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MON · 2026-03-23 · 05:38 GMTBRIEF NSR-2026-0323-29737
News/Übermacht der Plattformen: Alles wird schlechter – und das i…
NSR-2026-0323-29737Analysis·DE·Economic Impact

Übermacht der Plattformen: Alles wird schlechter – und das ist kein Zufall

Der Artikel thematisiert das Phänomen der "Enshittification", ein Begriff geprägt von Cory Doctorow, der den Verfall von digitalen Produkten und Dienstleistungen beschreibt. Es wird argumentiert, dass Unternehmen zunächst Kunden anlocken, dann für ehemals kostenlose Angebote Gebühren erheben und schließlich die Nutzer ausquetschen, sobald diese abhängig geworden sind.

Harald StaunFAZFiled 2026-03-23 · 05:38 GMTLean · Center-RightRead · 3 min
Übermacht der Plattformen: Alles wird schlechter – und das ist kein Zufall
FAZFIG 01
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3min
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632words
Sources cited
2cited
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4entities
Quality score
100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Der Artikel thematisiert das Phänomen der "Enshittification", ein Begriff geprägt von Cory Doctorow, der den Verfall von digitalen Produkten und Dienstleistungen beschreibt. Es wird argumentiert, dass Unternehmen zunächst Kunden anlocken, dann für ehemals kostenlose Angebote Gebühren erheben und schließlich die Nutzer ausquetschen, sobald diese abhängig geworden sind. Der norwegische Consumer Council hat zusammen mit internationalen Organisationen eine Kampagne gestartet, um auf diese systematische Verschlechterung aufmerksam zu machen. Der Bericht der Verbraucherschützer analysiert, wie Plattformen absichtlich ihr Angebot verschlechtern, Reparaturen verhindern, Netzwerkeffekte ausnutzen und Wettbewerber aufkaufen, was dazu führt, dass sie "too big to care" werden. Die Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein für diese Praktiken zu schärfen und Gegenmaßnahmen zu fördern.

Confidence 0.90Sources 2Claims 5Entities 4
§ 02

Article analysis

Model · rule-based
Framing
Economic Impact
Technology
Tone
Mixed Tone
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.40 / 1.00
Mixed
LowHigh
Sources cited
2
Limited
FewMany
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Key claims

5 extracted
01

The Norwegian Consumer Council has started a global campaign with 70 other organizations.

factualArticle's own claim
Confidence
1.00
02

The term 'Enshittification' describes the decline of various things and services.

factualArticle's own claim
Confidence
1.00
03

Companies first treat customers well, then monetize them, and then exploit them.

factualNorwegian Consumer Council
Confidence
0.90
04

Digital products are getting worse.

factualArticle's own claim
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05

AI is used to worsen 'Enshittification', for example with Chatbots.

