ARD-Hochrechnung zur Landtagswahl CDU siegt vor SPD in
Rheinland-Pfalz Stand: 22.03.2026 • 19:19 Uhr Die CDU von
Gordon Schnieder hat die Landtagswahl in
Rheinland-Pfalz laut
ARD-Hochrechnung gewonnen - vor der regierenden SPD. Die AfD legt zu, die Grünen verlieren. Eng wird es für die Linke. Raus sind FDP und Freie Wähler.
Rheinland-Pfalz steht vor einem Machtwechsel: Laut
ARD-Hochrechnung liegt die CDU bei der Landtagswahl vor der bisher regierenden SPD. 30,6 Prozent der Wähler stimmten für die Partei von CDU-Landeschef
Gordon Schnieder. "Es wird ohne uns in diesem Land nicht mehr regiert in den nächsten Jahren", sagte er vor seinen Anhängern. In der
ARD lobte Schnieder den großen "Siegeswillen" seiner Partei. Er habe hart in der Sache gekämpft und dabei auf einen fairen Umgangston geachtet. Sein Ziel sei nun, Gestaltungskraft in die Gemeinden zurückbringen. Der 50-jährige CDU-Landesvorsitzende stammt aus einer politischen und katholisch geprägten Familie in der Eifel. Bereits sein Vater war CDU-Lokalpolitiker. CDU-Generalsekretär
Carsten Linnemann lobte Schnieder in der
ARD-Wahlsendung als "unglaublich authentisch". Auf der CDU-Wahlparty brach großer Jubel aus, als die Prognose veröffentlicht wurde. In ersten Reaktionen freuten sich die Anhänger über den Erfolg nach einem "leisen Wahlkampf", wie
ARD-Reporter Peter Sonnenberg schildert. Schnieder könnte damit Nachfolger des bisherigen Ministerpräsidenten
Alexander Schweitzer von der SPD werden. Die Sozialdemokraten, die seit 35 Jahren in
Rheinland-Pfalz regieren, kommen nur auf 25,7 Prozent der Stimmen. Im Vergleich zur vergangenen Wahl (35,7 Prozent) verlieren sie damit deutlich. Für die SPD in
Rheinland-Pfalz ist es das schlechteste Ergebnis aller Zeiten. Der bisherige Tiefstwert stammt aus dem Jahr 1955: Damals erreichten die Sozialdemokraten 31,7 Prozent. Nach der Wahlschlappe in Baden-Württemberg ist es für die Sozialdemokraten der zweite Rückschlag innerhalb von zwei Wochen. SPD-Generalsekretär
Tim Klüssendorf nannte die Wahl "einen herben Rückschlag" und forderte seine Partei auf, "in die Offensive" zu kommen. In
Mainz feierten die SPD-Anhänger Schweitzer mit langem Applaus. Der noch-Ministerpräsident sprach von einer "riesigen Aufholjagd" und dankte seiner Partei. Schweitzer kündigte eine "starke Rolle" seiner Partei in der künftigen Regierung an. Welche Rolle er selbst dabei spielt, ließ er offen. Schweitzer ist seit 2024 Ministerpräsident. Er übernahm das Amt von Malu Dreyer. Schweitzer gilt als deutlich bekannter und beliebter als sein Herausforderer Schnieder - doch zum Sieg verholfen hat das der SPD nicht. Hinter CDU und SPD auf Platz drei liegt wie erwartet die AfD. 20 Prozent stimmten für die Partei von Spitzenkandidat Jan Bollinger. Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD 8,3 Prozent und verbucht nun einen kräftigen Zuwachs. In
Rheinland-Pfalz steuert sie auf das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl in Westdeutschland hin. Mit der Regierungsbildung dürften Bollinger und seine Mitstreiter jedoch nichts zu tun haben. Alle anderen Parteien haben vor der Wahl eine Zusammenarbeit ausgeschlossen. AfD-Chefin Alice Weidel kündigte "großartige Oppositionsarbeit" in
Mainz an und kritisierte, dass andere Parteien eine Zusammenarbeit ausschließen. Laut einer Umfrage von infratest dimap sprechen sich 71 Prozent der Menschen in
Rheinland-Pfalz gegen eine Regierungsbeteiligung der AfD aus. 26 Prozent befürworten das. Die Grünen, bislang zweite Kraft in der rheinland-pfälzischen Ampelkoalition, kommen auf 7,9 Prozent und bleiben damit unter ihrem Ergebnis von der Wahl 2021 (9,3 Prozent). In der
ARD wertete Grünen-Chef Felix Banaszak das Ergebnis als Rückenwind auch für die Landtagswahlen in Ostdeutschland im Herbst. "Viel besser hätte dieses Wahljahr gar nicht starten können", sagte der Grünen-Vorsitzende. Nicht mehr im Landtag vertreten sein wird die FDP. Die dritte Regierungspartei wurde mit 2,1 Prozent abgestraft. Die Linke verpasst mit 4,4 Prozent den Einzug in den Landtag in
Mainz. Auch für die Freien Wähler reicht es nicht für die 5-Prozent-Hürde: Sie kommen auf 4,2 Prozent. Wenige Wechsel an der Regierungsspitze in
Rheinland-Pfalz Knapp drei Millionen Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren durften ihre Stimme abgeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,5 Prozent. Im Wahlkampf ging es um die schwächelnde Wirtschaft, den öffentlichen Nahverkehr und die gerade im ländlichen
Rheinland-Pfalz teils schwierige Gesundheitsversorgung. In Umfragen wurde der CDU bei der Mehrzahl dieser Themen eine bessere Politik zugetraut.
Rheinland-Pfalz steht politisch für Stabilität: Bis 1991 stellte immer die CDU den Ministerpräsidenten. Dann zog die SPD in die Staatskanzlei ein. In wechselnder Zusammensetzung regieren die Sozialdemokraten seit 35 Jahren. Weil die derzeitige Koalition aus SPD, Grünen und FDP nicht mehr zustande kommen kann, deutet vieles auf ein Bündnis zwischen CDU und SPD hin - unter Führung der CDU.