Der
Magdeburg" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="73942" data-entity-type="organization">SC
Magdeburg und die
Berlin" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="56129" data-entity-type="organization">Füchse
Berlin liefern sich das Handballspiel des Jahres. Nach dem spektakulären Sieg über den Meister ist
Magdeburg nun auf dem Weg zum Titel.Vielleicht wird man irgendwann sagen, um Lehrbuchkapitel über die Themen Tempohandball und Zweikampfführung zu füllen, müsse man nur dieses eine Spiel schauen. Dieses Spektakel, das achte Tage vor dem Osterfest 2026 in der Magdeburger Getec-Arena aufgeführt wurde. Man könnte dann die Schnelligkeit der
Berlin" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="56129" data-entity-type="organization">Füchse
Berlin hervorheben, ihre Laufwege, die Ballpassagen. Mindestens ein langer Absatz gehörte
Mathias Gidsel.Um in dem zu schreibenden Lehrbuch dem System „Tempohandball“ eine Alternative entgegenzustellen, wären die nimmermüden, ewig gleichen Vorstöße des
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Magdeburg an und über die Sechsmeterlinie hinaus die geeignete Versuchsanordnung. Laborleiter: der isländische Nationalspieler
Gísli Kristjánsson.Die leeren Seiten des Werkes wären mit Worten zu perfektem Torwartspiel, der Art, wie man Siebenmeter besser nicht wirft und einer Anleitung zum Leben als Kreisläufer zu füllen – und mit einem Epilog zum Thema „angemessene Führung“, in dem ausnahmsweise die Schiedsrichter gelobt würden. In diesem Falle
Sascha Baumgart und
Philipp Dinges.Hegemonie des Nordens beendetDem Ergebnis und den Folgen nach war das 35:33 des
Magdeburg" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="73942" data-entity-type="organization">SC
Magdeburg gegen die Berliner Füchse nur der nächste Schritt zur Meisterschaft. Seit dem Samstagabend wirkt das Team von Trainer
Bennet Wiegert dank sieben Punkten Vorsprung wie der sichere Champion; nach 2022 und 2024 wird sich
Magdeburg mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder krönen, wenn die Saison im Juni endet. Die Machtbasis für weitere Triumphe steht; auch im
DHB-Pokal Mitte April und der
Champions League Anfang Juni ist Wiegerts Mannschaft aussichtsreich im Rennen.Zweimal könnten sich wieder die Füchse mit dem SCM duellieren. Das wäre nur folgerichtig, haben die Klubs aus der Hauptstadt und Sachsen-Anhalt doch die Hegemonie des Nordens beendet. Verglichen mit der Partie am Samstag im Osten, wirkte das letzte Schleswig-Holstein-Derby zwischen Kiel und Flensburg am vorangegangen Bundesligaspieltag wie Handball der Vergangenheit. Zucken Puristen bei der Bezeichnung „Derby“ zusammen, wenn
Magdeburg gegen
Berlin antritt, wächst doch eine Rivalität mit Aussicht auf mehr: Es ist der Kampf der Systeme.Trainer Wiegert hat den SCM in seinen zehn Jahren austariert, sein Gegenüber
Nicolej Krickau hat das Füchse-System in den wenigen Monaten auf der Trainerbank so auf Gidsel zugeschnitten, dass zwar vieles, aber nicht mehr alles an dem Dänen hängt. Gerade, weil die Füchse mit Mastermind Bob Hanning vom 1. Juli 2027 an Dika Mem und Simon Pytlick hinzubekommen, wird hier eine sportliche Gegnerschaft auf höchstem Niveau geweckt.Bis auf Weiteres treten die Füchse in dieser Konstellation als Herausforderer an, obwohl sie deutscher Meister sind: Ihnen bleibt die Herausforderung, in 15 Monaten zwei Stars zu integrieren, dabei die wichtigen Hinterbänkler Matthes Langhoff und Nils Lichtlein nicht zu frustrieren. Aus den Gehaltsunterschieden macht Hanning keinen Hehl. Der SCM arbeitet unter Wiegert und Marc-Henrik Schmedt weiter bis bisher. Alle Stützen sind gebunden, gesucht wird nur Ergänzung.„Uns haben fünf Prozent gefehlt“Die Partie am Samstag wogte hin und her.
Magdeburg scheiterte in der ersten Halbzeit bei fünf Siebenmetern am Füchse-Torhüter Dejan Milosavljev.
Berlin führte im zweiten Durchgang, denn Gidsel initiierte Gegenangriffe so rasant, dass auf Gegentore prompt eigene Treffer folgten. Zur Not wird auch mal aus neun Metern geworfen; das übernimmt dann Lasse Andersson (acht Tore).Als die Stimmung in der Halle zunehmend kochte und die Kräfte schwanden, hielt Gidsel (elf Treffer) die Hoffnung durch wilde Würfe am Leben. Im Angriff aber machte
Magdeburg Magdeburg-Dinge: unermüdlich in Zweikämpfe stürzen und Richtung Tor ziehen, weil die Erfolgsaussichten aus sechs Metern größer sind als aus neun oder mehr. Fernwürfe sind beim SCM auf Strafe verboten.So robbte sich Wiegerts Team heran und vorbei, nahm auch die Rote Karte gegen Matthias Musche hin, der Lichtlein in den Arm griff. Letztlich war es der zweite Torwart Matej Mandić, der seinen Wert für den SCM unter Beweis stellte. Was er auch sollte, denn in der neuen Saison wird Sergey Hernández nach Barcelona wechseln und Mandić sich in
Magdeburg um die Pole Position bewerben.„Uns haben fünf Prozent gefehlt“, vermerkte Füchse-Trainer Krickau nach dem Spiel. Diese Marge an Unterschied verkörperte allein Kreisläufer Magnus Saugstrup (neun Tore). Oft unterschätzt, besetzt der dänische Nationalmannschaftskapitän als Vorbild an Einsatz und Willen eine Hauptrolle im Magdeburger Meisterfilm. Er ist bis 2029 gebunden. Felix Claar bis 2028, Kristjánsson noch zwei Jahre länger.Mit ihnen wird Wiegert zukünftig keinen anderen Handball spielen. Wenn auf der anderen Seite die Füchse den Franzosen Mem und den Dänen Pytlick aktiviert haben, verfügen sie über den wurfgewaltigsten Rückraum der deutschen Handballgeschichte. Es wird also aller Voraussicht nach weitere Kapitel geben im Ost-Derby, das eigentlich gar keines ist. Ein Kampf der Systeme wird es bleiben.