22. März 2026Angesichts steigender Goldpreise hat
Ghana eine "gestaffelte Abgabenregelung" eingeführt. Dadurch sollen höhere Lizenzgebühren aus dem geförderten Gold erzielt werden. Unternehmer fürchten, Investoren könnten abspringen.https://p.dw.com/p/5AXY5Ghana profitiert von steigenden Goldpreisen und erhöht die Gebühren für den GoldabbauBild: Michael Oti/DW Der Goldpreis ist auf über 5.000 US-Dollar (4.363 Euro) pro Unze gestiegen - ein Rekordhoch. Als Reaktion darauf hat die ghanaische Regierung unter Präsident
John Mahama rasch umfassende Reformen in der Bergbaupolitik eingeführt. Über ein Jahrzehnt lang erhob
Ghana, Afrikas größter Goldproduzent, eine pauschale Lizenzgebühr von fünf Prozent auf die Goldproduktion. Nun gilt eine gestaffelte Lizenzgebühr von fünf bis 12 Prozent, die an die internationalen Goldpreise gekoppelt ist. Neuerdings steigen die Sätze auf 12 Prozent, wenn die Preise etwa 4500 US-Dollar pro Unze übersteigen. Das bedeutet, dass
Ghana aufgrund der aktuellen Rekordpreise den höchsten Satz erhebt. Regierungsvertreter argumentieren, dass der bisherige feste Satz
Ghana potenzielle Einnahmen in Milliardenhöhe gekostet und Investitionen in Infrastruktur, Schulen, Krankenhäuser und die Gemeindeentwicklung gebremst habe. Demnach soll die neue Struktur die Staatseinnahmen erhöhen, wenn Bergbauunternehmen profitabler sind. Gleichzeitig sollen die staatlichen Einnahmen gesenkt werden, wenn Marktpreise niedriger sind. Kritiker argumentieren jedoch, dass der abrupte Anstieg unbeabsichtigte Folgen für den Sektor und das Vertrauen der Investoren haben könnte, einschließlich möglicher Verzögerungen oder Kürzungen bei künftigen Bergbauinvestitionen.
Kenneth Ashigbey, Geschäftsführer der
Ghana-chamber-of-mines" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="53294" data-entity-type="organization">
Ghana Chamber of Mines, warnt: Höhere Lizenzgebühren könnten Investoren aus
Ghana vertreiben. "Investitionen, ob lokal oder ausländisch, sind rational. Sie werden also dorthin gehen, wo sie die besten Renditen für ihre Investitionen erzielen", sagt Ashigbey gegenüber der DW. Nach Zahlen der
Ghana" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="53296" data-entity-type="organization">Bank of
Ghana und des
Ghana Gold Board (GoldBod) aus dem Jahr 2025 erzielte
Ghana mit Goldexporten insgesamt fast 21 Milliarden US-Dollar. Die ghanaische Opposition hat jedoch Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen geäußert, die eine solche Politik insbesondere auf die Arbeitsplätze haben könnte. Widerstand ausländischer Regierungen und Bergbauunternehmen Große Bergbauunternehmen wie
Newmont,
Gold Fields und
AngloGold Ashanti sind jedoch unzufrieden. Sie argumentieren, dass der hohe Lizenz-Gebührensatz Ghanas, das Land zu einem der teuersten Standorte für den Goldabbau in Afrika machen und damit seine Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnte.Die Welt im GoldrauschTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video Sie warnen zudem, dass höhere Lizenzgebühren zu geringeren Gewinnmargen führen, weitere Investitionen behindern und Bergbauprojekte weniger attraktiv machen könnten als solche in Nachbarländern wie Guinea, Mali oder der Elfenbeinküste. Diplomaten aus den USA, Großbritannien und China haben in einer seltenen gemeinsamen Erklärung protestiert und davor gewarnt, die Politik könnte die Exploration einschränken und die langfristige Produktion beeinträchtigen. Trotzdem bleiben die ghanaischen Regierungsvertreter standhaft. Paa Kwesi Schandorf, Sprecher und Medienbeauftragter des Ministeriums für Land und natürliche Ressourcen, räumte zwar die Kritik ein. Doch er sagte auch gegenüber der DW, die Regierung tue alles in ihrer Macht Stehende, um
Ghana zu einem attraktiven Standort für Investoren zu machen. "So sehr wir diese Bedenken zur Kenntnis nehmen, es wird sich an der neuen Lizenz-Gebührenpolitik vorerst nichts ändern", betonte er. Begehrtes Gut: Experten fordern, dass
Ghana die Regelungen für Lizenzgebühren reformiertBild: Angelika Warmuth/REUTERS Experten sind sich einig, dass Ghanas Regelung für Lizenzgebühren reformiert werden muss. Gleichzeitig mahnen sie, die Umsetzung müsse sorgfältig gestaltet werden, um Verzerrungen zu vermeiden. Laut Bright Simons, Vizepräsident der ghanaischen Denkfabrik IMANI Africa, könnte der neue Schwellenwert von Händlern manipuliert werden. "Wenn sie sagen, dass Sie Ihre Staffelung der Lizenzgebühren anpassen, sobald der Preis 4500 Dollar erreicht, warum sollte ich ihn dann nicht bei 4499 Dollar halten? Das kann ich durch verschiedene Abnahmevereinbarungen und eine Reihe anderer Marketinginstrumente erreichen", erklärt er im DW-Gespräch. Simons schlägt vor, dass
Ghana sein Lizenz-Gebührensystem digitalisiert. Auf diese Weise könnten abrupte Übergänge vermieden und Möglichkeiten zur Ausnutzung von Gesetzeslücken verringert werden. In der ghanaischen Bevölkerung gibt es eine breite Zustimmung für die Reform. Viele sagen, das Land habe es lange versäumt, einen fairen Anteil am Rohstoffreichtum von ausländischen Bergbauunternehmen einzufordern. "Ich halte das für einen guten Schritt. Es ist höchste Zeit, dass
Ghana Einnahmen erzielt. Denn die Ausländer kommen, nehmen sich, was sie wollen, und lassen uns zurück", sagt Florence Mensah Sarpong, eine Geschäftsinhaberin in der Hauptstadt Accra, der DW. Andere Ghanaer äußern sich ähnlich. Simons mahnt,
Ghana müsse angesichts der steigenden Goldpreise eine anpassungsfähigere, datengestützte Politik entwickeln. "Der Anstieg des Goldpreises wirft grundlegende Fragen hinsichtlich unserer Fähigkeit auf, einen reaktionsfähigen politischen Apparat zu entwickeln. Etwas, das nicht wie eine reflexartige Reaktion wirkt. Denn so wie der Preis gestiegen ist, kann er auch abstürzen. Und wenn er dann abstürzt, wie sieht dann der Reaktionsmechanismus aus?" Adwoa Tenkorama Domena und Eric Mawuena Egbeta in Accra haben zu diesem Artikel beigetragen.