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THU · 2026-03-26 · 09:14 GMTBRIEF NSR-2026-0326-36530
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NSR-2026-0326-36530News Report·DE·Public Health

In Deutschland gibt es erste Fälle der MPox-Variante Klade Ib

In Deutschland sind erstmals Fälle der Mpox-Variante Klade Ib aufgetreten, nachdem diese Variante im vergangenen Jahr in Afrika zu etwa 45.000 Erkrankungen geführt hat. Mpox, eine Zoonose, wird vermutlich von Hörnchen auf Menschen übertragen.

Daniela Remus, NDRTagesschau (ARD)Filed 2026-03-26 · 09:14 GMTLean · CenterRead · 4 min
In Deutschland gibt es erste Fälle der MPox-Variante Klade Ib
Tagesschau (ARD)FIG 01
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In Deutschland sind erstmals Fälle der Mpox-Variante Klade Ib aufgetreten, nachdem diese Variante im vergangenen Jahr in Afrika zu etwa 45.000 Erkrankungen geführt hat. Mpox, eine Zoonose, wird vermutlich von Hörnchen auf Menschen übertragen. Frühere Studien deuteten auf schwerere Krankheitsverläufe und höhere Sterblichkeitsraten bei Klade Ib hin, was die WHO zu einer internationalen Notlage veranlasste. Aktuelle Beobachtungen in Afrika zeigen jedoch, dass die Sterblichkeitsraten zwischen Klade Ib und Klade II, der Variante, die 2022 einen weltweiten Ausbruch verursachte, sich nicht drastisch unterscheiden. Experten wie Virologe Andreas Nitsche und WHO-Epidemiologe Olivier le Poulain sehen keine Evidenz dafür, dass Klade Ib gefährlicher ist als Klade II. Die Schwere der Erkrankungen ist eher mild.

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Mpox ist eine Zoonose, also ein Virus, das von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann.

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Seit Anfang des Jahres sind in Deutschland Ansteckungsfälle mit dieser Variante aufgetaucht.

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Es gibt keine Evidenz dafür, dass Klade Ib gefährlicher ist als Klade II.

