Die Golflegende
Tiger Woods rammt mit seinem Auto ein anderes Fahrzeug. Womöglich stand er dabei unter dem Einfluss von Rauschmitteln. Es ist nicht der erste Unfall des Golfers.
Tiger Woods und Zahlen – sie erzählen die Geschichte einer einzigartigen Karriere zwischen Triumph und Schmerz. 82 Siege auf der
PGA Tour, geteilter Rekord, dazu 15 Major-Titel, darunter fünf Siege beim
Masters in
Augusta. Dem gegenüber stehen viele Verletzungen, rund 14 Operationen, ein zerstörter Rücken und die schweren Folgen eines Autounfalls im Februar 2021, bei dem ihm beinahe das rechte Bein amputiert werden musste.Doch zu dieser Bilanz gehören auch wiederkehrende Missgeschicke im Straßenverkehr – zuletzt der Unfall am Freitag in seinem Wohnort Jupiter (Florida), der neue Fragen aufwirft. Denn kaum ein anderer Sportler vereint diese Extreme so wie Woods. Seit seinem ersten
Masters-Sieg 1997 hat er den Golfsport geprägt wie kein anderer. Auch nach Jahren voller Verletzungen gelang ihm 2019 mit dem fünften Triumph in
Augusta eines der spektakulärsten Comebacks der Sportgeschichte. Und doch wird seine Karriere längst ebenso durch Debakel definiert wie durch Siege. Der jüngste Zwischenfall fügt dieser Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu.Am Freitagnachmittag (Ortszeit) streifte Woods beim Überholen einen Pick-up-Truck mit Anhänger, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, das daraufhin zur Seite kippte. Anders als beim schweren Unfall 2021 blieb er diesmal körperlich unverletzt. Die Polizei beschrieb seinen Zustand, nachdem er selbst aus dem Fahrzeug geklettert war, jedoch als lethargisch und eingeschränkt. Woods wurde rund acht Stunden lang – wie in solchen Fällen üblich – festgehalten, und nach einem „Mugshot“ (Polizeifoto) wieder freigelassen. Ein Atemtest ergab 0,00 Promille Alkohol. Allerdings verweigerte Woods einen Urintest, sodass unklar bleibt, ob möglicherweise Medikamente oder andere Substanzen eine Rolle gespielt haben. Woods selbst oder sein Management äußerten sich bislang nicht zu dem Vorfall.Unfall kurz nach dem jüngsten ComebackDie Brisanz ergibt sich auch aus der Vergangenheit. Bereits im Mai 2017 war Woods in Jupiter unter dem Einfluss von Medikamenten schlafend in seinem Auto, bei dem der Motor lief, am Straßenrand festgenommen worden. In Verbindung mit dem aktuellen Unfall spekulieren Beobachter, ob im Wiederholungsfall strengere Konsequenzen drohen könnten, theoretisch sogar eine Gefängnisstrafe. Realistisch erscheint dies jedoch eher unwahrscheinlich. Da es keine Verletzten gab, dürften eher Auflagen, Geldstrafen oder ein möglicher Führerscheinentzug im Raum stehen.Besonders bemerkenswert: Der Unfall ereignete sich nur drei Tage nach seinem jüngsten Comeback. In der TGL Indoor-Liga absolvierte Woods lediglich neun Schläge, darunter vier Putts, zeigte aber mit einem Stinger, einem flach gehaltenen Abschlag mit 176 Meilen pro Stunde (283 Kilometer pro Stunde), dass seine Ballgeschwindigkeit weiterhin auf Tour-Niveau liegt. Seine Teilnahme ließ die Zuschauerzahlen der Liga deutlich steigen.Damit richtete sich der Blick auf das
Masters in
Augusta. Noch kurz vor dem Unfall hatte Woods betont, dass er „auf jeden Fall nach
Augusta kommen“ wolle. Doch kann der 50 Jahre alte Woods nach diesem Zwischenfall beim 90.
Masters vom 9. bis 12. April tatsächlich zum 27. Mal antreten? Die Einschätzung lag zuletzt bei etwa 50 Prozent. Nach dem Unfall ist die Situation unsicherer geworden. Zusätzliche Brisanz erhielt die Diskussion durch eine Aussage Donald Trumps, der Woods nach dem Freitagsunfall als „Freund“ bezeichnete, ihn nicht kritisierte und sein Mitgefühl äußerte. Der amerikanische Präsident behauptete, dass der Lebensgefährte seiner ehemaligen Schwiegertochter Vanessa Trump nicht beim
Masters antreten werde. So bleibt einmal mehr ein Bild, das seine gesamte Karriere widerspiegelt: zwischen Hoffnung und Zweifel, zwischen Rückkehr und Rückschlag.