NEWSAR
Multi-perspective news intelligence
SRCFAZ
LANGDE
LEANCenter-Right
WORDS521
ENT12
MON · 2026-03-30 · 12:51 GMTBRIEF NSR-2026-0330-43501
News/Digitale Gewalt: Wenn die Polizei Opfern sagt: „Selber schul…
NSR-2026-0330-43501News Report·DE·Legal & Judicial

Digitale Gewalt: Wenn die Polizei Opfern sagt: „Selber schuld“

Einem Artikel zufolge werden in Deutschland nur 2,4 Prozent der Fälle von digitaler Gewalt zur Anzeige gebracht. Collien Fernandes und Theresia Crone berichten, dass sich Betroffene oft von der Polizei nicht ernst genommen fühlen.

Kira KramerFAZFiled 2026-03-30 · 12:51 GMTLean · Center-RightRead · 3 min
Digitale Gewalt: Wenn die Polizei Opfern sagt: „Selber schuld“
FAZFIG 01
Reading time
3min
Word count
521words
Sources cited
2cited
Entities identified
12entities
Quality score
100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Einem Artikel zufolge werden in Deutschland nur 2,4 Prozent der Fälle von digitaler Gewalt zur Anzeige gebracht. Collien Fernandes und Theresia Crone berichten, dass sich Betroffene oft von der Polizei nicht ernst genommen fühlen. Fernandes schildert, wie ihre Anzeige wegen eines gefälschten Linkedin-Profils von der Berliner Polizei an Schleswig-Holstein abgegeben und schließlich von der Staatsanwaltschaft Itzehoe eingestellt wurde, da angeblich keine Unterlagen vorlagen und keine Ermittlungsansätze bestanden. Sie erzählt auch von Schülerinnen, denen die Polizei sagte, sie sollten sich nicht wundern, wenn sie ins Internet gehen, woraufhin das Verfahren eingestellt wurde. Dies führe dazu, dass Betroffene sich schämen, nicht ernst genommen werden und befürchten, durch eine Anzeige erst recht Aufmerksamkeit auf kompromittierendes Material zu lenken.

Confidence 0.90Sources 2Claims 5Entities 12
§ 02

Article analysis

Model · rule-based
Framing
Legal & Judicial
Human Interest
Tone
Mixed Tone
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.70 / 1.00
Factual
LowHigh
Sources cited
2
Limited
FewMany
§ 03

Key claims

5 extracted
01

The public prosecutor's office in Itzehoe closed Fernandes' case due to lack of documents and investigative leads.

factualCollien Fernandes
Confidence
1.00
02

After reporting a case to Berlin police, Collien Fernandes' case was transferred to Schleswig-Holstein.

factualCollien Fernandes
Confidence
1.00
03

Only 2.4 percent of digital violence cases in Germany are reported to the police.

statisticArticle
Confidence
1.00
04

A police officer allegedly told a group of girls reporting digital violence, 'If you go on the internet, don't be surprised'.

quoteCollien Fernandes
Confidence
0.90
05

Theresia Crone says she is the only known case in Germany where someone was punished for pornographic deepfakes.

