Der
Buckelwal, der sich seit Wochen in der
Ostsee bewegt, liegt weiter auf einer Sandbank vor
Wismar. Fachleute sind auf dem Weg zu ihm. Wie geht es weiter?Der an der Ostseeküste gestrandete
Buckelwal hat sich nicht befreien können. Das Tier liege noch immer in der Bucht vor
Wismar, sagte ein Sprecher der
Wasserschutzpolizei in
Wismar der Deutschen Presse-Agentur. „Ja, der ist noch da. Die Situation ist noch so wie gestern.“ Das Tier habe sich nicht von der Stelle bewegt. Gleichzeitig habe es weniger Wasser gegeben. Das mache die Lage ein bisschen schwieriger.Wie es nun weitergeht, konnte der Sprecher nicht sagen. Das müssten die Experten entscheiden, wenn sie sich ein Bild von der Lage gemacht haben. Dazu sind Beamte der
Wasserschutzpolizei gemeinsam mit Meeresbiologen von
Greenpeace kurz nach 7.00 Uhr mit einem Schlauchboot zu dem Wal gefahren, „um zu sehen, wie sich der Zustand des Wals darstellt.“ Das teilte ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern der dpa mit.Wie es dann weitergeht – ob also der Wal weiter seine Ruhe bekommen oder er für einen Aufbruch aus eigenem Antrieb angestupst werden soll – hänge von der Situation ab. Aktuell ist es in der Wismarer Bucht recht windig und regnet.Das Tier sei in der Nacht durchgängig beobachtet worden und habe auch geatmet. In der Nacht war die Polizei für die Bewachung zuständig. „Es wurde ein Schichtsystem eingerichtet, um zu gewährleisten, dass der Wal nicht unbeobachtet ist.“ Am Sonntag hatte das Deutsche Meeresmuseum davon gesprochen, dass der Wal sehr geschwächt und die Atemfrequenz reduziert sei.Wal seit Anfang März an Ostseeküste unterwegsSeit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von
Wismar, später in der
Lübecker Bucht und an der Küste bei
Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach in einem Netz verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation
Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.Am vergangenen Montagmorgen war der Meeressäuger dann auf einer Sandbank vor
Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht zu Freitag befreite sich der
Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Samstag war der Wal dann allerdings wieder gestrandet - und zwar in der Wismarbucht.Seitdem hält das Drama um den
Buckelwal an. In der Nacht zu Sonntag konnte sich der Meeressäuger bei steigendem Wasserstand zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später lag er erneut fest - ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Augenscheinlich regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stieß er eine Wasserfontäne in die Luft.Zahlreiche Schaulustige am Wochenende – Sperrgebiet im WasserDie Behörden haben laut eigenen Angaben ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren darf. Zahlreiche Schaulustige standen am Wochenende auf der Seebrücke, um einen Blick auf das Tier erhaschen zu können.Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund Burkard Baschek sagte, der Wal liege in einer Wassertiefe, die etwa der in der Nacht zu Sonntag entspreche, als sich das Tier selbst befreit habe. Er beschrieb die jüngste Situation deshalb nicht als Strandung, sondern als „Leibaufsetzen“ des Wals.Der Ernährungszustand des Wals sei gut, wie Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover am Wochenende erklärte. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen, so der Experte weiter.