PfadnavigationHomeRegionalesHamburgTierische Begegnung„Abstand halten und klatschen“ – Wie
Hamburg auf die jüngste Wolfsmeldungen reagiertStand: 12:51 UhrLesedauer: 3 MinutenEin Wolf im Wisentgehege Springe. In
Hamburg wurde ein Exemplar in freier Wildbahn gesichtetQuelle: Julian Stratenschulte/dpaDicht besiedelte Gebiete wie
Blankenese gehören nicht zum typischen Lebensraum von Wölfen. Dennoch wurde in Hamburgs Westen ein Tier gesichtet. Ein Dresdner Wolfsexperte bestätigte die Sichtung anhand von Aufnahmen von Anwohnern.In
Hamburg-
Blankenese haben Menschen laut Umweltbehörde gemeldet, sie hätten am vergangenen Wochenende einen Wolf gesehen. „Wir nehmen diese Sichtungen sehr ernst“, teilte ein Behördensprecher am Wochenende auf Nachfrage mit. Am Montag bestätigte die Behörde dann, dass es sich zweifelsfrei um einen Wolf handeln würde. Der Dresdner Wolfsexperte
Norman Stier habe ein Video und ein Foto aus der Bevölkerung ausgewertet und zweifelsfrei bestätigt, dass es Aufnahmen von einem Wolf sind, hiße es. Die ersten Sichtungen des Tiers seien am Samstag in zwei Parks oberhalb des Falkensteiner Ufers gemacht worden. Am Sonntagvormittag sei der Wolf im Bereich des S-Bahnhofs Othmarschen beobachtet worden, am Nachmittag im Bereich des Stadtteils Nienstedten. „Dicht besiedelte Gebiete wie
Blankenese gehören nicht zum typischen Lebensraum von Wölfen“, sagte ein Sprecher der Behörde. Es sei davon auszugehen, dass es sich um ein wanderndes Einzeltier auf der Suche nach einem neuen Revier handele.Lesen Sie auch„Wölfe sind grundsätzlich scheue Tiere, die den Kontakt zum Menschen nicht suchen“, hieß es weiter. „Sollten Bürgerinnen oder Bürger einem Tier begegnen, raten wir dazu, Abstand zu halten, nicht wegzulaufen und sich stattdessen durch lautes Sprechen oder Klatschen bemerkbar zu machen.“ Seit 2013 wurden in
Hamburg nach Angaben der Behörde insgesamt 21 Wolfsnachweise eindeutig bestätigt.Erstmals Wolf überfahrenMitte März war im Hamburger Südosten erstmals ein Wolf auf dem Gebiet der Hansestadt überfahren worden. Das Tier sei mitten in der Nacht auf der Autobahn 25 bei Curslack mit einem Auto kollidiert, teilte die Umweltbehörde mit. Der Autofahrer blieb bei dem Unfall unverletzt. Das etwa 28 Kilogramm schwere Tier verendete aufgrund des heftigen Zusammenstoßes direkt an der Unfallstelle.Lesen Sie auchDer Kadaver des Wolfes war noch in der Nacht zum Freitag geborgen worden und soll nun wie üblich in das Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin überführt werden. Die Herkunft des Tieres werde zudem mit Hilfe von genetischen Proben bestimmt.Erster Wolf vor mehr als zehn Jahren in
Hamburg gesehenWölfe wurden der Umweltbehörde zufolge 2013 das erste Mal in
Hamburg gesehen. Seit fast zehn Jahren arbeiten deshalb mehrere Wolfsbetreuerinnen und Wolfsbetreuer für die Stadt. Seit 2013 hat es auf dem Hamburger Stadtgebiet 21 eindeutige Nachweise von Wölfen gegeben.Lesen Sie auchDer rollende Verkehr ist bundesweit übrigens mit Abstand die größte Gefahr für Wölfe. Seit ihrer Rückkehr Anfang der 2000er-Jahre wurden bundesweit 1.031 tödliche Verkehrsunfälle gemeldet. „Seit 2020 sterben bundesweit zwischen 100 und 150 Wölfe jährlich an den Folgen eines Zusammenpralls mit motorisierten Fahrzeugen“, teilte die Umweltbehörde mit. Wer einen Wolf oder ein anderes Wildtier anfährt, sollte das stets sofort der Polizei melden.dfe, dpa