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MON · 2026-03-23 · 11:05 GMTBRIEF NSR-2026-0323-30548
News/Frauenhass im Internet fördert Frauenfeindlichkeit – sogar b…
NSR-2026-0323-30548News Report·DE·Social Justice

Frauenhass im Internet fördert Frauenfeindlichkeit – sogar bei Frauen

Eine umfassende Studie, veröffentlicht im Fachjournal "Psychological Bulletin", analysierte 257 Studien über 47 Jahre mit insgesamt 133.000 Teilnehmern, um die Auswirkungen frauenfeindlicher Medieninhalte auf Einstellungen und Verhalten gegenüber Frauen zu untersuchen. Die Analyse umfasste verschiedene Medien wie Filme, Musikvideos, Werbung, Pornografie und soziale Medien.

Die WeltFiled 2026-03-23 · 11:05 GMTLean · Center-RightRead · 5 min
Frauenhass im Internet fördert Frauenfeindlichkeit – sogar bei Frauen
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Eine umfassende Studie, veröffentlicht im Fachjournal "Psychological Bulletin", analysierte 257 Studien über 47 Jahre mit insgesamt 133.000 Teilnehmern, um die Auswirkungen frauenfeindlicher Medieninhalte auf Einstellungen und Verhalten gegenüber Frauen zu untersuchen. Die Analyse umfasste verschiedene Medien wie Filme, Musikvideos, Werbung, Pornografie und soziale Medien. Die Studie ergab, dass der Konsum frauenfeindlicher Inhalte mit verstärkter Frauenfeindlichkeit einhergeht, sogar bei Frauen, wenn auch in geringerem Maße als bei Männern. Der Konsum solcher Inhalte korreliert mit aggressivem Verhalten gegenüber Frauen, Objektifizierung und der Verfestigung sexistischer Haltungen und Vorurteile. Die Forschung wurde von der Uniklinik Bonn und den Universitäten Bern und Innsbruck durchgeführt.

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Article analysis

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Framing
Social Justice
Public Health
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Die Analyse bezog unter anderem Filme und Fernsehen sowie Musikvideos, Videospiele, Werbung, Magazine, Pornografie sowie Inhalte aus sozialen Medien ein.

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Der Konsum frauenfeindlicher Inhalte steht in Zusammenhang mit stärkerer Frauenfeindlichkeit.

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Frauen werden sogar vermehrt als schuldig dafür angesehen, wenn sie Opfer einer Vergewaltigung waren.

quoteChrista Nater
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Frauenfeindliche Medieninhalte im Internet fördern misogyne Einstellungen – teilweise auch bei Frauen.

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Die Ergebnisse unserer Studie sind besonders aussagekräftig, da wir eine breite Palette an Reaktionen studieren konnten.

