Ceconomy: Behörde in Österreich sperrt sich gegen gemeinsame Lösung +++ Flugbegleiter stimmen für Streiks bei der
Lufthansa +++ Eventim enttäuscht mit Prognose – Aktie stürzt ab +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
JD.com stößt bei Mediamarkt-Übernahme in Österreich auf WiderstandDie Übernahme der Elektronikhandelsketten Mediamarkt und Saturn durch den chinesischen Onlinehändler
JD.com könnte sich verzögern. Denn die österreichische Behörde für Investitionskontrolle hat Bedenken geäußert, ob sie die milliardenschwere Transaktion genehmigen wird. Das teilten
JD.com und
Cecononomy, die Holdinggesellschaft der Elektronikmärkte, am Freitagabend mit. Die kartellrechtlichen Freigaben haben die Unternehmen schon bekommen, aus
Frankreich und
Italien zudem die noch ausstehenden Genehmigungen für die Investitionskontrolle. Dabei geht es darum, ob eine Übernahme die Sicherheit des Landes beeinträchtigen könnte. In
Deutschland ist die Prüfung dazu Mitte Januar gestartet, Ceconomy rechnet „zeitnah“ mit einer Freigabe. Auch aus
Spanien. In Österreich hingegen „versperrt sich die Behörde einer gemeinsamen Lösungsfindung“, hieß es in der Mitteilung von Ceconomy. Dabei sei die Datenschutzrichtlinie schon so angepasst worden, dass sie den Standards von Luft- und Raumfahrtunternehmen ähnelten. „Es scheint ein Missverständnis darüber zu geben, was das Geschäftsmodell eines Handelsunternehmens ausmacht: Wir bringen Produkte in den Handel, schon heute, stellen sie aber nicht her“, ließ sich der scheidende Vorstandsvorsitzende
Kai-Ulrich Deissner in der Mitteilung zitieren.
JD.com teilte mit, dass es „intensiv“ mit der Behörde in Österreich zusammenarbeite, um eine Genehmigung für die Übernahme zu erhalten. „
JD.com glaubt fest an diese Partnerschaft für den europäischen Einzelhandel und wird weiterhin auf den Abschluss der Transaktion hinarbeiten“, hieß es. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 23,1 Milliarden Euro und mehr als 1000 Filialen ist Ceconomy einer der größten Elektronikhändler in Europa. Die Übernahme an einem Land scheitern zu lassen, wäre extrem unwahrscheinlich. Realistischer wäre, dass sich das Unternehmen aus Österreich zurückzieht, um die Übernahme vollziehen zu können. Maybrit MartschinFlugbegleiter stimmen für Streiks bei der
Lufthansa Lufthansa-Passagieren drohen neue Streiks: In einer Urabstimmung der Gewerkschaft
Ufo bei der Kerngesellschaft
Lufthansa und der Regionaltochter Cityline haben die Kabinenbeschäftigten mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt. Bei der Kerngesellschaft stimmten rund 94 Prozent für Streiks, bei der Cityline knapp 99 Prozent. Ein konkretes Streikdatum wurde nicht mitgeteilt.
