Kurz darauf verabschiedete sich der
FC Bayern aus der Champions League. Gegen
Inter Mailand kassierte man in zwei Spielen vier Gegentore, die Abwehr wirkte verunsichert,
Min-Jae Kim sah in vielen Aktionen nicht gut aus. Beim
FC Bayern ist man bis heute überzeugt, dass man mit Upamecano und Davies das Halbfinale gegen den
FC Barcelona erreicht hätte. Vorsichtig agiertWer am Samstag das entspannte 4:0 zu Hause gegen
Union verfolgte, konnte beobachten, wie äußert vorsichtig die Bayern die zweite Halbzeit herunterspielten. Bemerkenswert waren weniger die vielen Chancen, die auch
Harry Kane vergab. Auffällig war vor allem, wie die Spieler unnötige Zweikämpfe vermieden.Wenn Außenverteidiger
Josip Stanisic etwa auf seiner rechten Seite in die Offensive ging und ihm Gegenspieler
Andrej Ilic zu nahekam, dann drehte er lieber auch wieder ab und spielte den Ball zurück. Lieber mal halblang, besser auf Abstand bleiben. Nur nicht ins letzte Risiko gehen. Vor allem Upamecano fehlteSportvorstand
Max Eberl erinnerte schon am Mittwoch, nach dem Achtelfinal-Rückspiel gegen
Atalanta Bergamo, an die fatale Länderspielpause im Vorjahr. Dass sich
Alphonso Davies bei der kanadischen Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zuzog, dass man bei
Dayot Upamecano nach der Rückkehr von der französischen Equipe freie Gelenkkörper im Knie fand, dass beide langfristig ausfielen, das sei, so Eberl, »der Casus Knacktus« in der Champions League-Saison gewesen. »Das hat uns sehr wehgetan.« Und: »Das hat uns gegen
Inter Mailand das Genick gebrochen.« Auch jetzt werden in den kommenden eineinhalb Wochen die Trainingsplätze an der Säbener Straße eher verwaist sein. Upamecano und Michael Olisé etwa reisen für die Duelle gegen Brasilien und Kolumbien zur französischen Auswahl, Konrad Laimer spielt für Österreich gegen Ghana und Südkorea.Wird Pavlović geschont?Und allein Bundestrainer Julian Nagelsmann nominierte sieben Bayern-Profis für die beiden Testspiele gegen die Schweiz (27. März, 20.45 Uhr) und Ghana (30. März, 20.45 Uhr), darunter auch bei beiden Neulinge Jonas Urbig und Lennart Karl. Nicht dabei ist Jamal Musiala, der nach seinem Wadenbeinbruch bei der Klub-WM 2025 nun wieder wegen Beschwerden am linken Fuß ausfällt. Und auch der bereits nominierte Aleksandar Pavlović dürfte wohl eher nicht zur Nationalmannschaft reisen, dies deutete Sportdirektor Christoph Freund am Samstagabend an. Der zuletzt so überzeugende Mittelfeldspieler hatte am Mittwoch im Spiel gegen Bergamo leichte Probleme im Oberschenkel verspürt, gegen
Union fehlte er im Bayern-Kader.Auf die Frage, ob man nun auf Julian Nagelsmann einwirke, erklärte Freund: »Wir werden alle zusammen nochmal sprechen, was das Sinnvollste ist. Es ist wichtig, dass er nichts Längerfristiges davontragen sollte. Das wäre das Schlimmste für alle Beteiligten.« Heißt: Er bleibt wohl eher in München. Denn in Spielen gegen die Schweiz und Ghana kann man auf Pavlović sicher auch mal verzichten. Besser aber nicht gegen Real. Und auch nicht bei der WM.Kane muss nur einmal ranSo mag es im Vergleich zum Vorjahr ein Unterschied sein, dass sich keine drei Monate vor dem WM-Auftakt auch die Nationaltrainer weltweit noch mehr als sonst davor scheuen, leicht angeschlagene Spieler aufs Feld zu schicken. Thomas Tuchel etwa nominierte für die beiden Begegnungen Englands einen XXL-Kader mit 35 Spielern, Stars wie
Harry Kane werden erst nach dem Spiel gegen Uruguay (27. März) für das zweite Spiel gegen Japan (31. März) zum Team dazustoßen. Nur ein Spiel statt einer Doppelbelastung, das halbiert das Verletzungsrisiko. Freund merkte noch an, dass nun auch nur Freundschaftsspiele anstünden, nicht wie im Vorjahr, als es um die WM-Qualifikation ging und wie bei der DFB-Auswahl um die Nations League. »Da ist nun der Druck vom Kessel«, merkte Bayerns Sportdirektor an.« Aber wir hoffen natürlich, dass alle gesund und fit zurückkommen.«Verletztenliste ähnlichWenige Minuten später sprach am Samstag auch Vincent Kompany noch einmal über das Vorjahr und das Viertelfinale gegen Inter. Er zählte dabei einige Namen auf: Neuer, Davies, Upamecano, Musiala, Pavlović, Coman, Ito. Sieben Spieler, die im allein im Hinspiel beim 1:2 in der eigenen Arena verletzungsbedingt fehlten. Die meisten der Genannten sind auch momentan außer Gefecht, Neuer, Davies, Musiala, Pavlović. Wann genau sie wieder zurückkehren und einsatzbereit sind, ist noch unklar. Zusätzliche Ausfälle können sie gerade gar nicht gebrauchen, bevor es in zwei Wochen am Karsamstag gegen den SC Freiburg geht und drei Tage später ins Bernabeu zu Real Madrid.Müssten sie nach der Länderspielpause erneut wichtige Stammspieler verletzt in München empfangen, es wäre für den
FC Bayern womöglich der nächste Casus Knacktus.