NEWSAR
Multi-perspective news intelligence
SRCSueddeutsche Zeitung
LANGDE
LEANCenter-Left
WORDS720
ENT7
SUN · 2026-03-29 · 11:02 GMTBRIEF NSR-2026-0329-42284
News/Prozess in Regensburg: Kündigung wegen 86 Minuten Arbeitszei…
NSR-2026-0329-42284News Report·DE·Legal & Judicial

Prozess in Regensburg: Kündigung wegen 86 Minuten Arbeitszeit

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hat eine Professorin und stellvertretende Chefärztin wegen angeblichen Arbeitszeitbetrugs gekündigt, da sie 86 Minuten zu viel Arbeitszeit abgerechnet haben soll. Konkret geht es um die Teilnahme an einer Personalversammlung am 8.

Von Uwe Ritzer, RegensburgSueddeutsche ZeitungFiled 2026-03-29 · 11:02 GMTLean · Center-LeftRead · 3 min
Prozess in Regensburg: Kündigung wegen 86 Minuten Arbeitszeit
Sueddeutsche ZeitungFIG 01
Reading time
3min
Word count
720words
Sources cited
1cited
Entities identified
7entities
Quality score
100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hat eine Professorin und stellvertretende Chefärztin wegen angeblichen Arbeitszeitbetrugs gekündigt, da sie 86 Minuten zu viel Arbeitszeit abgerechnet haben soll. Konkret geht es um die Teilnahme an einer Personalversammlung am 8. Oktober 2025, wobei die ausgestempelte Zeitdifferenz von den Vorgesetzten als Betrug gewertet wird. Das Arbeitsgericht Regensburg verhandelt den Fall (Az. Ca 2402/25) und äußerte bereits Verwunderung über die Eskalation der Situation. Der Fall wirft Fragen nach dem Umgang mit Spitzenmedizinern an bayerischen Universitätskliniken auf, ähnlich einem Fall in München, bei dem eine Oberärztin nach einer Anzeige gegen ihren Vorgesetzten entlassen wurde. Formfehler bei der Kündigung könnten dem UKR ebenfalls zur Last gelegt werden.

Confidence 0.90Sources 1Claims 5Entities 7
§ 02

Article analysis

Model · rule-based
Framing
Legal & Judicial
Human Interest
Tone
Mixed Tone
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.70 / 1.00
Factual
LowHigh
Sources cited
1
Limited
FewMany
§ 03

Key claims

5 extracted
01

The incident occurred on October 8, 2025, during a staff meeting at UKR.

factualnull
Confidence
1.00
02

Judge Arnold said that the issue could have been resolved through discussion.

quoteFelix Arnold, Vorsitzender der 6. Kammer am Regensburger Arbeitsgericht
Confidence
1.00
03

The UKR suspects the doctor of malicious intent and terminated her employment for timecard fraud.

factualnull
Confidence
1.00
04

The Regensburg University Hospital (UKR) fired a professor for allegedly billing 86 minutes of excess work time.

factualnull
Confidence
1.00
05

The lawyer for UKR and Bavaria admitted that there might not be a regulation allowing the UKR head to issue the dismissal.

