kommentar Klingbeils Reformpläne Eine Rede, die vom Kanzler hätte kommen müssen Stand: 26.03.2026 • 13:04 Uhr Für seine Reformrede erntet Vize-Kanzler Klingbeil Lob. Zu recht. Denn
Deutschland leidet unter dem Stillstand. Nein-Sager wie
CSU-Chef Söder bremsen. Jetzt muss Tempo her - und eine Ruck-Rede des Bundeskanzlers. Jetzt wissen wir also wie
Lars Klingbeil Deutschland modernisieren will. Seine Rede hatte nicht die Wucht der "Agenda-Rede" von
Gerhard Schröder. Es ist dennoch gut, dass Klingbeil diesen Aufschlag gemacht und einen Impuls gesetzt hat. Wenn es der Bundeskanzler schon nicht macht, dann eben sein Vize. Denn klar ist doch, um tiefgreifende Reformen kommt
Deutschland nicht herum. Das größte Problem ist nämlich nicht Migration, sondern der Stillstand. Es muss sich was bewegen. Gut also, dass wir jetzt wissen, wie Klingbeil
Deutschland bewegen will. Lars Schröder nennen ihn einige jetzt lobend, oder Gerhard Klingbeil. Doch diese Macht hat die Rede nicht. Das kann sie ja auch gar nicht haben. Denn
Gerhard Schröder hat seine Agenda-2010-Rede als Bundeskanzler gehalten, er hatte die Richtlinienkompetenz und an seiner Seite stand ein kleiner grüner Koalitionspartner. Aber vor allem hatte Schröder keinen
Markus Söder in der Koalition, der ihm dazwischenfunkte. Und genau dieser Söder schickt sich jetzt an, der maßgebliche Bremser zu sein. Verwundert das? Nein. Denn Söder geht es ja hauptsächlich um
Bayern. Und um sich selbst natürlich. So hat er vergangene Woche schon erklärt, was er alles nicht will. Der Nein-Sager aus
Bayern will das Ehegattensplitting nicht abschaffen, die kostenlose Mitversicherung in der Krankenversicherung nicht und die Reichen zur Kasse bitten durch höhere Steuern, das will er auch nicht. So macht man Schlagzeilen, aber keine konstruktive Politik. Der
CSU-Landesgruppenchef
Alexander Hoffmann hat zunächst gezeigt wie man professionell und verantwortungsbewusst handelt. Ruhig bleiben, sich erstmal alles genau anschauen, intern diskutieren und nach Lösungen suchen. Warum er dann plötzlich doch Kritik übt, lässt sich nur erahnen. Am Ende wird jeder,
SPD,
CDU und
CSU, Positionen räumen müssen und nicht nur auf die eigenen Interessen bestehen. So wie Klingbeil es gemacht hat. Er ist bereit, bei der Rente und bei Arbeitszeiten nachzugeben. Es wäre besser gewesen,
Friedrich Merz hätte eine entsprechende Ruck-Rede gehalten. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Redaktioneller Hinweis Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin wieder und nicht die der Redaktion.