Ufo-Vizechefin Sara Grubisic sagte: „Die Kolleg*innen haben ein klares Signal gesetzt: Sie sind bereit, für ihre Arbeitsbedingungen bei
Lufthansa und ihre soziale Absicherung bei
Lufthansa CityLine einzustehen – und diesen Weg auch konsequent zu gehen." Die Gewerkschaft hatte bei beiden Gesellschaften bereits Warnstreiks organisiert.Gründe für die Eskalation sind aus Sicht von
Ufo die festgefahrenen Verhandlungen zum Manteltarif bei
Lufthansa und eine fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen. Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll nach Aussagen des Managements im kommenden Jahr enden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen
Lufthansa City Airlines.In
Lufthansa sind derzeit viele Gruppen streikbereit. Zwar hatte sich die Fluggesellschaft erst an diesem Freitag mit Verdi auf einen Tarifabschluss für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten geeinigt und damit hier Streiks abgewendet. Allerdings ist der Streit um die Betriebsrenten der Piloten noch nicht beigelegt. Erst vor wenigen Wochen waren wegen eines Ausstands der Piloten Hunderte Flüge ausgefallen, die Reisepläne Zehntausender Passagiere wurden durchkreuzt. Auch bei der
Lufthansa-Tochter Eurowings und der
Lufthansa Cityline sprachen sich die Piloten kürzlich in Urabstimmungen für Streiks aus. Konkrete Streikdrohungen gab es nach zwei Streikwellen zuletzt nicht mehr. Jüngst kam mit einem Gesprächsangebot der
Lufthansa an die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Bewegung in den Tarifkonflikt. Nadine BösUS-Stahlkonzern Worthington kommt mit Klöco-Übernahme entscheidend voranDer amerikanische Stahlkonzern Worthington befindet sich auf der Zielgeraden bei seinem mehr als zwei Milliarden Euro schweren Vorhaben, den Düsseldorfer Stahlhändler und Metallverarbeiter Klöckner und Co (Klöco) zu übernehmen. Klöco teilte am Freitag mit, Worthington gehe davon aus, mit voraussichtlich 58,78 Prozent die Mindestannahmeschwelle seines Angebots an die Aktionäre zu erreichen. Worthington hatte die Schwelle vor rund zwei Wochen von vormals 65 Prozent auf 57,5 Prozent gesenkt; die Annahmefrist lief bis zum 26. März.Die Amerikaner wollen mittelfristig einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Klöco schließen, wie die Düsseldorfer weiter mitteilten. Ein solcher würde Worthington als dann beherrschendem Unternehmen Zugriff auf die Kasse von Klöco ermöglichen. Dies bedürfe aber noch „der Zustimmung der Hauptversammlung von Klöckner & Co“, heißt es weiter.Klöco hat mehrfach signalisiert, die Übernahmegespräche verliefen äußerst partnerschaftlich. Klöco-Chef Guido Kerkhoff hatte kürzlich der F.A.Z. gesagt, falls die Fusion wie geplant verlaufe, entstehe das zweitgrößte Metallhandels- und Metallverarbeitungsunternehmen in den Vereinigten Staaten. Die Folge seien bessere Einkaufskonditionen und eine breitere Kundenbasis. Klöco soll perspektivisch auch unter amerikanischer Eignerschaft weiter von Düsseldorf aus als eigenständige Konzerneinheit gemanagt werden. Standortschließungen oder Entlassungen sind nicht geplant. Tillmann NeuschelerMaues Jahr für Berater Die Geschäfte der Unternehmensberater in
Deutschland haben sich 2025 deutlich schwächer entwickelt als vom Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) ursprünglich erhofft. Der Gesamtumsatz der in den vergangenen Jahren eigentlich erfolgsverwöhnten Branche wuchs 2025 nur noch minimal um 0,5 Prozent auf 49 Milliarden Euro. Damit hat die Branche das erklärte Ziel, die 50-Milliarden-Euro-Marke zu übertreffen abermals verfehlt. Bei einer BDU-Umfrage Anfang des vergangenen Jahres hatten die Beratungsunternehmen im Schnitt noch mit einem Wachstum von 6,4 Prozent gerechnet. „Die ganze deutsche Wirtschaft hat sich nicht so gut entwickelt, wie ursprünglich erhofft“, sagte BDU-Präsidentin Iris Grewe bei der Vorstellung der Zahlen am Freitag. Die Mitarbeiterzahl hat sich dennoch leicht erhöht, die Beratungshäuser hätten „zu spät gebremst“, vermutet Grewe. Zugelegt hat das Beratungsgeschäft im vergangenen Jahr mit Energieversorgern (plus 5,4 