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SUN · 2026-03-29 · 13:42 GMTBRIEF NSR-2026-0329-42147
News/Wissenschaftlicher Publikationsmarkt: China greift nach den …
NSR-2026-0329-42147News Report·DE·Political Strategy

Wissenschaftlicher Publikationsmarkt: China greift nach den Top-Journalen

Die Chinesische Akademie der Wissenschaften wird ab März 2026 die Publikationsgebühren in hoch angesehenen, aber teuren Zeitschriften wie "Nature Communications" nicht mehr finanzieren. Diese Maßnahme betrifft über 50.000 Forscher und zielt darauf ab, die Abhängigkeit von etablierten, westlichen Wissenschaftsverlagen wie RELX/Elsevier und Springer Nature zu reduzieren.

FAZFiled 2026-03-29 · 13:42 GMTLean · Center-RightRead · 3 min
Wissenschaftlicher Publikationsmarkt: China greift nach den Top-Journalen
FAZFIG 01
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Sources cited
2cited
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11entities
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100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Die Chinesische Akademie der Wissenschaften wird ab März 2026 die Publikationsgebühren in hoch angesehenen, aber teuren Zeitschriften wie "Nature Communications" nicht mehr finanzieren. Diese Maßnahme betrifft über 50.000 Forscher und zielt darauf ab, die Abhängigkeit von etablierten, westlichen Wissenschaftsverlagen wie RELX/Elsevier und Springer Nature zu reduzieren. China plant, parallel dazu 400 eigene wissenschaftliche Zeitschriften zu etablieren, um seine Position im globalen Publikationsmarkt zu stärken. Andere staatliche Einrichtungen in China folgen dieser Regelung, ähnlich wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft ebenfalls Publikationsgebühren kürzt. Hintergrund ist der Wunsch Chinas nach mehr Kontrolle und Einfluss im wissenschaftlichen Publikationswesen.

Confidence 0.90Sources 2Claims 5Entities 11
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Article analysis

Model · rule-based
Framing
Political Strategy
Economic Impact
Tone
Measured
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
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Factual
LowHigh
Sources cited
2
Limited
FewMany
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Key claims

5 extracted
01

In 2023, there were already 178 English-language open access journals in China, almost half of which do not charge publication fees.

statisticOsmanthus Consulting and Clarke & Esposito
Confidence
1.00
02

The Chinese government plans to establish 400 scientific journals in competition with established Western publishers.

factualChinese government
Confidence
1.00
03

The Chinese Academy of Sciences will no longer fund publications in highly regarded and expensive scientific journals from March 2026.

factualChinese Academy of Sciences
Confidence
1.00
04

The new policy will affect over 50,000 researchers in around 100 research institutes of the Academy.

factualnull
Confidence
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05

Contributions in journals such as 'Nature Communications' or 'Science Advances' already come from around ten percent of authors affiliated with the Chinese Academy.