quoteChrista Nater, Universität Bern
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PfadnavigationHomeWissenschaftAndrew Tate und Co.Frauenhass im Internet fördert Frauenfeindlichkeit – sogar bei FrauenStand: 12:05 UhrLesedauer: 6 MinutenFrauenfeindlicher Influencer: Menosphere-Ikone Andrew Tate (r.) neben seinem BruderQuelle: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Vadim GhirdaFrauenfeindliche Medieninhalte im Internet fördern misogyne Einstellungen – teilweise auch bei Frauen. Bei bestimmten Inhalten zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.Influencer Andrew Tate fragte vor wenigen Tagen öffentlich auf der Plattform X: „Wie kann ich alle Tweets von Frauen blockieren?“ Der in Rumänien lebende US-Amerikaner steht für den personifizierten Frauenhass – doch er ist nur die Spitze des Eisbergs. Von sexistischer Werbung und Musikvideos über Social-Media-Hashtags wie #ThatsWhatSlutsDo bis hin zu gewaltverherrlichender Pornografie ist das Netz voll von Inhalten, die Frauen zum Objekt machen oder herabwürdigen.Und das hat Folgen – wie eine breit angelegte, im Fachjournal „Psychological Bulletin“ veröffentlichte Überblicksstudie zeigt. Das Forschungsteam – unter anderem von der Uniklinik Bonn und den Universitäten Bern und Innsbruck – hat 257 Studien dazu ausgewertet, wie sich frauenfeindliche Medieninhalte auf Einstellungen und Verhalten gegenüber Frauen auswirken. Die Studien stammen aus einem Zeitraum von 47 Jahren und umfassten insgesamt knapp 133.000 Studienteilnehmer. Die Analyse bezog unter anderem Filme und Fernsehen sowie Musikvideos, Videospiele, Werbung, Magazine, Pornografie sowie Inhalte aus sozialen Medien ein.Das Ergebnis ist so eindeutig wie simpel: Der Konsum frauenfeindlicher Inhalte steht in Zusammenhang mit stärkerer Frauenfeindlichkeit – und das gilt sogar für Frauen selbst, wenn auch nicht im gleichen Maße wie für Männer. Lesen Sie auchEs konnte nachgewiesen werden, dass das Anschauen entsprechender Inhalte die Studienteilnehmer mit aggressiverem Verhalten gegenüber Frauen, einer stärkeren Objektifizierung und der Festigung sexistischer Haltungen und Vorurteile einhergeht. „Die Ergebnisse unserer Studie sind besonders aussagekräftig, da wir eine breite Palette an Reaktionen studieren konnten, von harmloseren stereotypen Einstellungen bis hin zu aggressivem Verhalten gegenüber Frauen“, erklärte Erstautorin Christa Nater von der Universität Bern.Lesen Sie auch„Besonders problematisch ist, dass infolge des Konsums frauenfeindlicher Medieninhalte Probandinnen und Probanden häufig Frauen ihre Menschlichkeit absprechen, ihren Körper hauptsächlich als Objekt betrachten und sich aggressiv gegenüber Frauen verhalten“, sagte Nater. „Frauen werden sogar vermehrt als schuldig dafür angesehen, wenn sie Opfer einer Vergewaltigung waren.“Ähnliche Reaktionen Der nicht an der Studie beteiligte Kommunikations- und Interaktionsforscher Maximilian Krug von der Universität Duisburg-Essen sagte zu den Ergebnissen der Studie: „Dass sich der Zusammenhang zwischen misogynen Darstellungen und erhöhter Feindseligkeit auch bei Frauen zeigt, ist nicht überraschend, da patriarchale Gesellschaftsstrukturen weiterhin den Mann als normative Referenz setzen und entsprechende Einstellungen auch von Frauen teilweise internalisiert werden.“Während sich das Ausmaß der Effekte bei Männern und Frauen ähnelte, wenn sie etwa demütigende oder pornografische Inhalte sahen, gab es bei klar frauenfeindlichen Gewaltdarstellungen einen Unterschied: Bei Männern verstärkte sich auch hierdurch ihre Feindseligkeit gegenüber Frauen, während dies bei Frauen nicht der Fall war. Hierbei könne „eine Identifikation mit den – häufig weiblichen – Opfern entstehen, wodurch die Übernahme der männlich geprägten Perspektive teilweise aufgebrochen wird“, mutmaßte der unbeteiligte Experte Krug.Neben Männern sind demnach auch Jugendliche und junge Erwachsene besonders empfänglich für die Wirkung frauenverachtender Inhalte. Bei ihnen waren die beobachteten Effekte besonders ausgeprägt.Lesen Sie auchJanina Steinert, Expertin für globale Gesundheit und Entwicklungsökonomie, von der Technischen Universität München, sagte mit Blick auf ein mögliches Verbot von sozialen Medien für bestimmte Altersgruppen: „Jugendliche und junge Erwachsene zeigen stärkere Reaktionen auf entsprechende Inhalte. Diese Ergebnisse könnten auch eine wichtige Grundlage für die aktuelle Debatte über eine mögliche Regulierung von Inhalten in sozialen Medien oder über deren Nutzung durch Minderjährige darstellen.