PfadnavigationHomePanoramaLeuteEklat um Nationalhymne„Was hat
Heino mit rechts zu tun?” – Sänger tritt für geschassten Feuerwehrmann aufStand: 28.03.2026Lesedauer: 3 MinutenBühnendeko mit Bundesadler: Schlagersänger
Heino am Samstagabend in der Bad Belziger Albert-Baur-HalleQuelle: Michael Bahlo/dpaEin Brandenburger Feuerwehrmann spielte auf einer Veranstaltung die erste Strophe der Nationalhymne. Er wurde von seinen Aufgaben entbunden. Schlagersänger
Heino findet das ungerecht – und reist zu einem Solidaritätskonzert in die Provinz.Schlagersänger
Heino hat ein Konzert aus Solidarität mit einem Feuerwehrmann aus
Brandenburg gegeben, der wegen eines Streits um die erste Strophe des Deutschlandliedes geschasst wurde. Unter den rund 800 Zuhörern im Kurort
Bad Belzig waren einige Besucher, die aus dem Feuerwehrsport in den ostdeutschen Bundesländern kamen. Das Zusatzkonzert fand im Rahmen von Heinos Solo-Tour „Made in Germany“ statt.Hintergrund des Auftritts in
Bad Belzig ist ein Streit um das Abspielen der historisch belasteten Liedzeilen bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport im vergangenen Jahr in
Sachsen. Der Feuerwehrmann
Richard Münder aus
Bad Belzig wurde deshalb vom Feuerwehrverband von seinen Aufgaben entbunden.Der 87 Jahre alte
Heino sang vor einem Bühnenhintergrund mit großem Bundesadler und den Farben der Deutschlandfahne. Besucher tanzten zu alten Schlagern und Hits wie „Rosamunde“, „Karambo Karacho“ oder „Blau blüht der Enzian“. Auch beim Partyhit „Layla“ jubelten die Zuhörer. Einige Besucher schwenkten Deutschlandfahnen, andere trugen Schals in den Farben schwarz-rot-gelb. Es ertönten „
Heino“-Sprechchöre.
Heino singe in
Bad Belzig, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Feuerwehrmann eine zweite Chance verdient habe, sagte Heinos Manager
Helmut Werner. Zu immer wieder geäußerter Kritik,
Heino stehe rechts, sagte der Manager,
Heino habe sich für ein Verbot der
AfD ausgesprochen, sei früher
SPD-Wähler gewesen, und habe sich in Wahlkämpfen für die
CDU eingesetzt. „Was hat
Heino mit rechts zu tun? Nur weil er Volkslieder singt? Also ich finde, diese Leute, die das behaupten, sind ahnungslose Analphabeten“, kritisierte Werner.Feuerwehrmann weist Verdacht der Rechtslastigkeit zurückDie Aufnahme, die der Feuerwehrmann bei den Meisterschaften in
Torgau abspielte, stammt von dem Schlager- und Volksmusikstar mit der Sonnenbrille.
Heino hatte die Version mit allen drei Strophen in den 70er Jahren aufgenommen – auf Bitten des baden-württembergischen Ministerpräsidenten und einstigen NS-Marinerichters Hans Filbinger (
CDU), wie der Künstler betont hatte.Der Feuerwehrmann und Wettkampfrichter im Feuerwehrsport
Richard Münder sieht sich zu Unrecht als Alleinschuldiger diskreditiert und weist Vorwürfe der Rechtslastigkeit zurück. Er sagte zum Abspielen der ersten Strophe des Deutschlandliedes: „Ich bedauere, dass es zu diesem Missverständnis gekommen ist, aber ich verwehre mich dagegen, dass ich dort allein schuldig handelnd war, denn da sind andere Organisationselemente ebenfalls mitbeteiligt.“Lesen Sie auchDas „Lied der Deutschen“ wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1841 gedichtet. Allerdings wurde es von den Nationalsozialisten propagandistisch missbraucht für ihren Großmachtanspruch nach außen. 1952 hatte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) auf Bitten von Bundeskanzler Konrad Adenauer (
CDU) zugestimmt, einen Teil des Deutschlandliedes als Nationalhymne anzuerkennen. Diese besteht aus der dritten Strophe mit den Worten „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Die anderen Strophen sind allerdings nicht verboten.dpa/sebe