PfadnavigationHomeRegionalesHamburgTimmendorfer StrandWeitere Rettungsversuche vergeblich – die Lage des Buckelwals in der
Ostsee wird prekärerStand: 16:44 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Wal ist an der Ostseeküste vor
Niendorf Quelle: Ulrich Perrey/dpaDas Schicksal des vor
Timmendorfer Strand gestrandeten Buckelwals beschäftigt viele Menschen. Es wird weiter versucht, das Tier zu retten. Wie stehen die Chancen?Das Schicksal des in der
Lübecker Bucht vor
Niendorf gestrandeten Wals beschäftigt viele Menschen. Seit Montagfrüh liegt das Jungtier auf einer Sandbank vor
Niendorf, einem Ortsteil von
Timmendorfer Strand. Noch hunderte Meter entfernt sind die brummenden Töne zu hören, die es von sich gibt. Lesen Sie auchNach Angaben von
Sea Shepherd handelt es sich um einen jungen
Buckelwal. Am Nachmittag sollte ein weiterer Rettungsversuch starten. Zuvor wurde der von flachem Wasser umgebene Wal unter anderem mit einer Drohne vermessen. Versucht werden sollte nun, das Tier mit Hilfe eines Saugbaggers zu befreien, wie Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) und Bürgermeister
Sven Partheil-Böhnke bekanntgaben. „Wir werden alles versuchen, um das Tier zu retten“, sagte der Bürgermeister. Die Sandbank, auf der der Wal liegt, sollte so weit abgetragen werden, dass der Wal wegschwimmen kann. Strandungsstelle weiträumig abgesperrtMit Bauzäunen und rot-weißem Flatterband ist der Strand rund um die Strandungsstelle abgesperrt. Immer wieder nähern sich Neugierige, Eltern heben ihre Kinder in die Luft, damit sie einen Blick auf den Wal erhaschen können. „Es ist schon traurig für das Tier. Man will gar nicht so schaulustig sein“, sagt eine Spaziergängerin, deren Familie in
Niendorf lebt. Aber irgendwie sei man doch neugierig. Sie hoffe, dass der Wal wieder freikommt. Ihr tue der Wal einfach nur leid, sagt eine andere Spaziergängerin. Ähnlich äußern sich andere Passanten. „Der arme Kerl. Ich hoffe, er kann noch gerettet werden“, sagt auch
Stefan Stauch, der mit seiner Frau aus dem einige Kilometer entfernten
Scharbeutz gekommen ist. In der Nacht hätten sie den Wal hören können. „Wir hatten gehofft, dass er mit der ansteigenden Flut in der Nacht wieder freikommt, aber das hat nicht funktioniert.“Das Hochwasser gegen Mitternacht habe nicht ausgereicht, dass sich das etwa zehn Meter lange Tier aus eigener Kraft hätte freischwimmen können, sagte ein Polizeisprecher. Der Meeressäuger war in der Nacht zum Montag vor
Niendorf entdeckt worden. Alle Versuche, den Wal von der Sandbank zu bekommen, schlugen zunächst fehl.Die Rettungsmaßnahmen würden immer wieder von Schaulustigen gestört, sagte Bürgermeister
Sven Partheil-Böhnke. Einige hätten versucht, mit Booten an das Tier heranzufahren oder Absperrungen zu umgehen. Annäherungsversuche versetzten den Wal in Panik und erschwerten die ohnehin komplexen Maßnahmen.Eine Tötung steht nicht im RaumEine Tötung des jungen Buckelwals, um ihn von möglichem Leiden zu erlösen, ist nach Angaben der ITAW-Leiterin Ursula Siebert keine Option. Es gebe internationale Absprachen, was gemacht werden könne und wie. „Je größer der Wal ist, desto schwieriger wird das ganze“, erklärte Siebert. Auch die Gegebenheiten vor Ort seien ungünstig.Das Deutsche Meeresmuseum teilte mit, im Grunde sei das Wasser zu flach für den Wal, aber zu tief für eine gezielte Tötung. „Zudem gibt es bei einem solchen großen Wal keine zuverlässige Methode der Euthanasierung, mit der man weiteres Leiden vollständig ausschließen kann.“Je länger die Strandung dauert, desto schwächer wird der WalWie es dem Wal tatsächlich geht, sei sehr schwierig zu beurteilen, sagte Siebert. Das Tier sei noch in einem guten Ernährungszustand, habe aber Hautveränderungen. Je länger es in der jetzigen Position liege, desto schwächer werde es. Momentan sei aber die Einschätzung, dass es noch Lebenswillen habe.Nach Einschätzung der Experten des Meeresmuseums sind die Überlebenschancen gering: „Der Gesundheitszustand des Wals ist besorgniserregend, sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend.“ Und selbst wenn er freikommt: Die
Ostsee sei nicht dauerhaft für den Wal geeignet, hieß es. Es gebe zahlreiche Störungen etwa durch den Schiffsverkehr, zudem Engstellen in dänischen Gewässern.lno/jlau