factualArticle's own claim
Confidence
0.70
§ 04

Full report

3 min read · 632 words
Der technologische Fortschritt läuft, wenn man den Unternehmen glaubt, die mit ihm handeln, heute so radikal und unaufhaltsam ab wie selten zuvor: Die sogenannte Künstliche Intelligenz revolutioniert sämtliche Gesellschaftsbereiche, die Singularität ist nur noch eine Frage der Zeit, und auch wenn das mooresche Gesetz, welches jahrzehntelang besagte, dass Computer alle zwei Jahre schneller und billiger werden, nicht mehr lange gilt, weil Computerchips heute kaum noch kleiner werden können, versprechen die Hersteller schon das neue Paradigma: „More than Moore“. In Wirklichkeit aber werden die Produkte der digitalen Welt, pardon, immer beschissener.„Enshittification“ (auf Deutsch etwa Verscheißifizierung) heißt das Wort, das der kanadische Science-Fiction-Autor Cory Doctorow 2022 in einem Blogbeitrag für diese Entwicklung geprägt hat. Was zunächst nur ein origineller Neologismus war, hat einen Nerv getroffen und ist mittlerweile als Fachbegriff beliebt, um den Verfall aller möglichen Dinge und Dienste zu beschreiben, der längst auch in der analogen Welt spürbar ist: Nicht nur Google-Suchergebnisse, Facebook-Posts und Dating-Matches werden immer schlechter und teurer, sondern auch der Service auf Flugreisen, bei Taxifahrten, im Kauf- oder im Krankenhaus. Wir leben heute, meint Doctorow, im Zeitalter der Scheiße: dem „Enshittoscene“.KI sorgt für Verschlimmerung auf einem neuen LevelWenn der Begriff nun sogar in einem offiziellen Paper des norwegischen Consumer Council auftaucht, eine Art Verbraucherzentrale, dann klingt das nur auf den ersten Blick wie Satire. Denn Enshittification ist ein ernst zu nehmendes systematisches Problem, das immer ähnlich abläuft: Zuerst sind die Unternehmen gut zu ihren Kunden, um sie an sie zu binden; dann verlangen sie Geld für das ursprünglich kostenlose Angebot, um die Nutzer zu Geschäftskunden zu machen; und wenn sie schließlich auf den Dienst nicht mehr verzichten wollen, werden sie noch weiter ausgequetscht.Gemeinsam mit 70 anderen Organisationen aus der ganzen Welt haben die norwegischen Verbraucherschützer nun eine globale Kampagne gestartet. In ihrem 100-seitigen Bericht erklären sie genau, wie die Plattformen vorgehen: wie sie absichtlich ihr Angebot schlechter oder Reparaturen unmöglich machen, wie sie von Netzwerk- und Lock-in-Effekten profitieren und Wettbewerber aufkaufen, die ein besseres Produkt anbieten; und wie sie dadurch nicht nur „too big to fail“, sondern auch „too big to care“ werden, so groß, dass ihnen die Zufriedenheit der Nutzer egal sein kann. Auch die als technischer und sozialer Quantensprung gefeierte KI wird meist so eingesetzt, dass sie die Enshittification auf ein neues Level hebt, zum Beispiel mit Chatbots, die die Kunden in den Wahnsinn treiben oder durch massenhaft erzeugten KI-Müll (AI Slop), der das Internet überschwemmt.Gigantische Plattformen sind kein NaturgesetzAuch zu der Frage, was man gegen den Trend tun kann, haben die Verbraucherschützer ein paar Ideen: Unter anderem schlagen sie vor, den Wechsel zu anderen Anbietern zu erleichtern und dem Wettbewerb auf digitalen Märkten zu fördern, etwa durch offene Standards, den Abbau künstlicher technischer Beschränkungen oder den Aufbau öffentlicher Alternativen. Oder so revolutionären Maßnahmen wie die Durchsetzung des bestehenden Wettbewerbs- und Kartellrechts. Dass sich das Internet zu einer Ansammlung „einer Hand voll gigantischer Plattformen mit absoluter Kontrolle über ihre Nutzer und Konkurrenten“ entwickelt habe, sei kein „fundamentales Gesetz der Technologie“, sondern „ein künstlicher Endpunkt der ‚Innovation‘“. Deshalb könne es „rückgängig gemacht oder verhindert werden“.In einem Video zu ihrer Kampagne illustrieren die Norweger die Praxis der Enshittification am Beispiel eines jungen Mannes, der seine Arbeit als Schlechtermacher vorstellt: Er sei stolz auf die Tradition seines Handwerks, dass er nun in vierter Generation betreibt. Es sei ein harter Job, erklärt er, während man sieht, wie er Tischbeine absägt, bis der Tisch wackelt, Fahrradketten aushängt oder Löcher in Socken schneidet, er könne leider nicht überall gleichzeitig sein. Aber zum Glück kam dann das Internet, damit sei es nun viel leichter, die Sachen für viele Leute auf einmal beschissen zu machen, durch Pop-ups oder Updates, kostenpflichtige Zusatzfunktionen oder Abogebühren. Am Schluss sitzt er zufrieden in seinem Luxusauto, bis die Durchsage kommt: Bremsen ist jetzt ein Premium-Feature. Bitte geben Sie Ihre Kreditkartendaten ein.
§ 05

Entities

4 identified
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Keywords & salience

8 terms
enshittification
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plattformen
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Topic connections

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