PfadnavigationHomeSportFußballWM-Play-offsItalien einmal mehr am AbgrundStand: 24.03.2026Lesedauer: 3 MinutenGibt es die nächste Weltmeisterschaft ohne
Italien? Die Antwort werden die Play-offs liefernQuelle: picture alliance/Pacific Press/Fabrizio Andrea BertaniVier Weltmeistertitel hat
Italien schon. Nun droht die stolze Fußball-Nation, die dritte WM in Folge zu verpassen. Die Stimmung vor den Play-offs ist angespannt. Der Verbandspräsident spricht über Reformen.Vor den mit Spannung und Angst erwarteten Play-offs gibt sich
Gennaro Gattuso betont entspannt und selbstbewusst. „Jeder weiß, was für uns auf dem Spiel steht und wie wichtig dieses Spiel für uns ist. Wir tun, was wir tun müssen, mit großer Gelassenheit“, sagte der italienische Nationaltrainer und Weltmeister von 2006 vor dem Halbfinal-Showdown gegen
Nordirland am Donnerstag.
Italien droht zum dritten Mal nacheinander die WM-Endrunde zu verpassen. 48 Mannschaften beim Mega-Event in den USA,
Kanada und
Mexiko und die Squadra Azzurra ist nicht dabei? Für die stolze Fußball-Nation wäre das eine sportliche Katastrophe.Gattuso weiß das natürlich. Und vielleicht redet der 48-Jährige genau deshalb sein Team stark. „Diese Spieler sind keine Anfänger. Sie haben viel gewonnen, sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft“, sagte er im Trainingslager in Florenz. „Ich glaube fest an diese Mannschaft. Wir haben eine große Chance, und wir wollen keine Ausreden.“Schlechte Erfahrungen mit Play-offsDie wollen die italienischen Fans auch nicht. Unter vielen Anhängern ist die Stimmung skeptisch und angespannt. Schon in der Gruppenphase sahen sich die Nationalspieler mehrmals heftigen Unmutsbekundungen ausgesetzt.Beim späten 2:0-Sieg in der
Republik Moldau sprach Gattuso in diesem Zusammenhang noch von einer Schande, nach der demütigenden 1:4-Niederlage zum Abschluss gegen Gruppensieger
Norwegen bat er um Verzeihung. Der frühere Mittelfeld-Anführer verantwortet seit dem vergangenen Sommer eine Auswahl, die schon länger im Tief steckt.Lesen Sie auch„Im Sport dreht sich alles um Zyklen, aber dieser im Fußball dauert schon viel zu lange“, sagte Italiens Sportminister
Andrea Abodi jüngst. Eine ganze Generation italienischer Kinder hat keine Erinnerungen an ein WM-Spiel ihrer Nationalmannschaft.
Italien war letztmals 2014 bei einer Weltmeisterschaft„Für Generationen von Italienern war die Weltmeisterschaft die Zeit, in der das Land zusammenkam und unsere Flagge schwenkte“, sagte Abodi der Zeitung „La Stampa“ und ergänzte: „Unser Nationalgefühl geht heute über den Fußball hinaus, aber es wäre trotzdem schön, diese Emotionen mit jüngeren Fans zu teilen.“Lesen Sie auchDie bis dato letzte Partie der Italiener bei einer WM-Endrunde war das 0:1 gegen Uruguay am 24. Juni 2014 in Brasilien. Der viermalige Weltmeister schied in der Gruppenphase aus. 2018 scheiterte die Squadra Azzurra in den Play-offs der Qualifikation an Schweden (0:1, 0:0). Vier Jahre später bedeutete eine Niederlage gegen Nordmazedonien (0:1) im Halbfinale der Play-offs das Ende aller WM-Träume.Der Negativtrend, der durch den überraschenden Titel bei der Europameisterschaft 2021 kurz unterbrochen wurde, hat in
Italien Diskussionen angestoßen, die weit über die Nationalmannschaft hinausgehen. Mit einem neuen Nachwuchskonzept will Verbandspräsident Gabriele Gravina den italienischen Fußball nach vorne bringen.Wales oder Bosnien-Herzegowina wären der FinalgegnerAus seiner Sicht werde bislang zu viel Wert auf Taktik gelegt. Man müsse sich von defensiven Herangehensweisen lösen, bei denen das „Gewinnen um jeden Preis“ im Vordergrund steht, erklärte er. Kurzfristig hilft das jedoch natürlich nicht und auch Gravina würde wohl auch Erfolge in den Play-offs gerne nehmen, die nicht schön herausgespielt sind.Setzen sich die Italiener an diesem Donnerstag in Bergamo gegen
Nordirland durch (20.45 Uhr/DAZN und im WELT-Liveticker), heißt der Gegner im Finale am kommenden Dienstag entweder Wales oder Bosnien-Herzegowina. Gegen
Nordirland hat
Italien seit 1958 nicht mehr verloren. Sechs Siege und zwei Unentschieden gab es seitdem. In den jüngsten sieben Partien davon blieb
Italien ohne Gegentor.Klappt es mit der Qualifikation, trifft das Gattuso-Team bei der WM in Gruppe B auf
Kanada, Katar und die Schweiz.dpa/step