Es ist das Zentrum der Exilkubaner in Südflorida.Doch etwas ist seit einigen Wochen anders. Ein alter Mann mit Dreitagebart und wuchtiger Goldkette strahlt übers ganze Gesicht. „Wissen Sie, was?“, sagt er. „In einem Monat bin ich bei meinen Verwandten in Kuba.“ Dann ballt er die Hand zu einer Faust und fügt hinzu: „Endlich.“Das „Versailles“ ist eine Institution in Miami. Das großräumige Restaurant in der Achten Straße wurde vor mehr als fünfzig Jahren von einem Exilkubaner gegründet und dient seither als informelles Gemeindezentrum der Gemeinschaft. Als Ramón Saúl Sánchez an diesem Morgen den Saal betritt, begrüßen ihn die Kellnerinnen herzlich, und auch einige Gäste nicken ihm zu. Sánchez ist das, was man einen alten Kämpfer nennt. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Der 71 Jahre alte Mann ist der Präsident des „Movimiento Democracia“, einer Organisation, die seit vielen Jahren Solidaritätsflottillen für Kuba organisiert, um Nahrung und Medikamente auf die Insel zu bringen. Auch er glaubt, wie die Demonstranten draußen, dass dies ein besonderer Moment in der Geschichte seines Heimatlandes ist. Noch nie sei das Regime so schwach gewesen. Doch anders als viele Exilkubaner in Miami setzt er seine Hoffnung nicht auf Donald Trump. Überhaupt sieht er die Kuba-Politik Washingtons sehr kritisch. Und das schon seit vielen Jahrzehnten. Sánchez bezeichnet sich als Nationalisten. Die Freiheit Kubas, sagt er, sei Sache der Kubaner. Das habe er immer so gesehen. Bei allen Widersprüchen in seinem Leben ist das eine Konstante. In vielen Gegenden stellen Kubaner hier die MehrheitIn den ersten eineinhalb Jahrzehnten nach der Revolution in Havanna 1959 kamen 500.000 Kubaner in Miami an. Viele von ihnen blieben in der Stadt, die mit Abstand die kubanischste in den Vereinigten Staaten ist. Im Großraum Miami leben mehr als eine Million Menschen kubanischer Herkunft. In vielen Nachbarschaften und Vororten der Stadt, wie in Little Havanna oder in Hialeah, stellen sie die Mehrheit. Spanisch ist hier die Lingua franca. Viele ältere Kubaner sprechen bis heute kaum Englisch, auch wenn sie schon Jahrzehnte in Florida leben. Und anders als andere Latinos definieren sie sich weiter als Exilanten und nicht als Amerikaner.Sánchez kam 1967 im Alter von 13 Jahren nach Miami. Bis heute hat er keinen amerikanischen Pass. Und auch keine Aufenthaltserlaubnis. Er wird nur geduldet. Das ist eher selten und hängt mit seinem Lebensweg zusammen. Seine Eltern, die sich getrennt hatten, schickten ihn und seinen Bruder zu Verwandten der Stiefmutter nach Miami – aus Angst, Fidel Castro könnte auch sie für das Militär rekrutieren und als Teil der kommunistischen Interventionseinheiten in andere lateinamerikanische Länder schicken.Nach der Schule jobbte Sánchez zunächst in einem Supermarkt in Miami. Dort lernte er einen Mann kennen, der ihm vom bewaffneten Kampf gegen das Regime in Havanna erzählte. So wurde er Mitglied der Gruppe Alpha 66, einer paramilitärischen Organisation, die vor allem in den Siebziger- und Achtzigerjahren den Kampf gegen Castro zu ihrer Sache gemacht hatte.Der frühere Widerstandskämpfer Ramón Saúl SánchezAPIn Militärlagern in Florida wurden die Mitglieder im Guerillakampf ausgebildet – gefördert von der CIA und beaufsichtigt vom FBI. Viele Kämpfer der Gründungsgeneration von Alpha 66 hatten zuvor an der Seite Castros gegen das Batista-Regime in Kuba gekämpft. Als dieser sich aber dem Kommunismus verschrieb und mit der Sowjetunion verbündete, kam es zum Bruch. Alpha 66 wurde zur antikommunistischen Speerspitze des Widerstands. Die Förderung der Gruppe durch den amerikanischen Auslandsgeheimdienst hatte eine Bedingung: Aktionen in Kuba wurden von der CIA gutgeheißen, Aktivitäten auf amerikanischem Boden allerdings nicht. Sánchez sagt, er verstehe zwar, dass die amerikanischen und die exilkubanischen Interessen nicht identisch seien. Dennoch fühlte er sich später verraten. Infolge der Kubakrise hatte Washington Moskau zugesagt, subversive Aktivitäten der Exilkubaner zu unterbinden. Als Sánchez’ Gruppe Operationen ausführte, ohne vorher die CIA-Zentrale in Langley zu konsultieren, beendete der Geheimdienst seine Unterstützung. Das hatte Konsequenzen: Plötzlich waren Alpha 66 und andere, radikalere Gruppen im Visier der amerikanischen Justiz. Das bekam auch