statisticnull
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Full report

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China will auch im wissenschaftlichen Publikationsmarkt ein Wörtchen mitreden. Die Platzhirsche unter den Verlagen dürfen sich warm anziehen.In ihrer jährlichen „Journal Warning List“ hat vor Kurzem die größte Forschungsorganisation der Welt, die Chinesische Akademie der Wissenschaften, ihre Forscher darüber informiert, dass sie schon bald keine Kosten mehr für die Publikation in den hoch angesehenen und zugleich teuren wissenschaftlichen Zeitschriften finanzieren wird. Publikationen in Zeitschriften wie „Cell Reports“, „Nature Communications“ oder „Science-advances" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="38291" data-entity-type="organization">Science Advances“ soll es nicht mehr gestattet sein, „nationale Mittel zur Begleichung von Veröffentlichungsgebühren zu verwenden“, schreibt die Akademie. Die neue Politik wird von März 2026 an greifen. Damit können die mehr als fünfzigtausend Forscher in den rund hundert Forschungsinstituten der Akademie die Kosten von zwei- bis zwölftausend Dollars für die Publikation eines einzelnen Aufsatzes nicht mehr bezahlen.Schon zuvor ist die Akademie gegen die Publikation in sogenannten „Predatory Journals“ vorgegangen, also Zeitschriften, die kostenpflichtige Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeit anbieten, ohne eine Qualitätssicherungsprozess und eine redaktionelle Bearbeitung zu gewährleisten. Die neue Vorgabe verschärft die Konflikte um die Finanzierung von Forschungspublikationen noch einmal, weil auch andere staatliche Einrichtungen wie das Forschungsministerium oder die Nationale Stiftung für Naturwissenschaften der neuen Regelung folgen. China ist mit seiner Politik nicht allein. Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft kappt inzwischen Publikationsgebühren. Beiträge in Zeitschriften wie „Nature Communications“ oder „Science-advances" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="38291" data-entity-type="organization">Science Advances“ kommen heute schon zu rund zehn Prozent von Autoren, die mit der Chinesischen Akademie affiliiert sind, vierzig Prozent der Artikel haben Autoren aus China verfasst. Das Land macht mit seiner schieren Größe auch hier einen Unterschied. Entsprechend alarmiert sind die großen Wissenschaftsverlage wie RELX/Elsevier, Springer Nature oder Science. Ihre etablierten Geschäftsmodelle des wissenschaftlichen Publizierens stehen unter Feuer, und das nicht nur finanziell.Dominanz und KontrolleDie Änderung in der Finanzierung wissenschaftlicher Publikationen ist weit mehr als ein Streit um Gelder. Er hat eine politische Dimension. Seit 2019 verfolgt die chinesische Regierung den Plan, vierhundert wissenschaftliche Zeitschriften zu etablieren, und das in offener Konkurrenz zu den etablierten, im Westen angesiedelten Wissenschaftsverlagen. Die neuen Zeitschriften sollen nicht einfach neben den derzeit anerkannten platziert werden, sondern viele von ihnen ersetzen. Tatsächlich verzeichnen chinesische wissenschaftliche Zeitschriften ein deutliches Wachstum.Laut einem Marktbericht von Osmanthus Consulting und Clarke & Esposito gab es in China im Jahr 2023 schon 178 englischsprachige Open-Access-Zeitschriften, von denen fast die Hälfte keine Publikationsgebühren erhebt. Noch hat keine dieser Zeitschriften eine vergleichbare Reputation aufgebaut wie die Topjournale. Aber die Richtung ist klar. Es geht darum, wer die Wissenschaften global kontrollieren wird. Die Gebührenpolitik sind die Seltenen Erden der Wissenschaft.Die Entwicklung schreitet schnell voran. 2024 wurde die zweite Phase des „Excellence Action Plan for China’s Scientific, Technical and Medical Journals“ durch die Chinese Association for Science and Technology eingeleitet, die unter anderem vorsieht, jedes Jahr fünfzig neue Zeitschriften in strategisch wichtigen Forschungsfeldern zu etablieren. Auch die Ausbildung zur Edition neuer Fachzeitschriften wird seitdem gezielt gefördert. Bis 2035, so der Plan, soll China zu einer bestimmenden Macht auf dem Markt der wissenschaftlichen Publikationen aufsteigen und wesentlich mitbestimmen, was wissenschaftlich publiziert werden kann. Was in der Robotik und Automobilindustrie schon geschafft ist, soll auch in der Wissenschaft gelingen: Dominanz und Kontrolle im globalen Maßstab zu erreichen. Wir haben allen Grund, die chinesischen Anstrengungen zu unterschätzen. Wissenschaftsfreiheit ist nicht überall in Grundgesetzen verankert. Der Autor lehrt Buchwissenschaft an der Universität Mainz.
§ 05

Entities

11 identified
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Keywords & salience

9 terms
wissenschaftlicher publikationsmarkt
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wissenschaftliche zeitschriften
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§ 07

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