21. März 2026Es soll einen neuen Vorstoß für Verhandlungen geben. Derweil überziehen sich Russland und die
Ukraine gegenseitig mit Angriffen - aus der Luft und am Boden.https://p.dw.com/p/5Ar4MZerstörtes Postamt von Slowjansk nach russischem LuftangriffBild: Jose Colon/Anadolu/picture allianceDie Kämpfe an der Front im Osten der
Ukraine haben sich nach Angaben des Kyjiwer Generalstabs in den vergangenen Tagen verstärkt. Dabei spricht das ukrainische Militär von hohen Verlusten aufseiten Russlands. Im Morgenbericht des Generalstabs für Samstag hieß es, dass binnen 24 Stunden 1240 russische Soldaten verletzt oder getötet worden seien. Es habe 161 einzelne Gefechte gegeben. Solche Militärstatistiken sind nicht unabhängig überprüfbar. Die gemeldeten Zahlen lagen zuletzt aber deutlich höher als in den vergangenen Wochen. Ukrainische Soldaten nahe der Front in PokrowskBild: Nick Connolly/DW Schwerpunkt der Kämpfe soll einmal mehr die Stadt
Pokrowsk im Industrierevier
Donbass sein, ohne dass für die eine oder andere Seite Geländegewinne bekannt wurden. Einige Militärbeobachter folgern aus den Daten, dass die
Ukraine eine erste Frühjahrsoffensive der Russen habe abwehren können. Das russische Verteidigungsministerium bleibt bei der Darstellung, dass seine Truppen an der mehr als 1000 Kilometer langen Front auf dem Vormarsch seien. Militärnahe russische Blogger gestehen aber Probleme an Frontabschnitten wie
Kupjansk im Norden und
Huljaipole im Süden ein. Ein russischer Drohnenangriff hat die Stromversorgung in einem Großteil des nordukrainischen Gebiets
Tschernihiw lahmgelegt, wie der örtliche Gouverneur
Wjatscheslaw Tschaus mitteilte. Die Reparatur laufe. Die gleichnamige Regionalhauptstadt sei komplett ohne Strom, erklärte die dortige Stadtverwaltung. Die an Russland und die
Ukraine grenzende Region hatte vor dem Krieg knapp eine Million Einwohner. Kriegsschäden in SaporischschjaBild: Staatliche Gebietsadministration
Saporischschja Bei einem russischen Angriff auf
Saporischschja im Süden der
Ukraine wurde am Samstagmorgen ein Ehepaar getötet, dessen Kinder wurden verletzt. Das teilte der Staatliche Rettungsdienst und der Katastrophenschutz mit. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben 154 feindliche Drohnen. 148 davon seien aber abgefangen worden. Auch die
Ukraine greift mit Drohnen an, um sich in dem russischen Angriffskrieg zur Wehr zu setzen. Russlands Militär berichtet von einem großen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht zum Samstag. 283 feindliche Fluggeräte seien abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Wie Drohnen den Ukrainekrieg verändern To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video Ein Schwerpunkt des Angriffs lag demnach im südrussischen Gebiet Rostow. Dort wurden nach Mitteilung von Gouverneur Juri Sljussar etwa 90 ukrainische Drohnen ausgeschaltet. Auch diese Angaben sind nicht im Detail überprüfbar, sie vermitteln aber einen Eindruck vom Ausmaß des Angriffs. Nach Berichten auf Telegramkanälen wurde eine Stickstofffabrik in der Stadt Toljatti an der Wolga getroffen. Auch Ölraffinerien im Wolgagebiet seien angegriffen worden. Gemeldet wird auch ein Angriff auf einen noch unbewohnten Hochhausneubau in der Stadt Ufa, die etwa 1600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt liegt. Die ukrainischen Drohnen störten auch den Flugverkehr an mehreren russischen Flughäfen, darunter in Moskau. Im russischen Grenzgebiet Belgorod sind nach Behördenangaben durch ukrainischen Beschuss mindestens zwei Frauen getötet worden. Getroffen worden sei eine soziale Einrichtung im Dorf Smorodino, teilte Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. Das Dorf im Landkreis Graiworon liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zur
Ukraine entfernt. Eine dritte Frau sei schwer verletzt aus den Trümmern geborgen worden, so Gladkow. Es sei nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Opfer gefunden würden. Unterhändler der
Ukraine und der USA sollen sich laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an diesem Samstag in den USA treffen, um die ins Stocken geratenen Gespräche über ein Ende Krieges zu beleben. Die
Ukraine will Selenskyj zufolge gegenüber US-Vertretern auf einen Zeitrahmen für die Dreier-Gespräche mit Russland dringen.