factualnull
Confidence
0.90
§ 04

Full report

3 min read · 720 words
Selbst der Richter wundert sich. „Das hätte man im Gespräch lösen können“, sagt Felix Arnold, Vorsitzender der 6. Kammer am Regensburger Arbeitsgericht. Grund der Verwunderung ist, dass das Regensburg" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="81548" data-entity-type="organization">Universitätsklinikum Regensburg (UKR) und deren Dienstherr, der Freistaat Bayern, eine Professorin, stellvertretende Chef- und Leitende Oberärztin rauswarfen, weil sie angeblich 86 Minuten zu viel Arbeitszeit abgerechnet haben soll. Das UKR unterstellt der Medizinerin dabei böse Absicht und kündigte ihr dementsprechend wegen Arbeitszeitbetrugs. Ein Umstand, der den Verantwortlichen von UKR und Freistaat vor dem Arbeitsgericht ebenso auf die Füße fallen könnte wie mögliche Formfehler bei der Kündigung. Zudem scheint es hinter den Kulissen der Regensburger Uniklinik in der Ärzteschaft schon länger zu brodeln.Es ist nicht der einzige aktuelle Fall von fragwürdigem Umgang mit einer Spitzenmedizinerin an einer bayerischen Universitätsklinik. In München warfen Präsident und Kanzler der Technischen Universität (TUM) vor zwei Jahren eine Leitende Oberärztin und stellvertretende Chefärztin am Campus für präventive Sportmedizin und Sportkardiologie raus, nachdem sie ihren Vorgesetzten, einen renommierten Professor und Chefarzt, wegen eines angeblichen tätlichen Übergriffes angezeigt hatte. Der bestreitet den Vorwurf vehement. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen ihn kürzlich ein, doch entschieden ist der Fall nicht; die Frau hat gegen diese Entscheidung Beschwerde beim Generalstaatsanwalt eingelegt. Arbeitsrechtlich siegte sie in erster Instanz; aktuell läuft das Berufungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht München.Auch wenn der Fall in Regensburg anders gelagert ist, so wirft das Vorgehen der Verantwortlichen dort ebenfalls Fragen auf, wie sich bei der Verhandlung am Arbeitsgericht zeigte. Der dem Verfahren mit dem Aktenzeichen Ca 2402/25 zugrundeliegende Vorgang spielte sich am 8. Oktober 2025 ab. Damals war am UKR eine Personalversammlung anberaumt. Die Leitende Ober- und Chefarzt-Stellvertreterin hatte an dem Tag frei, nahm aber ihr verbrieftes Recht wahr, an der Personalversammlung teilzunehmen. Die entsprechende Zeit ist als Arbeitszeit zu werten, so steht es im Gesetz und das ist im laufenden Prozess auch unstrittig. Die Versammlung begann um 10 Uhr und endete gegen 11.45 Uhr. Die Medizinerin allerdings stempelte erst um 13.11 Uhr aus. Das sei Arbeitszeitbetrug, befanden ihre Vorgesetzten. Der Vorstandsvorsitzende des UKR und Ärztliche Direktor kündigte der Frau zunächst fristlos, dann ordentlich.Doch auf Nachhaken von Richter Arnold musste der Anwalt von UKR und Freistaat einräumen, dass es womöglich gar keine Regelung gibt, auf deren Grundlage der UKR-Chef die Kündigung im Namen des Arbeitgebers – das ist im konkreten Fall der Freistaat Bayern und nicht das UKR – aussprechen durfte. Womöglich also hat der Klinikchef seine Kompetenzen überschritten. Ein UKR-Sprecher wollte weder dazu noch zu anderen Fragen der Süddeutschen Zeitung Stellung nehmen, da es sich „um ein laufendes gerichtliches Verfahren“ handele. Auch der Personalrat ließ eine Anfrage unbeantwortet; er hatte der Kündigung nicht zugestimmt.Deren Begründung könnte sich vor dem Arbeitsgericht als Bumerang für Freistaat und UKR-Spitze erweisen. Denn Arbeitszeitbetrug setzt einen Vorsatz voraus und die Beweislast liegt beim Freistaat, wie Richter Arnold betonte. Die Professorin, die gegen ihren Rauswurf klagt, begründet ihren längeren Verbleib am Tag der Personalversammlung ausschließlich dienstlich. Ihre unmittelbare Vorgesetzte sei an dem Tag ebenfalls nicht im Dienst gewesen, wovon sie als ihre Stellvertreterin erst erfahren habe, als sie an jenem 8. Oktober in die Klinik gekommen sei. Sowohl Patienten als auch Pflegepersonal und ärztliche Kollegen hätten sich deswegen an sie mit fachlichen Fragen gewandt. Sie habe alle Gesprächspartner genannt, sagte der Vorsitzende Richter, das Arbeitsgericht will all jene als Zeugen befragen.Danach, dass sich der Freistaat und die Medizinerin außergerichtlich einigen, sieht es nicht aus. Seine Mandantin wolle ihren Arbeitsplatz behalten, sagte ihr Anwalt. Verständlich, befand der Richter, schließlich gebe es für spezialisierte Spitzenmedizinerin wenige berufliche Alternativen, Jobangebot samt entsprechender Vergütung und Karrierechancen seien eng begrenzt und überdies gehe es auch um den beruflichen Ruf der Frau. Die Verhandlung wurde vertagt.Dass eine Unstimmigkeit über knapp 90 Minuten Arbeitszeit derart eskaliert, ist ein Hinweis auf interne Verwerfungen im UKR. Generell scheint in der Ärzteschaft am Regensburg" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="81548" data-entity-type="organization">Universitätsklinikum Regensburg schon länger Unzufriedenheit mit der Personalführung zu existieren. Im November vorigen Jahres wendeten sich mehrere Ärztinnen und Ärzte an das in der Stadt gut vernetzte Internetportal Regensburg-digital und beklagten eine Personalpolitik „ohne Plan und Konzept“. Bis zu 40 Arztstellen sollten am UKR eingespart werden, hieß es, befristete Verträge würden nicht verlängert, offene Stellen nicht neu besetzt, die Unsicherheit sei allgemein groß. Auch das Thema Arbeitszeit spielt dabei eine Rolle. Ärztinnen und Ärzte würden „regelmäßig aufgefordert, weniger Überstunden zu machen“, hieß es. Auch dazu äußerte sich das UKR auf Nachfrage nicht.
§ 05

Entities

7 identified
§ 06

Keywords & salience

8 terms
kündigung
0.90
arbeitszeit
0.80
arbeitszeitbetrug
0.70
universitätsklinikum regensburg (ukr)
0.60
arbeitsgericht
0.60
freistaat bayern
0.50
personalversammlung
0.50
ärzteschaft
0.40
§ 07

Topic connections

Interactive graph
No topic relationship data available yet. This graph will appear once topic relationships have been computed.