Sánchez zu spüren.1979 hatte Fidel Castro angekündigt, vor den Vereinten Nationen in New York zu sprechen. Zum ersten Mal seit 1960. Seinerzeit, kurz nach dem Umsturz in Havanna, hatte er Geschichte geschrieben und vier Stunden über die kubanische Revolution gesprochen – die längste Rede, die je vor der Generalversammlung gehalten worden war. Auch sonst machte er seinen Aufenthalt in Manhattan zur Propaganda-Show. Sein Hotel in Midtown hatte eine Anzahlung von 10.000 Dollar in bar verlangt. Empört zog Castro aus der Unterkunft aus und nahm sich ein Zimmer im Hotel Theresa in Harlem, Zentrum der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Dort empfing der Revolutionär, der gerade mit seiner Verstaatlichungspolitik ganz Washington gegen sich aufgebracht hatte, Malcolm X sowie Nikita Chruschtschow. Und er gab Interviews über die soziale Ungerechtigkeit und die Rassendiskriminierung in Amerika.Sánchez kam für vier Jahre ins GefängnisNun, 19 Jahre später, wollten die Aktivisten von Alpha 66 eine Wiederholung des Propaganda-Spektakels verhindern. Sie organisierten Demonstrationen in New York, darunter eine Flottille auf dem Hudson River. Sánchez war mit dabei. Seine Version der Geschichte geht so: Einige Zeit nach dem Besuch Castros erhielt er eine Vorladung, vor einem Geschworenengericht auszusagen. „Ich ging hin, sagte aber nicht aus“, erzählt er. Das Ganze sei ein Einschüchterungsversuch gewesen. „Sie wollten, dass wir aufhören, Ärger zu machen.“ Das war allerdings erst der Anfang. Die Sicherheitsbehörden bekamen Wind von einem Attentatsplan auf Castro: Die Gruppe Omega 7 habe den Revolutionsführer während seines Aufenthalts in New York töten wollen. Auch gegen Sánchez wurde nun ermittelt. Er kam zunächst in Beugehaft, begann einen Hungerstreik und wurde dann zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt, die später auf vier Jahre verkürzt wurde. Sánchez betont, nie Mitglied von Omega 7 gewesen zu sein. Andere Vertreter der Exilgemeinde vermuten, er habe sehr wohl mit der Organisation zu tun gehabt.Heute, mit über siebzig, sagt Sánchez, er habe für seinen Kampf gegen das Regime einen hohen Preis gezahlt. Da war die Haftstrafe. Und da ist bis heute die Drohung, jederzeit abgeschoben werden zu können. Auch privat hatte sein Aktivismus Konsequenzen: Als Mitglied in einer paramilitärischen Organisation entschied er sich bewusst gegen Kinder. Mehrere Ehen gingen zu Bruch. In der Haft, erzählt Sánchez, habe er viel Zeit gehabt, um nachzudenken. Damals sei er zu dem Schluss gekommen, nur noch den Weg des gewaltfreien Widerstands zu gehen. Seither beschränkt sich sein Aktivismus im Wesentlichen auf die Solidaritätsflottillen.Sánchez traut weder Trump noch RubioSeit einigen Wochen befindet sich Sánchez zwischen Hoffen und Bangen. Durch Trumps neuen Kurs in der Kuba-Politik könnte es dem Regime in Havanna nach 67 Jahren an den Kragen gehen. Sánchez hofft auf einen politischen Wandel, aber er ist auch beunruhigt. Als Präsident Donald Trump kürzlich sagte, er glaube, er habe die Ehre, Kuba einzunehmen, fühlte Sánchez sich in seinen schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Das sei absolut „respektlos“ gewesen, sagt er. Trump bestätige das Klischee von Amerika als imperialer Macht. Kuba gehöre aber nicht ihm, sondern dem kubanischen Volk. Auch Marco Rubio, Trumps Außenminister, traut er in dieser Sache nicht. Zwar nennt er ihn einfach „Marco“, schließlich ist er einer von ihnen, ein Kind kubanischer Eltern, aufgewachsen in Miami. Doch so stolz er darauf ist, dass Rubio es bis ins State Department geschafft hat, so skeptisch beäugt er dessen Kuba-Pläne. Könnte es am Ende so laufen wie in Venezuela, wo Washington den Machthaber Nicolás Maduro gefangen nahm, diesen durch dessen Stellvertreterin Delcy Rodríguez ersetzte und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, die von Rubio für den Preis nominiert worden war, im Regen stehen ließ? „Das wäre Verrat“, sagt Sánchez.Die militärisch erfolgreiche Operation in Caracas Anfang Januar hat Trump nicht nur ermutigt, auch anderswo zu intervenieren. Die amerikanische Venezuela-Politik ist auch anderweitig eng verknüpft mit der Kuba-Politik. Trump hat die Lieferung venezolanischen Öls nach Kuba gestoppt und Mexiko unter Druck gesetzt, ebenfalls seine Ölexporte einzustellen. Die