Kardinal darf nicht in Gotteshaus Eklat um
Grabeskirche in
Israel Stand: 29.03.2026 • 17:43 Uhr Dem höchsten Vertreter der katholischen Kirche in
Israel, Pizzaballa, ist der Zutritt in die
Grabeskirche in
Jerusalem verweigert worden - und das zum Beginn der Osterfeierlichkeiten. Sein Heimatland
Italien reagierte entsetzt. Der höchste Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, Kardinal
Pierbattista Pizzaballa, ist von der israelischen Polizei am Zugang zur
Grabeskirche in der Altstadt von
Jerusalem gehindert worden. Pizzaballa ist der oberste Wächter der Heiligen Stätten, einschließlich der
Grabeskirche. Er habe dort zusammen mit dem Kustos im Heiligen Land,
Francesco Ielpo, die traditionelle Messe zum Palmsonntag feiern wollen. Dabei seien sie aber von israelischen Polizisten angehalten und zur Umkehr aufgefordert worden, teilte das Lateinische Patriarchat von
Jerusalem mit.
Israelische Polizei verweist auf Sicherheitsrisiko In einer Mitteilung der israelischen Polizei hieß es, alle heiligen Stätten in der Altstadt von
Jerusalem seien aus Sicherheitsgründen wegen des
Iran-Kriegs derzeit geschlossen - vor allem solche, die "nicht über standardmäßige Schutzräume verfügen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten". Das Gebiet in der Altstadt sei bei Notfällen schwer für Rettungskräfte zu erreichen, was ein "reales Risiko für Menschenleben" darstelle. Die Religionsfreiheit bleibe weiterhin gewahrt, jedoch unter den notwendigen Einschränkungen, so die Polizei. Das Lateinische Patriarchat von
Jerusalem betonte jedoch, Pizzaballa und Ielpo hätten sich an alle seit Beginn des Kriegs auferlegten Beschränkungen gehalten. Sie seien "privat und ohne jegliche Merkmale einer Prozession", wie eigentlich am Palmsonntag üblich, unterwegs zur Kirche gewesen, hieß es in der Mitteilung. Der Vorfall sei laut dem Patriarchat ein "schwerwiegender Präzedenzfall", der die Gefühle von zahlreichen Menschen weltweit missachte, die in dieser Woche nach
Jerusalem blicken. Aus Pizzaballas Heimatland
Italien gab es scharfe Kritik an dem Vorfall. Ministerpräsidentin
Giorgia Meloni erklärte, der verhinderte Zutritt für Pizzaballa und Ielpo stelle eine "Beleidigung nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft dar, die Religionsfreiheit anerkennt". Der italienische Außenminister
Antonio Tajani kündigte an, den israelischen Botschafter in
Italien am Montag in sein Ministerium einzuberufen, "um Klarheit über die Entscheidung zu erhalten". Das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu teilte angesichts der Kritik am Vorgehen der Polizei mit, die israelischen Sicherheitsbehörden arbeiteten nun an einem Plan, um Pizzaballa und anderen Würdenträgern in den kommenden Tagen die Gottesdienste in der
Grabeskirche zu ermöglichen. Bei dem heutigen Vorfall habe "keinerlei böswillige Absicht" vorgelegen, sondern nur Sorge um die Sicherheit der Kirchenmänner. Der Palmsonntag bildet den Auftakt der Karwoche, in der Christen an das Leiden und Sterben von Jesus Christus und schließlich an seine Auferstehung an Ostern erinnern. Am Palmsonntag tragen Gläubige traditionell Oliven- und Palmzweige, um daran zu erinnern, wie die Menschen Jesus Christus bei seinem Einzug in
Jerusalem vor seiner Kreuzigung mit Palmwedeln zujubelten.