Prozent) und dem öffentlichen Sektor (2,9 Prozent), deutlich geschrumpft ist es dagegen in der für die Berater sehr wichtigen Automobilbranche (minus 5,6 Prozent) und im Baugewerbe (minus 5,6 Prozent). Für das kommende Jahr zeigte sich der Verband trotz aller Rückschläge zuversichtlich: Der BDU prognostiziert für 2026 ein Wachstum der Branche von 4,5 Prozent. Dominik JägerLandeskriminalamt sieht keinen Anhaltspunkt für Tesla-Vorwurf gegen IG MetallDie Ermittlungen des Brandenburger Landeskriminalamts haben nach Vorwürfen des US-Elektroautobauers Tesla gegen die IG Metall keine Belege für eine illegale Abhöraktion ergeben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mit. „Im Ergebnis der dortigen Untersuchungen ergaben sich keine Anhaltspunkte für aufgezeichnete und/oder gespeicherte Aufnahmen auf dem Notebook.“ Es gebe auch „keine Daten, die darauf hindeuten könnten, dass das Mikrofon zur Tatzeit eingeschaltet war“.Tesla hatte Strafanzeige gegen einen Gewerkschaftssekretär der IG Metall erstattet und ihm vorgeworfen, er habe mit seinem Laptop heimlich und unerlaubt die Betriebsratssitzung am 10. Februar aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz ein. Die IG Metall erstattete Strafanzeige gegen Werksleiter André Thierig wegen des Vorwurfs der üblen Nachrede.Dominik JägerDeutsche Bahn macht 2025 erneut MilliardenverlustAbschreibungen beim Fernverkehr haben bei der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr erneut zu einem hohen Milliardenverlust geführt. Unter dem Strich verzeichnete der bundeseigene Konzern ein Minus von 2,3 Milliarden Euro, wie die Bahn mitteilte. Damit erhöhte sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,5 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür seien Wertminderungen bei der Unternehmenstochter DB Fernverkehr in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Die Sparte erwarte zukünftig aufgrund der anhaltenden Probleme bei der Infrastruktur deutlich niedrigere Umsätze. Da sich der Zustand des Netzes und damit auch die Pünktlichkeit nur langsam erholen, wirkt sich das längerfristig auf das Geschäft im Fernverkehr aus. Hinzu kommt, dass die Deutsche Bahn die gut laufende Logistiktochter DB Schenker im vergangenen Jahr verkauft hat. Damit fehlt dem Konzern nun ein wichtiger Gewinnbringer. Der Verkaufserlös ging nahezu ausschließlich in den Abbau des hohen Schuldenbergs, der dadurch im vergangenen Jahr laut Bahn um knapp 12 Milliarden auf nunmehr 20,7 Milliarden Euro abgebaut werden konnte. Maximilian SachseKein Streik beim Bodenpersonal:
Lufthansa und Verdi besiegeln Tarifvertrag Die
Lufthansa und Verdi haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt und damit Streiks beim Bodenpersonal abgewendet. Der Abschluss sieht Gehaltserhöhungen für die mehr als 20.000 Beschäftigten vor und einen langen Schutz vor Ausgliederungen, wie die Gewerkschaft am Freitag nach vier Verhandlungsrunden mitteilte. „Die Beschäftigten haben künftig im Durchschnitt gut 220 Euro monatlich mehr in der Tasche“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky. Dem Ergebnis müssen noch die Gewerkschaftsmitglieder in einer Befragung zustimmen.Dem Abschluss zufolge steigen die Grundgehälter in zwei Schritten um insgesamt 4,65 Prozent. Rückwirkend zum Januar 2026 gibt es 2,2 Prozent mehr Geld und ab März 2027 weitere 2,4 Prozent. Bei der Kernmarke
Lufthansa allerdings kommt die erste Erhöhung erst im Januar 2027. Die Ausbildungsvergütungen steigen insgesamt um 100 Euro. Zudem wurde eine finanzielle Aufwertung für technische Berufe vereinbart, die zu einem zusätzlichen Einkommensplus von bis zu fünf Prozent führen kann. Untere Einkommen bei der Frachttochter
Lufthansa Cargo und