faktische Blockade hat die Insel in eine schwere Krise gestürzt. Der Treibstoffmangel führt zu Stromausfällen und Versorgungsengpässen.Als im Zuge des Irankrieges und der Schließung der Straße von Hormus die Ölpreise explodierten, gewährte der Präsident eine Ausnahme: Ein Öltanker aus Russland, dessen Sanktionen befristet gelockert wurden, durfte kürzlich in Kuba anlegen. Die Exilkubaner in Miami waren kurz irritiert von diesem Schritt, kamen aber schnell zu der Überzeugung, Trump blase das Manöver gegen Havanna nicht ab, sondern zögere es angesichts der Probleme am Golf nur etwas hinaus. Die Strangulierungspolitik gegen das Regime soll fortgesetzt werden.Trump sieht eine historische GelegenheitEs ist nicht die erste existenzielle Krise des Regimes in Havanna. Nach dem Kollaps der Sowjetunion und dem Wegfall russischer Ölimporte brach die ohnehin marode Wirtschaft der Insel Anfang der Neunzigerjahre ein. Castro sah sich gezwungen, den Dollar als Zahlungsmittel zu legalisieren. Eine Wende kam erst 1998 mit der Wahl Hugo Chávez in Venezuela, der mit Castro paktierte und fortan Öl nach Kuba lieferte. Das revolutionäre Bündnis „Cubazuela“ gehört nun aber der Vergangenheit an, und aus Trumps Sicht gibt es die historische Gelegenheit, Kuba, jenen Stachel im Fleisch der USA, von der kommunistischen Diktatur zu befreien. Nicht alle sehen das so skeptisch wie Sánchez. Eine jüngere Generation von Aktivisten hat übernommen. Sánchez und seine Leute werden von ihnen zwar respektvoll die alte Garde genannt. Sein Nationalismus wird aber hinter vorgehaltener Hand als Irrweg bezeichnet. Kuba sei ein kleines Land. Ohne die Hilfe der Amerikaner werde man das Regime in Havanna nicht los, ist zu hören. Ende März kam es in Hialeah zu einer großen „Free Cuba“-Kundgebung. Es war im Grunde eine Pro-Trump-Demonstration. Mit dabei war auch Marcell Felipe, ein Vertreter jener neuen Generation von Exilkubanern: Anwalt, Geschäftsmann und einer der gegenwärtigen Macher in der kubanischen Gemeinschaft in Miami. Felipe, 1972 in Kuba geboren, lebt seit seinem zehnten Lebensjahr in Florida. An diesem Nachmittag steht er im „American Museum of the Cuban Diaspora“, dessen Verwaltungsratsvorsitzender er ist, und präsentiert stolz die Ausstellung. Wenn er ins Erzählen kommt, glüht er geradezu. Felipe glaubt an Rubio, den er gut kennt und seit langer Zeit politisch unterstützt. Und er glaubt daran, dass bald etwas Großes in Kuba passiert.Fans von Donald Trump versammeln sich am Tag der amerikanischen Präsidentenwahl vor dem „Versailles“ in Little Havanna.picture alliance / Sipa USA „Es wird kein zweites Venezuela geben“, sagt Felipe bestimmt. Die beiden Länder seien nicht miteinander zu vergleichen: Venezuela sei ein autoritäres System gewesen, Kuba aber eine totalitäre Diktatur der Castros. Dass Washington nur den Abtritt von Präsident Miguel Díaz-Canel fordere, wie berichtet wurde, sei ein Narrativ, das Havanna verbreite. Rubio, so Felipe, lasse sich nicht in die Karten schauen. Nur drei, vier Personen seien in dessen Geheimverhandlungen mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel des früheren Präsidenten und Fidel-Bruders Raúl Castro, eingeweiht. Raúl Castro, der im Hintergrund noch immer die Fäden ziehe, lasse seinen Enkel verhandeln, weil er nur diesem traue, sagt Felipe. Doch die Zeit des fast 95 Jahre alten Mannes sei vorbei. Auch Rubio sagte dieser Tage, man solle den Berichten über einen reinen Wirtschaftsdeal mit den Kräften des alten Regimes in Havanna keinen Glauben schenken. Es werde viel gelogen. Als der Außenminister gefragt wurde, ob er immer noch einen Regimewechsel wolle, folgte ein knappes „Ja“. Das kubanische Wirtschaftssystem müsse sich ändern. Das gehe aber nur, wenn auch das Regierungssystem sich ändere. Wer würde denn in ein Land investieren, das von inkompetenten Kommunisten geführt werde? Die Stromausfälle in dem Land habe es lange vor der Blockade gegeben. Sánchez’ Skepsis und seine Zweifel an Felipes Zuversicht haben einen Grund. Was aus der Castro-Familie werden soll, will Rubio nicht sagen. Und wie der Irankrieg gezeigt hat, gehen Trump und Rubio mit dem Begriff des Regimewechsels sehr flexibel um. In Teheran sei dieser mit dem Krieg gelungen. Dabei heißt der Führer dort immer noch Khamenei.
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