Die
Lufthansa will am
Münchner Flughafen weiter wachsen. Dazu soll auch das bestehende Terminal 2 im Erdinger Moos erweitert werden. Das verriet
Lufthansa-Chef
Carsten Spohr bei einer Feierstunde zum 100. Geburtstag der Airline am Montag. Spohr verkündete seine Neuigkeiten vor mehreren Hundert Gästen in einem Hangar, in dem auch ein Langstreckenflugzeug des Typs
Airbus A350-900 geparkt war.Die Idee ist nicht neu, wurde aber wegen der Corona-Pandemie damals zurückgestellt. Seither verzeichnet der
Münchner Flughafen Jahr für Jahr wieder mehr Passagiere. Vergangenes Jahr starteten und landeten in
München 43,4 Millionen Passagiere pro Jahr, zum Vergleich: Vor der Pandemie waren es mehr als 47 Millionen.SZ Good News:Gute Nachrichten aus
München – jetzt auf Whatsapp abonnierenMehr positive Neuigkeiten im Alltag: Die
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München und der Region. So können Sie ihn abonnieren.Das neue Gebäude, das T-förmig nach Osten an das bestehende Satellitengebäude des Terminal 2 angebaut wird, soll die Abfertigung von bis zu zehn Millionen zusätzlichen Passagieren ermöglichen. Laut
Heiko Reitz, dem Leiter des
Lufthansa-Drehkreuzes in
München, soll der Anbau im Jahr 2035 fertig sein, wie viele Maschinen dann dort Platz finden, ist noch offen. Ziel ist es aber, mehr direkte Andock-Möglichkeiten zu schaffen, insbesondere auch für die großen Langstreckenflugzeuge.Über die Kosten äußerten sich weder die
Flughafengesellschaft FMG noch die
Lufthansa, nur so viel: Die Finanzierung trägt zu 60 Prozent die FMG, den Rest die Fluglinie. Zur Orientierung, der Anbau an das neue Terminal 1, in dem die
Lufthansa nicht tätig ist und der Mitte April eröffnet werden soll, hat nach Angaben der FMG 646 Millionen Euro gekostet. Jetzt steige man in die Planungen ein, sagte Reitz. Über einen möglichen Baubeginn wollte er nicht spekulieren. Bis der erste Spatenstich gesetzt wird, werden noch einige Jahre ins Land ziehen, allein das Planfeststellungsverfahren bis zu Baugenehmigung kann sich bei so großen Projekten mehrere Jahre dauern.
Lufthansa-Chef Spohr und Bayerns Finanzminister
Albert Füracker (CSU) erklärten, dass die
Lufthansa und der Flughafen ihr Joint Venture, also ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit, um 20 Jahre bis zum Jahr 2056 erneuert haben. Spohr betonte die Bedeutung des Standortes
München, wo
Lufthansa 140 Maschinen stationiert hat und von wo aus 140 Ziele weltweit angeflogen werden.
München ist nach Frankfurt das zweite große Drehkreuz der
Lufthansa in Deutschland. Etwa zwei Drittel der
Lufthansa-Passagiere nutzten den Münchner Airport nur zum Umsteigen.So soll das vergrößerte Terminal 2 aussehen. T2/AMD SigmaEine dritte Startbahn, so Spohr, werde heute in
München nicht gebraucht, man solle sich einer weiteren Piste in Zukunft aber nicht verschließen, sagte er. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte in seiner Ansprache: „Über Startbahnen reden wir heute nicht, wir haben noch genügend.“ Söder sagte, der Flughafen, dessen größter Gesellschafter der Freistaat ist (weitere Anteile gehören dem Bund und der Stadt
München), pflege seit 2003 eine einzigartige Beziehung mit der
Lufthansa.Seit damals betreiben der Airport und die
Lufthansa das Terminal 2 gemeinsam. Die Fluglinie bringe 4000 Arbeitsplätze, so Söder. Hier sei auch „Patriotismus“ angebracht, die
Lufthansa sei ein deutsches Unternehmen, man dürfe nicht alles auslagern, sondern müsse auch die hiesige Wirtschaft stärken. Man brauche als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Anbindungen mit der Luftfahrt. Der Flughafen sei Bayerns Tor zur Welt und wichtig für den Erfolg der Region
München.In jüngster Zeit hatte der Airport allerdings mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. So mussten im Februar dieses Jahres 600 Passagiere in Flugzeugen übernachten, die zunächst wegen heftigen Schneefalls, dann wegen des Nachtflugverbots nicht mehr starten konnten. Wegen offensichtlicher Mängel in der Kommunikation wurden die Fluggäste nicht aus ihren Maschinen mit Bussen abgeholt. Der Flughafen arbeitet noch immer an der Aufklärung.