Lufthansa Technik Logistik Services sollen überproportional steigen. Der Tarifvertrag läuft über 26 Monate bis Ende Februar 2028. Gewerkschaftsmitglieder erhalten zudem während der Laufzeit drei zusätzliche freie Tage.Ein zentraler Punkt der Einigung ist aus Sicht der Gewerkschaft ein achtjähriger Schutz des Personals aus der Passagier- und Flugzeugabfertigung vor Ausgliederungen in Firmen, die geringere Gehälter zahlen. „Dieses Tarifergebnis schafft Sicherheit in unsicheren Zeiten“, sagte Reschinsky. Die in den vergangenen Monaten oft diskutierte Ausgliederung, die wie eine Drohung über den Bodenbeschäftigten geschwebt habe, sei nun für lange Zeit ausgeschlossen. Dominik JägerGesamtumsatz der Dax-Konzerne sinkt das dritte Jahr in FolgeDer Gesamtumsatz der größten deutschen Börsenkonzerne ist 2025 das dritte Jahr in Folge gesunken. Er ging um 0,6 Prozent zurück, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigt. Besonders schwach verlief das vierte Quartal mit einem Umsatzminus von 3,3 Prozent und einem Rückgang des operativen Gewinns von 14 Prozent.Rückgänge gab es vor allem in wichtigen Auslandsmärkten: In Nordamerika sanken die Umsätze um vier Prozent, in Asien um neun Prozent. In Europa legten sie hingegen um drei Prozent zu. Zugleich sank der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Dax -Schwergewichte um vier Prozent, wie die Studie zeigt. Bei der Umsatzberechnung wurden Deutsche Bank und Commerzbank nicht berücksichtigt, da der Umsatz bei Banken keine aussagekräftige Kennziffer ist. Banken erzielen ihre Erträge nicht durch den Verkauf von Waren, sondern vor allem durch Zins- und Provisionsgeschäfte.„Insgesamt fällt die Bilanz des vergangenen Jahres äußerst bescheiden aus“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. Eine baldige Trendwende sei nicht in Sicht. Die schwachen Ergebnisse spiegelten den Zustand der deutschen Wirtschaft wider und zeigten die großen Herausforderungen für den Standort. Maybrit MartschinBahn trennt sich nach vier Monaten von Finanzchefin Dohm Die Deutsche Bahn trennt sich nach nicht einmal vier Monaten von Finanzchefin Karin Dohm. Beide Seiten hätten sich in Gesprächen einvernehmlich auf eine Beendigung der Zusammenarbeit verständigt, teilte der Staatskonzern am Donnerstagabend in Berlin mit. „Diese Entscheidung erfolgt ausdrücklich nicht aufgrund der in der Öffentlichkeit diskutierten Vorwürfe oder Mutmaßungen, mit denen der Aufsichtsrat sich eingehend befasst hat. Vor dem Hintergrund dieser Befassung besteht kein Anlass für einen Vertrauensentzug. Zweifel an der fachlichen Qualifikation, Integrität oder ordnungsgemäßen Amtsführung von Frau Dohm bestehen nicht.“Dohm hatte ihren Posten im Bahn-Tower am 1. Dezember angetreten. Zuvor war sie Finanzchefin bei der Baumarktkette Hornbach und früher lange für die Deutsche Bank tätig. Die Bahn betonte, es habe unterschiedliche Vorstellungen über die Ausgestaltung ihrer Funktion sowie Fragen der Unternehmensentwicklung gegeben. Laut „Süddeutscher Zeitung“, die bereits im Februar über die bevorstehende Trennung berichtet hatte, hatte Dohm den Konzernbetriebsrat gegen sich aufgebracht.Am Freitag will die Bahn ihre Bilanz für 2025 vorstellen und einen Ausblick auf das laufende Jahr geben. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuletzt bereits gemeldet, dass der chronisch unpünktliche Fernverkehr den Staatskonzern mit Abschreibungen tief in die roten Zahlen gedrückt hat. Unter dem Strich liegt das Minus der Bahn für 2025 demnach bei insgesamt 2,3 Milliarden Euro und damit noch höher als 2024. Susanne PreußHapag-Lloyd kostet blockierte Meerenge täglich MillionenDie Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, die zu den weltweit größten Schifffahrtslinien der Welt gehört, erwartet keine globalen Störungen der Lieferketten durch die Blockade der Meerenge von Hormus. Die Handelsschifffahrt über den Atlantik sowie den Pazifik verlaufe störungsfrei, erklärt Rolf Habben Jansen, Vorstandschef von Hapag-Lloyd. Transporte aus China und Südostasien nach Europa würden um Afrika herumgeführt. Das wiederum war schon gängige Praxis, seit die Huthi-Rebellen Ende 2023 begonnen hatten, Handelsschiffe im Roten Meer zu attackieren. „Dieser Konflikt ist geographisch eingegrenzt, im Gegensatz zur Pandemie, als die Lieferketten weltweit gestört waren“, sagte Habben Jansen in der Jahrespressekonferenz von Hapag-Lloyd.Weil Iran faktisch die Straße von Hormus blockiert, sitzen aktuell im Persischen