PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBundestagAfD empfängt
MAGA-Vertreter in
Berlin – trotz Differenzen über Iran-PolitikStand: 26.03.2026Lesedauer: 3 MinutenStefano Forte (r.), Präsident des
New York Young Republican Club, steht neben
Markus Frohnmaier, außenpolitischer Sprecher der
AfD-BundestagsfraktionQuelle: Michael Kappeler/dpaTrotz Kritik an Donald Trumps Außenpolitik baut die
AfD ihre Kontakte in die USA aus. In
Berlin trafen Abgeordnete einen republikanischen Aktivisten und
MAGA-Unterstützer. Hintergrund sind Differenzen etwa beim Iran-Konflikt.Vor dem Hintergrund von Meinungsverschiedenheiten über den Angriff der USA und Israels auf den Iran haben sich führende
AfD-Bundestagsabgeordnete in
Berlin mit US-Vertretern getroffen. Eingeladen zu einer Vortragsveranstaltung war der Präsident des
New York Young Republican Club und glühende Trump-Unterstützer
Stefano Forte. Der Club ist eine Jugendorganisation der Republikaner.Auch
David Goldman, Berater im US-Außenministerium in Washington, verfolgte die
AfD-Veranstaltung als Gast und unterhielt sich im Nachgang mit
AfD-Abgeordneten. Auf dpa-Nachfrage wollte er aber keinen Kommentar abgeben. Donald Trumps „Make America Great Again“-Bewegung (
MAGA) und die
AfD stehen sich inhaltlich besonders in der Migrations- und Gesellschaftspolitik nahe.Lesen Sie auch„Große Schnittmengen mit der
MAGA-Bewegung“„Wir haben große Schnittmengen mit der
MAGA-Bewegung in den Vereinigten Staaten. Und darum ist es nur folgerichtig, dass wir miteinander im Austausch sind“, sagte der außenpolitische Sprecher und Organisator der abendlichen Veranstaltung im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages,
Markus Frohnmaier. Er hatte Forte im Dezember in New York besucht.Forte nannte die
AfD in seiner Rede die „natürlichen Freunde“ der US-Republikaner und forderte ein Ende der sogenannten Brandmauer, mit der sich CDU und CSU von der
AfD politisch abgrenzen. Diese müsse fallen wie 1989 die Berliner Mauer.Frohnmaier und andere
AfD-Politiker bemühen sich seit dem Amtsantritt von Trump verstärkt um intensive Kontakte nach Washington. Es gab mehrere USA-Trips und Treffen mit Republikanern, ein Social-Media-Berater Trumps kam im vergangenen Jahr zum Vortrag in die
AfD-Bundestagsfraktion nach
Berlin. US-Außenminister
Marco Rubio wiederum hatte sich offen an die Seite der
AfD gestellt und den Umgang des Bundesverfassungsschutzes mit ihr kritisiert.Kritik an US-AußenpolitikNach der US-Militäraktion in Venezuela, dem Konflikt um Grönland und dem Beginn der US-Angriffe auf den Iran hat sich die
AfD-Spitze zuletzt aber zunehmend kritisch über Trumps Außenpolitik geäußert.Das ändere nichts an den Beziehungen zu Partnern, sagte Frohnmaier. Manchmal wichen die Interessen ab. Das sei „ein völlig normaler und natürlicher Vorgang unter Partnern“. Forte sagte, zwischen Partnern gebe es Raum für Meinungsunterschiede. Die Beziehungen zwischen der
MAGA-Bewegung und der
AfD seien stark.Kurz vor der Veranstaltung hatte der „Politico“-Podcast „Inside
AfD“ berichtet, Fraktionschefin Alice Weidel habe ihre Fraktionskollegen dazu aufgefordert, die Kontakte zu den Young Republicans herunterzufahren, ebenso wie Reisen von
AfD-Abgeordneten in die USA.„Diese Information ist mir so nicht bekannt“, sagte Frohnmaier dazu. In Parteikreisen wurde allerdings bestätigt, dass „nicht mehr in so einer großen Mannstärke“ in die USA gereist werden und etwas dosierter vorgegangen werden solle. Frohnmaier sagte: „Es ist etwas völlig Normales, dass so etwas eben auch gut geplant wird und sinnvoll durchgeführt. Immerhin geht es ja auch um Steuergelder.“dpa/ceb