“Kürzlich belegte auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos in 29 Ländern – darunter Deutschland – eine enorme Zustimmung zu sehr konservativen Rollenbildern in der jungen Generation: Fast jeder dritte Mann in der sogenannten Generation Z ist der Meinung, dass eine Ehefrau ihrem Mann immer gehorchen sollte (31 Prozent). Bei den Gen-Z-Frauen liegt der Wert mit 18 Prozent deutlich darunter. Zur Generation Z wurden zwischen 1997 und 2012 geborene Menschen gezählt. Zum Vergleich: Bei den männlichen Babyboomern – geboren zwischen 1946 und 1964 – sind nicht einmal halb so viele Männer dieser Ansicht (13 Prozent), bei den Boomer-Frauen ebenfalls weitaus weniger (6 Prozent).Eine alte DynamikKrug wies mit Blick auf die Überblicksstudie sowie die Ipsos-Umfrage darauf hin, dass man die stärkeren Effekte bei der jüngeren Generation jedoch nicht allein auf die heutzutage Jüngeren beziehen dürfe. Die Metaanalyse spreche „eher für ein langfristiges altersbezogenes Muster als für ein spezifisches Problem einer einzelnen Generation wie der Gen Z“. Diese lasse sich auch dadurch plausibel erklären, dass sich in jungen Jahren die Identität noch stärker ausbilde. Mit ihrem langen Untersuchungszeitraum wirft die neue Studie auch ein Schlaglicht darauf, dass mediale Darstellungen, die Frauen herabwürdigen, nicht erst mit Tiktok und Co. zum Problem wurden. Die Autoren nennen vielfältige Beispiele: So warb etwa eine bekannte Billig-Airline 2012 mit einer lasziv posierenden Frau in Dessous und dem Slogan „Red Hot Fares & Crew!“ (Deutsch: „Heiße Angebote & Crew!“) und im Videospiel-Klassiker „Grand Theft Auto“ kommen weibliche Charaktere vorrangig als Prostituierte oder Tänzerinnen an der Stange vor. Und selbst wer nur Nachrichten schaut, bekommt vielfach frauenfeindliche Sichtweisen auf den Bildschirm transportiert. Donald Trumps auf Video festgehaltene Äußerung „Grab them by the pussy“ (etwa: „Greif ihnen zwischen die Beine“) sorgte im US-Wahlkampf 2016 zwar für Schlagzeilen, hinderte die US-Amerikaner – und -Amerikanerinnen – allerdings nicht daran, ihn gleich zweimal zum Präsidenten zu wählen. Lesen Sie auchFrauenfeindliche Medieninhalte trügen dazu bei, den geringeren gesellschaftlichen Status der Frauen im Vergleich zu Männern zu zementieren, so das Fazit der Studienautoren.Krug ergänzte: „Eine zentrale Implikation der Metaanalyse ist, dass mediale Darstellungen von Frauen nachweislich beeinflussen können, wie über Frauen gedacht wird und wie Frauen sich selbst wahrnehmen. Medien spiegeln dabei gesellschaftliche Normen wider, können diese aber auch verstärken – insbesondere, wenn misogyn geprägte Narrative häufig reproduziert werden.“Wie sehr sich Menschen in dieser von Abwertung geprägten Haltung verstricken können, zeigt aktuell auch die Netflix-Dokumentation „Inside the Manosphere“. Dort widmet sich der britische TV-Journalist Louis Theroux dem düsteren Konglomerat aus Frauenverachtung, Fitness, Pornografie, Kryptowährungen, Homofeindlichkeit und Verschwörungsideologien, das von Influencern wie Tate dominiert wird.Und wie ließe sich gegensteuern? Das Forschungsteam betont, Produzenten von Medieninhalten müssten Frauen in weniger diskriminierender und negativer Art und Weise darstellen. Geschehe dies nicht, könnten die Auswirkungen angesichts der großen Beliebtheit digitaler Plattformen, über die sich frauenfeindliche Narrative besonders stark verbreiten, noch zunehmen. „Schulen, Organisationen und Branchen müssen Misogynie als strukturelles Problem anerkennen. Misogynie ist kein Problem der Frauen, sondern ein gesellschaftliches Problem, das vor allem von Männern ausgeht und daher auch dort adressiert werden muss“, meint Krug. Auch Online-Plattformen müssten stärker zur Verantwortung gezogen werden, etwa durch bessere Mechanismen zum Melden von Inhalten.Larissa Schwedes, dpa/lpi
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Entities

8 identified
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andrew tate
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