Golf mehr als 2000 Handelsschiffe mit 20.000 Seeleuten fest, darunter sechs Containerschiffe von Hapag-Lloyd. Die Besatzung sei versorgt, versicherte Habben Jansen und bekräftigte, man lote alle Möglichkeiten aus, den Golf zu verlassen. Er antwortete ausweichend auf die Frage, ob auch das Angebot Irans geprüft werde, gegen eine Millionenzahlung die Meerenge zu passieren.Im Augenblick kostet der blockierte Seeweg die Reederei täglich Millionen. Allein eine Million Dollar werden für Lagerkosten veranschlagt. Zwar gibt es seit Kriegsbeginn keine Dienste mehr in die Golfregion. Doch Waren, die zu dem Zeitpunkt schon unterwegs waren in Richtung Golf, werden nun in anderen Häfen im weiteren Umkreis zwischengelagert. Dazu kommen hohe Kosten für zusätzliche Versicherungen und durch den allgemeinen Anstieg der Treibstoffpreise. Insgesamt rechne man mit Mehrkosten von 40 bis 50 Millionen Dollar pro Woche, sagte Habben Jansen. Einen Teil davon werde man vermutlich zeitversetzt durch Ausgleichszahlungen von Kunden ersetzt bekommen, so seine Erwartung.Der Irankrieg ändert nichts an den Plänen von Hapag-Lloyd, die israelische Reederei ZIM zu übernehmen. Aktuell sei man dabei, die nötigen behördlichen Genehmigungen einzuholen.Rebecca BoucseinBericht über Übernahmepläne von Pernod treibt Brown-Forman Aktien von Brown-Forman springen um 13 Prozent nach oben. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, der französische Spirituosenkonzern Pernod Ricard prüfe eine Übernahme des US-Konkurrenten. Die Aktien von Pernod drehen ins Minus und verlieren 4,4 Prozent. Zu den bekanntesten Marken von Brown-Forman gehören "Jack Daniel's" und "Southern Comfort". Nadine Bös„Ruinöse Importschwemme": Ein Thyssenkrupp-Werk steht temporär stillDie kriselnde Stahl-Tochtergesellschaft des Industriekonzerns Thyssenkrupp hat am Donnerstag die nächste schlechte Nachricht verkündet: Das Unternehmen fährt die Produktion eines speziellen Elektrostahls zurück, der für den Bau von Windrädern und Umspannwerken gebraucht wird. Der Grund: Eine „ruinöse Importschwemme" aus asiatischen Ländern, wie es Angelo Di Martino, Chef der zuständigen Sparte Thyssenkrupp Electrical Steel ausdrückt. Das Unternehmen stellt den sogenanntenn kornorientierten Elektrostahl an zwei Standorten her: in Gelsenkirchen und in Isbergues in
Frankreich. Schon über die Weihnachtsferien hatten die Anlagen dort stillgestanden, in Isbergues wird seit Januar nur mit der Hälfte der Kapazität produziert. Nun teilte das Unternehmen mit, das Werk in Isbergues von Juni bis September komplett abzuschalten. „Wir sehen uns mit Importpreisen konfrontiert, die teilweise weit unterhalb der Produktionskosten in der EU liegen", beklagt Di Martino. Im Bereich des kornorientierten Elektrostahls arbeiten für Thyssenkrupp in
Deutschland und
Frankreich insgesamt 1200 Menschen, deren Jobs der Mitteilung vom Donnerstag zufolge „gefährdet" sind.Aufgrund der Energiewende wird sich Marktstudien zufolge der globale Bedarf an kornorientiertem Elektroband bis 2050 verdreifachen. In Europa gibt es neben Thyssenkrupp Steel aber nur noch einen weiteren Hersteller dieses Spezialstahls: Stalprodukt SA aus Polen. Thyssenkrupp Steel vermutet, dass die asiatischen Hersteller eine gute Gelegenheit wittern, diesen Markt komplett für sich zu vereinnahmen und jetzt versuchen, die verbliebenen Produzenten in Europa mit Dumpingpreisen herauszudrängen. „Wir sind dazu in einem intensiven und guten Dialog mit der EU-Kommission und hoffen auf eine zeitnahe Einführung effektiver Safeguards. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen wirksamen Schutz", lässt sich Di Martino zitieren.Die schwierige Situation der Elektrostahlwerke dürfte auch die zäh verlaufenden Verhandlungen von Thyssenkrupp mit dem indischen Konzern Jindal Steel über einen Verkauf der Stahlsparte an Jindal nicht leichter machen. Weiterhin dringen aus den Gesprächen keine Fortschrittsmeldungen. In der Branche wird im Gegenteil vermutet, dass ein Scheitern wahrscheinlicher wird, je länger sich der Prozess zieht. Mehr ladenTickarooLive Blog Software