Geberkonferenz in Berlin Mehr als 1,5 Milliarden Euro für den Sudan Stand: 15.04.2026 • 19:38 Uhr Mehr als 13 Millionen Vertriebene und 34 Millionen Hilfsbedürftige: Um das Leid im Bürgerkriegsland Sudan zu lindern, machten zahlreiche Staaten auf einer Konferenz Hilfszusagen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Doch reichen wird das nicht. Im Kampf gegen die aktuell weltweit größte humanitäre Katastrophe im Sudan wurden mehr als 1,5 Milliarden Euro Hilfen für die notleidende sudanesische Bevölkerung zugesagt. Allein Deutschland stellt 230 Millionen Euro zur Verfügung. Das teilte Außenminister Johann Wadephul im Rahmen der von Deutschland mitorganisierten Sudan-Konferenz in Berlin mit. Insgesamt nahmen 54 Staaten und 61 Delegationen an dem Treffen in Berlin teil. Tatsächlich liegt der Hilfsbedarf aber noch deutlich höher als die nun zugesagten 1,5 Milliarden Euro. Laut UN braucht es 2,9 Milliarden US-Dollar, um ausreichend humanitäre Hilfe für Millionen Menschen zu leisten. Rund 34 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben auf Hilfe angewiesen, etwa zwei Drittel der Bevölkerung. Zehn Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen. Wadephul forderte, die internationale Gemeinschaft müsse nun den Druck auf die Konfliktparteien erhöhen, um zu einer Waffenruhe zu kommen. Die insgesamt dritte Sudan-Konferenz wurde von der Bundesregierung zusammen mit Großbritannien, Frankreich, den USA sowie der EU und Afrikanischen Union ausgerichtet. In den vergangenen Jahren hatte es bei Konferenzen in Paris und London schon Hilfszusagen in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro beziehungsweise etwa einer Milliarde Euro gegeben. Wadephul hatte im Vorfeld der diesjährigen Konferenz angekündigt, diesen Betrag übertreffen zu wollen - das ist nun offenbar gelungen. Neben der Mobilisierung von Hilfen war auch eine Wiederbelebung der Friedensverhandlungen im Sudan ein Ziel der Konferenz. In dem drittgrößten Land Afrikas liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit drei Jahren einen erbitterten Machtkampf. Vertreter der Konfliktparteien im Sudan nahmen an der Konferenz nicht teil. Der Bürgerkrieg im Sudan hat zu einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit geführt. Mehr als 13 Millionen Menschen wurden laut UN vertrieben, rund 4,5 Millionen flohen in Nachbarländer. In einer Videobotschaft hat sich auch UN-Generalsekretär António Guterres zum dritten Jahrestag des Bürgerkriegsbeginns im Sudan geäußert und ihn als "tragischen Meilenstein" bezeichnet. Er forderte ein "Ende des Albtraums" im Sudan. Die Folgen des Bürgerkrieges beschränkten sich nicht nur auf den Sudan, sondern führten zu einer Destabilisierung der gesamten Region, so Guterres. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher forderte "eine klare Vision für die Zukunft des Sudans". Er sprach von einer Bewährungsprobe für die internationale Gemeinschaft. Das sudanesische Volk dürfe nicht weiter im Stich gelassen werden. "Friedensarbeit ist komplex und erfordert Geduld, aber sie ist keine Raketenwissenschaft." Mit Informationen von Christina Nagel, ARD-Hauptstadtstudio
Mehr als 1,5 Milliarden Euro Hilfe auf Sudan-Konferenz zugesagt
Tagesschau (ARD) 2 min read 0% complete April 15, 2026 at 07:38 PM

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