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Die Mpox-Klade Ib hat im vergangenen Jahr rund 45.000 Erkrankungen in mehr als 20 afrikanischen Ländern verursacht - auch Todesfälle. Seit Anfang des Jahres sind in Deutschland Ansteckungsfälle mit dieser Variante aufgetaucht. Mpox ist eine Zoonose, also ein Virus, das von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann; vermutlich von verschiedenen Hörnchen, wie jüngste Erkenntnisse des Helmholtz Instituts für One Health in Greifswald kürzlich zeigen konnten. Schon lange ist bekannt, dass die Mpox-Viren, früher unter dem Namen Affenpocken bekannt, in zwei Varianten vorkommen. Klade Ib ist vor allem in Zentralafrika verbreitet, Klade II kommt besonders in Westafrika vor. Letztere hatte 2022 einen weltweiten Ausbruch verursacht, vor allem bei Männern, die Sex mit Männern hatten. Doch die Krankheitslast war eher moderat und Todesfälle selten. Als sich dann aber 2024 in Subsahara-Afrika die Variante Klade Ib ausbreitete, war die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und auch die Wissenschaftscommunity alarmiert. Zwischenzeitlich hatte die WHO eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite ausgerufen, denn diese Variante galt als sehr viel gefährlicher als Klade II. Grundlage dafür waren dem Virologen und Pocken-Spezialisten Andreas Nitsche vom Robert Koch-Institut zufolge Studien aus den 1970er Jahren, die in Afrika und Zentralafrika gemacht worden waren. Darin habe man festgestellt, "dass es zu schwereren Verläufen kommt und mehr Menschen versterben." Er vermutet, dass es daran gelegen habe, dass die Studien nicht alle Alterskohorten gleichermaßen berücksichtigt hatten und dadurch eine Schieflage entstanden sei, weil beispielsweise Kinder oder immungeschwächte Menschen besonders anfällig für einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf seien. Mittlerweile aber sei die Einschätzung einer höheren Gefährlichkeit bei Infektionen mit der Klade Ib so nicht mehr haltbar, sagt der Virologe. Die aktuellen Beobachtungen in den betroffenen afrikanischen Ländern zeigten, dass sich die Sterberaten zwischen den Varianten, entgegen den ersten Befürchtungen, nicht drastisch voneinander unterschieden. "Man ist vor diesem Ausbruch bei Klade Ib von Sterberaten von bis zu 16, 17 Prozent ausgegangen. Das ist wahnsinnig viel, und das erreichen wir im Moment eigentlich bei keiner Klade", so Nitsche. Und Olivier le Poulain, Epidemiologe bei der WHO in Genf ergänzt: "Es gibt keine Evidenz dafür, dass Klade Ib gefährlicher ist als Klade II. Die Schwere der Erkrankungen ist eher mild, und die Sterblichkeit liegt im Durchschnitt nur bei rund 0,5 Prozent." Genetisch unterscheiden sich die beiden Kladen voneinander. Aber die Unterschiede sind eher gering. Hinzu kommt, dass Mpox-Viren, so wie auch die Menschenpocken (Variola), zu den größten uns bekannten Viren gehören. Sie haben ein ausgesprochen komplexes Genom und sind sogenannte doppelsträngige DNA-Viren. "Das bedeutet, dass sich bei ihrer Vermehrung in den Wirtszellen sehr viel seltener Mutationen einschleichen als es beispielsweise bei RNA-Viren, so wie es die Coronaviren sind, üblich ist", betont der Pockenforscher Andreas Nitsche vom RKI. "Man kann davon ausgehen, dass sich die Pockenviren 40-50% Mal weniger verändern als z.B. die SARS-Coronaviren, wenn die sich vermehren." Beide Mpox-Kladen Ib und II lassen sich von Mensch zu Mensch übertragen. Dafür bedarf es allerdings eines engen körperlichen Kontakts, vor allem mit den infizierten Hautstellen. Deshalb sind auch in Afrika vorwiegend junge Erwachsene mit vielen sexuellen Kontakten betroffen. Gefährlich sind Mpox-Infektionen für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, sagt Olivier le Poulain von der WHO in Genf. "Wir wissen heute: Das größte Risiko für eine schwere oder sogar tödliche Erkrankung ist ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch eine HIV-Infektion." Aber auch Mangelernährung, schlechte hygienische Verhältnisse und ein lückenhaftes Gesundheitssystem haben in den afrikanischen Ländern vermutlich die Ausbreitung befördert. Dass dort auch mehr Kinder erkranken als bei anderen Ausbrüchen, liegt an diesen Lebensumständen vermuten die Forschenden. Risikogruppen und Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung In Deutschland zirkuliert das Mpox-Virus seit 2022 vor allem unter Männern, die Sex mit Männern haben. In dieser Gruppe breitet sich jetzt auch vereinzelt die Variante der Klade Ib aus. Aber auch diese Krankheitsverläufe sind eher moderat, Todesfälle gab es bisher nicht. Der Internist Christian Hoffmann, der in Hamburg in einer Praxis zur Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten arbeitet, warnt deshalb auch davor, angesichts der vereinzelten Mpox-Fälle in Deutschland in Alarmismus zu verfallen. "Man muss immer sagen, das ist kein Coronavirus. Das ist ein Virus, das durch engen Kontakt übertragen wird, meistens durch Sex", so Hoffmann. "Wenn man sich die Zahlen in Deutschland anschaut, das sind noch nicht einmal 1 Prozent Frauen. Es sind schon Risikogruppen, die man relativ klar benennen kann, da muss sich bei dieser Infektion nicht jeder übermäßig Sorgen machen." Diese Einschätzung deckt sich mit der der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC und mit der des Robert Koch-Instituts. Das Mpox-Virus ist gekommen, um zu bleiben. Aber das Ansteckungsrisiko ist für die allgemeine Bevölkerung gering. Denn eine Impfung schütze, so die Forschenden - ähnlich wie die Corona-Impfung - zwar nicht vor einer Infektion, aber auf jeden Fall vor einem schweren Krankheitsverlauf.
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