quoteTheresia Crone
Confidence
0.80
§ 04

Full report

3 min read · 521 words
Nur 2,4 Prozent der Fälle digitaler Gewalt werden in Deutschland überhaupt zur Anzeige gebracht. Warum sich Betroffene bei der Polizei oft nicht aufgehoben fühlen, machen Collien Fernandes und Theresia Crone deutlich.Von einem „Fernsehtribunal“, vor dem Christian Ulmens Anwalt Christian Schertz gewarnt hatte, konnte bei Caren Miosga am Sonntagabend keine Rede sein. Das hatte die Redaktion vermieden: Collien Fernandes saß mit der Moderatorin zunächst allein am Tisch und mied den Namen ihres Ex-Mannes. Sie sprach davon, was ihr angetan wurde – nicht von wem.Tief blicken ließ ihre Schilderung dessen, was sie nach der Anzeige ihres Falls in Deutschland erlebte. Zunächst habe sie Anzeige gegen Unbekannt bei der Berliner Polizei erstattet und dort auch die Fallnummer eines gefälschten Linkedin-Profils eingereicht, über das die IP-Adresse zu ermitteln gewesen wäre. Immer wieder habe sie versucht, Informationen zu erhalten. Erst auf Nachfrage sei ihr mitgeteilt worden, der Fall sei von Berlin nach Schleswig-Holstein abgegeben worden; man sei nun „nicht mehr zuständig“, sie solle dort „einfach mal anrufen“.Nicht nur die Scham ist eine HürdeAls Fernandes bei der Polizei in Schenefeld Kontakt aufnahm – der Stadt im Kreis Pinneberg, in der sie aufwuchs –, hieß es nach ihrer Darstellung: „Wir wissen von nichts.“ Die Staatsanwaltschaft Itzehoe, bei der das Verfahren schließlich lag, stellte es ein. Die Begründung: Man habe keine Unterlagen von Fernandes erhalten, und es habe „keine Ermittlungsansätze“ gegeben. Fernandes sagt, dies sei ein typischer Vorgang bei Ermittlungen gegen digitale Gewalt.Dazu passt die Geschichte, die sie über eine Gruppe von Schülerinnen erzählt, die sie im Rahmen ihrer Arbeit gegen digitale Gewalt getroffen hat. Das jüngste Opfer sei 14 Jahre alt gewesen. Als die Mädchen zur Polizei gingen, um die Vorfälle anzuzeigen, habe ihnen ein Beamter gesagt: „Wenn ihr ins Internet geht, dann müsst ihr euch nicht wundern.“ Das Verfahren sei schließlich „wegen Geringfügigkeit“ eingestellt worden. „Das hat Signalwirkung“, sagte Fernandes.Nicht nur die Scham der von einer Tat Betroffenen ist eine Hürde, sondern oft auch das, was folgt: die Erfahrung, nicht ernst genommen zu werden, die geringe Aussicht auf eine Identifizierung der Täter – und die Sorge, mit einer Anzeige die Aufmerksamkeit erst recht auf das kompromittierende Material zu lenken. Nachdem Fernandes ihren Fall öffentlich gemacht hatte, schnellten bei Google die Suchanfragen nach „Nacktbilder Fernandes“ in die Höhe.Nur 2,4 ProzentAuch die 23 Jahre alte Jurastudentin Theresia Crone wurde Opfer digitaler Gewalt: Von ihr wurden – anders als im Fall Fernandes – Deepfakes mittels KI gefertigt. Sie berichtete bei Miosga von ihrem Strafbefehl wegen Verleumdung, Nachstellung und Verletzung des Rechts am eigenen Bild. Sie sagte: „Ich bin der einzig bekannte Fall in Deutschland, in dem es für Deepfakes, vor allem pornographische Deepfakes, zu einer Strafe gekommen ist.“ Ihr Fall, sagte Crone, sei keine „Erfolgsgeschichte“, sondern ein „Zufallstreffer“.Was Fernandes und Crone beschreiben, sind mehr als Kommunikationsfehler zwischen Behörden. Ihre Schilderungen bezeugen eine Strafverfolgung, die Hinweise nicht bündelt, Zuständigkeiten verschiebt und bei Betroffenen den Eindruck hervorruft, sie müssten selbst nachfassen. „Man muss sich nicht über das riesige Dunkelfeld in Deutschland wundern“, meinte Fernandes. Nur 2,4 Prozent der Fälle digitaler Gewalt werden überhaupt zur Anzeige gebracht. Diese Zahl ist erschreckend – und offenbart, wie wenig sich Betroffene bei der Justiz aufgehoben fühlen.
§ 05

Entities

12 identified
§ 06

Keywords & salience

8 terms
digitale gewalt
1.00
polizei
0.90
anzeige
0.80
collien fernandes
0.70
opfer
0.70
ermittlungen
0.60
staatsanwaltschaft
0.50
scham
0.40
§ 07

Topic connections

Interactive graph
Network visualization showing 30 related topics
View Full Graph
Person Organization Location Event|Click node to navigate|Edge numbers = shared articles