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MON · 2026-03-23 · 07:08 GMTBRIEF NSR-2026-0323-30143
News/Iran-Krieg gefährdet Chip-Produktion
NSR-2026-0323-30143News Report·DE·Economic Impact

Iran-Krieg gefährdet Chip-Produktion

Der Iran-Krieg gefährdet die globale Chip-Produktion aufgrund drohender Engpässe bei Erdgas und Helium. Die Chipindustrie ist global vernetzt und abhängig von Rohstofflieferungen aus dem Nahen Osten, insbesondere Helium aus Katar, das für die Kühlung in der Chipproduktion unerlässlich ist.

Heidi RadvilasTagesschau (ARD)Filed 2026-03-23 · 07:08 GMTLean · CenterRead · 2 min
Iran-Krieg gefährdet Chip-Produktion
Tagesschau (ARD)FIG 01
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Der Iran-Krieg gefährdet die globale Chip-Produktion aufgrund drohender Engpässe bei Erdgas und Helium. Die Chipindustrie ist global vernetzt und abhängig von Rohstofflieferungen aus dem Nahen Osten, insbesondere Helium aus Katar, das für die Kühlung in der Chipproduktion unerlässlich ist. Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran und die gedrosselte Gasproduktion in Katar führen zu Lieferengpässen, die vor allem Taiwan und Südkorea treffen, wo die weltweit wichtigsten Chipproduzenten TSMC und Samsung Electronics sitzen. Da rund 90 Prozent der modernen Chips in Taiwan produziert werden, drohen dort Energierationierungen aufgrund fehlender Gaslieferungen. Experten warnen vor möglichen Störungen der Lieferkette wichtiger Ausgangsmaterialien, was massive weltwirtschaftliche Folgen haben könnte.

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TSMC verbraucht zehn Prozent der Energie in Taiwan, ist der größte Energienutzer.

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Die Hälfte des Heliums stammt aus den USA, die brauchen es aber selbst.

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Iran-Krieg gefährdet die weltweite Chip-Versorgung, weil Lieferengpässe bei Erdgas und Helium drohen.

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Engpässe bei Erdgas und Helium Iran-Krieg gefährdet Chip-Produktion Stand: 23.03.2026 • 08:08 Uhr Der Iran-Krieg gefährdet die weltweite Chip-Versorgung, weil Lieferengpässe bei Erdgas und Helium drohen. Je länger die Straße von Hormus dicht ist, desto kritischer wird die Lage. Der Iran-Krieg ist zwar auf den Nahen Osten begrenzt, hat aber massive weltwirtschaftliche Folgen. Dass der Konflikt auch Auswirkungen auf die weltweite Versorgung mit Computerchips haben könnte, liegt an der Struktur der Branche: Die Chip-Industrie ist global aufgestellt und stark fragmentiert. Heißt: Um den Globus haben sich Spezialisierungen herausgebildet. Die einen liefern mehr oder weniger exklusiv die Rohstoffe, allen voran die Golfstaaten; andere sind führend beim Design der Chips, das sind die USA; und wieder andere produzieren moderne Chips für die Welt, das sind überwiegend Taiwan und Südkorea. "Das ist weltweit so verzahnt, dass man nicht auf ein einzelnes Land verzichten kann", sagt Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst bei der Consorsbank. Vor allem auf die Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten, auf Helium aus Katar könne man nicht verzichten. "Wenn das wegfällt, bricht eben alles auseinander." Das sei noch nicht der Fall, sagt Tanjeff Schadt vom Beratungsunternehmen PwC Strategy, aber: "Langfristig warnen etwa Halbleiterhersteller aus Südkorea vor möglichen Störungen der Lieferkette von wichtigen Ausgangsmaterialien wie Helium." Helium - ein Nebenprodukt der Erdgasaufbereitung - ist für die Chipproduktion unerlässlich, wird unter anderem zur Kühlung eingesetzt. Jochen Stanzl sieht kaum Alternativen zu den Lieferungen aus Nahost: "Die Hälfte des Heliums stammt aus den USA, die brauchen es aber selbst." Andere Länder sind auf die rund 40 Prozent der Weltproduktion angewiesen, die Katar aus der Gasaufbereitung zieht. Das Emirat hat die Gasproduktion aufgrund des Konflikts am Golf aber gedrosselt und teils eingestellt. Dazu kommt die Sperrung der Straße von Hormus durch Iran. Das bedeutet, dass weniger Gas und Öl und weniger Helium an die Welt geliefert werden können. Das trifft vor allem Taiwan und Südkorea. Hier sitzen mit TSMC und Samsung Electronics die weltweit wichtigsten Chipproduzenten. "Rund 90 Prozent der modernen Chips werden in Taiwan produziert", erklärt Tanjeff Schadt von PwC. Und weil Gaslieferungen aus Katar ausbleiben, muss Taiwan möglicherweise bald Energie rationieren. Stefan Kemper, Chef-Investment-Stratege bei der Bank BNP Paribas, ordnet die Größenverhältnisse ein: "TSMC verbraucht zehn Prozent der Energie in Taiwan, ist der größte Energienutzer. Wäre also besonders betroffen, falls Energie rationiert werden muss. Als Folge würden der Weltwirtschaft weniger Chips zur Verfügung stehen." Beziehungsweise die Chips wären deutlich teurer. Kritischer sieht es Jochen Stanzl von der Consorsbank, wenn Helium ausfallen würde: "Taiwan und Südkorea haben Helium-Vorräte für rund drei Monate. Danach müssen sie die Produktion einstellen, weil Helium bei der Kühlung der Maschinen nicht ersetzt werden kann." Ein Lieferausfall würde einen Zusammenbruch der weltweiten Lieferkette bei Halbleitern und Computerchips bedeuten. "Ein Worst-Case-Szenario", meint Stanzl. Derzeit gingen Marktbeobachter noch überwiegend davon aus, dass sich die Lage an der Straße von Hormus beziehungsweise in der Golfregion vorher normalisiere.
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