Wahl eines Parteichefs im Mai Höne konkurriert mit Dürr um
FDP-Vorsitz Stand: 26.03.2026 • 13:06 Uhr Der Landesvorsitzende der NRW-
FDP,
Henning Höne, hat seine Kandidatur für den Bundesvorsitz erklärt. Entsprechende Informationen der "FAZ" wurden dem WDR bestätigt. Im Mai wählt die Partei einen neuen Bundesvorsitz. Es war allgemein erwartet worden, dass Höne seine Bereitschaft erklären wird. Nach den schwerwiegenden Wahlniederlagen in
Baden-Württemberg und
Rheinland-Pfalz hat am Montag der komplette Bundesvorstand der Partei angekündigt, zurückzutreten. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er, die
FDP sei die einzige Partei die sage: "Wir glauben an Dich, das kannst Du allein. Und wir schaffen die Bedingungen dafür". Man habe für eine strategische Neuaufstellung schon zuviel Zeit verstreichen lassen. Höne galt schon vor einem Jahr als möglicher Kandidat auf den Bundesvorsitz, nachdem die Partei aus dem
Bundestag geflogen war. Damals setzte die
FDP jedoch auf den bisherigen Fraktionschef im Bund,
Christian Dürr. Er wird jetzt einer der wahrscheinlichen Gegenkandidaten Hönes sein, denn Dürr plant, erneut anzutreten. Auf die Frage, ob Dürr überhaupt noch einem Bundesvorstand angehören solle, sagte Höne der "FAZ" deutlich: "Nein. Der Neustart muss mit neuen Köpfen gelingen". Schon am Montag verdichteten sich die Anzeichen, dass Höne seine Kandidatur vorbereitet. Der Landesverband hatte zunächst nur den Generalsekretär
Moritz Körner das desaströse Ergebnis aus
Rheinland-Pfalz kommentieren lassen, bisher hatte das in der Regel Höne übernommen. Die Freidemokraten holten nur 2,1 Prozent der Stimmen. Körner betonte, dass es eine "Neuaufstellung der Partei auf dem Bundesparteitag im Mai braucht". Das war als allgemeiner Fingerzeig gewertet worden, dass die nordrhein-westfälische
FDP auf mehr Einfluss in der Bundespartei pocht. Nachdem die Partei 2013 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war, hatte der Landesverband maßgeblich zur sinnbildlichen Auferstehung der Freidemokraten beigetragen. Der damalige
FDP-Fraktionschef
Christian Lindner übernahm damals mit Vertrauten aus NRW die Parteiführung. Es folgte die Rückkehr in den
Bundestag und die schlussendliche Regierungsbeteiligung in der Ampel-Koalition mit
SPD und Grünen. Mehr "Havixbeck als Sylt" - Strack Zimmermann zieht zurück Jetzt will es wieder der größte Landesverband versuchen, die Partei aus einer existenziellen Krise zu führen.
Henning Höne ist 39 Jahre alt und sitzt seit 2012 im Landtag von NRW. Er stammt aus Coesfeld und steht für eine eher liberal-bürgerliche Ausrichtung der Partei. Zu Jahresbeginn forderte er, seine Partei müsse "weniger Sylt, sondern mehr Havixbeck" repräsentieren, womit er eine bodenständigere Ausrichtung der Partei meinte. Hönes Kandidatur ist eine Einzelbewerbung und damit auch eine Absage an eine mögliche Doppelspitze für die Partei. Für diese hatte sich zuvor schon die Düsseldorfer Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bereit erklärt. Nach Hönes Ankündigung zog sie ihre Kandidatur zurück. Auf mehreren Plattformen schrieb sie:
Henning Höne sei eine "kluge, starke, marktwirtschaftliche Stimme. Seine Kandidatur hat meine volle Unterstützung". Sendung: WDR 5, Westblick, Höne will
FDP-Chef werden, 26.03.2026, 17:05 Uhr