Ein Mann soll am Samstag seinen 13 Jahre alten Sohn getötet sowie seine Frau und seine Tochter schwer verletzt haben. Die Ermittlungen laufen.Bei einem Messerangriff in
Witten ist ein 13-Jähriger so stark verletzt worden, dass er kurz danach gestorben ist. Seine 38-jährige Mutter und die neunjährige Schwester wurden bei der Attacke schwer verletzt. Beide werden nach Angaben der
Bochum" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="75538" data-entity-type="organization">Staatsanwaltschaft
Bochum im Krankenhaus noch immer intensivmedizinisch behandelt, sind inzwischen aber außer Lebensgefahr, wie es heißt.Der tatverdächtige Vater kam in Untersuchungshaft. Augenzeugen sollen gesehen haben, wie der Mann zugestochen hat. Er wurde am Sonntag einer Haftrichterin vorgeführt, die einen Haftbefehl wegen eines Tötungsdelikts erließ. Der Beschuldigte habe bei dem Termin keine Angaben gemacht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft,
Jan Finke.Die Ermittlungen zum Tathergang dauern an. In den kommenden Tagen sollen laut Finke weitere Zeugen vernommen werden. Das Motiv ist bislang unklar. Der Verdächtige ist laut
Polizei zuvor nicht auffällig geworden. Psychische Probleme waren nicht bekannt. Der Tatverdächtige und seine Familie haben den Ermittlern zufolge die deutsche Staatsangehörigkeit.Tatwaffe wurde sichergestelltDer Notruf war am Samstagvormittag eingegangen. Nach Polizeiangaben soll es zuvor in einem Wohnhaus in der Ruhrgebietsstadt zu einem Streit gekommen sein, der sich auf die Straße verlagerte. Anwohner wurden durch Schreie auf das Geschehen aufmerksam, wie die Ermittler berichteten. Auf der Straße soll der Mann Zeugen zufolge zugestochen haben.Für den Jungen kam jede Hilfe zu spät. Trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen starb er im Rettungswagen an seinen Verletzungen. Der 40-Jährige wurde kurz nach der Tat festgenommen. Zunächst kam er zur Behandlung in ein Krankenhaus, anschließend wurde er in Polizeigewahrsam gebracht. Hilfe bei Gewalt Sprechen Sie mit Menschen Wenn Sie psychischen Druck oder körperliche Gewalt durch Ihren Partner / Ihre Partnerin erfahren, kann es helfen, mit anderen Menschen darüber zu reden. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – über Ihre Situation sprechen können. Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“Frauen, die Gewalt erleben oder erlebt haben, können sich an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden. Unter der Nummer 116 016 ist rund um die Uhr und kostenlos ein Kontakt zu Beraterinnen möglich – vertraulich und anonym. Die Beratung kann per Telefon, Onlinechat oder E-Mail erfolgen. Auch Angehörige und Freunde gewaltbetroffener Personen sowie Fachkräfte erhalten Unterstützung beim Hilfetelefon. Die Beratung beim Hilfetelefon kann mithilfe von Dolmetscherinnen in 18 Fremdsprachen erfolgen. Das Angebot richtet sich auch an Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung. Sie können Beratung in Leichter Sprache erhalten oder in Deutscher Gebärdensprache beraten werden. Eine Beratungsstelle findenEine Fachberatungsstelle ist für gewaltbetroffene Frauen sowie deren Angehörige und Freunde häufig die erste Anlaufstelle. Rund 200 Beratungsstellen und Notrufe sind im Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (BFF) organisiert. Dieser listet die Angebote auf seiner Website auf. Die Beratung ist kostenlos und anonym. Sie kann persönlich oder telefonisch erfolgen. Die Website des BFF informiert auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und in Deutscher Gebärdensprache. Ein Frauenhaus findenIn Deutschland stehen gewaltbetroffenen Frauen und Kindern rund 400 Frauenhäuser sowie über 40 Schutz- oder Zufluchtswohnungen mit mehr als 6000 Plätzen zur Verfügung, heißt es auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend. Der Verein Frauenhauskoordinierung e. V. bietet eine bundesweite Übersicht über freie Plätze in Frauenhäusern und Schutzwohnungen. Auch auf der Website der Zentralen Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF) finden Gewaltbetroffene und ihr Umfeld die Kontaktdaten von Frauenhäusern. Hilfetelefon „Gewalt an Männern“Unter 0 800 1239900 können Sie sich an das bundesweite Männerhilfetelefon wenden. Dort werden Sie zu folgenden Sprechzeiten beraten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr sowie Freitag von 8 bis 15 Uhr. Die Beratung kann anonym erfolgen. Auf der Website https://www.maennerhilfetelefon.de können Sie im Sofortchat eine Anfrage stellen (auch anonym). Dieser findet von Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 15 Uhr sowie 17 bis 19 Uhr statt. Darüber hinaus können Sie jederzeit eine E-Mail senden an: beratung@maennerhilfetelefon.de Eine Schutzwohnung für Männer finden Männer, die sich vor Ort beraten lassen möchten oder eine Schutzwohnung suchen, können sich bei der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz informieren. Auf der Website der Stelle sind Einrichtungen in ganz Deutschland aufgelistet. Als mutmaßliche Tatwaffe stellten die Ermittler ein Messer sicher. Die
Polizei sperrte den Bereich um das Mehrfamilienhaus weiträumig ab und sicherte Spuren am Tatort. Einige Nachbarn wurden von Notfallseelsorgern betreut.Am Wittener Hauptbahnhof fand am Sonntag eine Kundgebung statt. Die Veranstaltung war kurzfristig unter dem Titel „Femizide stoppen“ angemeldet worden. Als Femizide werden Gewaltverbrechen bezeichnet, bei denen Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden. Nach Angaben der
Polizei kamen etwa 100 Menschen zusammen. Wittens Bürgermeister Dirk Leistner hielt eine kurze Rede. Einige Teilnehmer zogen anschließend weiter zum nah gelegenen Mehrfamilienhaus, in dem die Familie lebt.Kerzen und Blumen wurden niedergelegtIn der Nähe des Wohnhauses wurden Kerzen und Blumen abgelegt. Wenige Meter vom Eingang entfernt stand ein großer Teddybär an einem Baum. Immer wieder waren Anwohner und Passanten zu sehen, die kurz innehielten - einige von ihnen mit Tränen in den Augen.Die Stadt
Witten zeigte sich tief betroffen von der Gewalttat. „Die Nachricht von dieser schrecklichen Tat erschüttert uns alle zutiefst. Besonders der Tod eines Kindes macht uns fassungslos“, erklärte Bürgermeister Leistner laut Mitteilung.„Wir wünschen den Verletzten von Herzen Kraft und eine schnelle Genesung.“ Er dankte den Einsatzkräften von
Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten für ihre Arbeit. Die Stadt bat darum, Rücksicht auf die Betroffenen und deren Angehörige zu nehmen und auf Spekulationen zu verzichten.