Noch immer liegt der Buckelwal in der Bucht bei
Wismar. Dem Tier geht es zunehmend schlechter. Der Landesumweltminister versichert, man unternehme „alles, noch einmal alles, aber auch alles, um dem Wal zu helfen“.Der Zustand des Buckelwals in der Bucht bei
Wismar in der
Ostsee hat sich wesentlich verschlechtert. Das gaben der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums in
Stralsund,
Burkard Baschek, Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister
Till Backhaus (
SPD) sowie die Meeresbiologin
Franziska Saalmann von der Organisation
Greenpeace am Montag in
Wismar bekannt.Demnach hat sich der Wal gegenüber dem Vortag nicht fortbewegt, er atmet seltener und macht keine Geräusche mehr. Zudem reagierte er am Montagmorgen nicht darauf, als sich ihm Personen mit einem Boot genähert und mit einem Paddel auf das Wasser geschlagen hätten. Der Gesamtzustand des Wals sei sehr schlecht, sagte Baschek. Dass er nicht mehr reagiere, zeuge davon, „dass er schwächer und schwächer“ werde.„Walwacht“ begleitet das Tier 24 Stunden am TagAm Montagnachmittag soll das Wasser in der Wismarer Bucht wieder steigen. Zu dem Zeitpunkt wollen die Helfer einen weiteren Versuch unternehmen, den Wal zu untersuchen und zum Weiterschwimmen zu bewegen. Werde das ohne Erfolg bleiben, müsse man darüber nachdenken, wann der Zeitpunkt gekommen sei, „dem Tier Ruhe zu geben, damit es sterben kann“, sagte Baschek. Walforscher gehen davon aus, dass der Meeressäuger die Sandbänke gezielt aufgesucht habe, um dort verenden zu können. Buckelwale stranden demnach selten, sie gelten als hervorragende Navigatoren.Dem Wal gehe es wesentlich schlechter, bestätigte auch Backhaus. Er atme nur noch ein Mal alle vier bis fünf Minuten. Backhaus verteidigte sich gegenüber Kritik, die vor allem in sozialen Netzwerken am Vorgehen des Landes aufgekommen war. Er könne keine „Defizite“ erkennen, so Backhaus. Der Minister versicherte, man unternehme „alles, noch einmal alles, aber auch alles, um dem Wal zu helfen“. „Lieber Herrgott, steh uns bei“, sagte er weiter.Man tue alles, damit der Wal sich selbst „aktivieren“, vielleicht auch „gesunden“ könne. So werde nun eine „Walwacht“ eingerichtet, das Tier werde nun 24 Stunden am Tag „begleitet“. Vor dem Tier habe er „große Hochachtung“, sein „innigster Wunsch“ sei es, dass der Wal heil aus der
Ostsee rauskomme, so Backhaus.Wal strandet bereits zum dritten MalSeit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von
Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach in einem Netz verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.Am vergangenen Montagmorgen war der Meeressäuger dann auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht zu Freitag befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Samstag war der Wal dann allerdings wieder gestrandet – und zwar in der Wismarbucht.In der Nacht zu Sonntag konnte sich der Meeressäuger bei steigendem Wasserstand zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später lag er abermals fest, ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Augenscheinlich regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stieß er eine Wasserfontäne in die Luft.Die Behörden haben laut eigenen Angaben ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren darf. Zahlreiche Schaulustige standen am Wochenende auf der Seebrücke, um einen Blick auf das Tier erhaschen zu können.