Opernstar
Rolando Villazón feiert Mozarts 270. Geburtstag mit einer Tour: In der Alten Oper
Frankfurt ist das Publikum begeistert und Villazón bekommt den
Rheingau Musik Preis.Kaum ein anderer Komponist spielt im musikalischen Leben Rolando Villazóns wohl eine so große Rolle wie
Wolfgang Amadeus Mozart. So hat es sich der Startenor auch nicht nehmen lassen, den 270. Geburtstag des Salzburger Wunderkindes zum Anlass für eine kleine, aber feine Europatournee zu nehmen. Insgesamt neun Konzerte führen ihn mit dem jungen Barockensemble
PRJCT Amsterdam und
Maarten Engeltjes unter anderem in die
Tonhalle Zürich, die
Hamburger Elbphilharmonie, das
Wiener Konzerthaus sowie die Alte Oper in
Frankfurt.Auf dem Programm des mit „Hommage an Mozart“ betitelten Abends standen aber keine Gassenhauer. Stattdessen stellte Villazón eine Auswahl an Ouvertüren und Arien aus Mozarts früheren Opern „Lucio Silla“, „Il re pastore“, „Mitridate, re di Ponto“ und „Idomeneo“ sowie aus seinen letzten Opernprojekten „La clemenza di Tito“ und „Die Zauberflöte“ zusammen. Damit wolle er die „wunderbare menschliche Bandbreite“ von Herrschern bis hin zu Papageno würdigen, „die nur Mozart so aufzeigen“ könne.Mozarts Musik schien in Villazón übergegangen zu seinSeine große Leidenschaft für Mozart und die intensive Auseinandersetzung mit dessen Werken waren Villazón von der ersten bis zur letzten Note anzuhören. Die Arien wirkten nicht einstudiert, sondern schienen regelrecht in den mexikanischen Tenor übergegangen zu sein, so souverän stand er in Gesang und Gestik auf der Bühne. Große Bewegungen, eine ausgeprägte Mimik und der ein oder andere Spaß brachten außerdem einen Hauch von Opernwelt in den Konzertsaal.Dass man dem Sänger immer mal die gereifte Stimme anhörte und manchen Koloraturen die gewünschte Leichtigkeit fehlte, verzieh man Villazón schnell, da er voll und ganz in der Musik aufging und sie mit großer Freude und Authentizität an das Publikum zu vermitteln vermochte.Getragen wurde Villazóns kräftiger Tenor durch die leichten und homogenen Klänge des
PRJCT Amsterdam. 2017 von Countertenor
Maarten Engeltjes gegründet, hat sich das Ensemble der historischen Aufführungspraxis verschrieben und brachte damit einen authentischen Mozartklang nach
Frankfurt, den man nicht häufig zu hören bekommt. Die große Überraschung des Abends war aber Engeltjes selbst, der nicht nur durch sein aufmerksames Dirigat überzeugte, sondern in zwei Arien aus „Mitridate“ als Countersänger brillierte. Die nunmehr seit fast zehn Jahren andauernde Arbeit mit „seinem“ Ensemble hörte man im feinen und klaren Gesang, der eins mit dem Spiel seiner Musikerkollegen wurde.Zum großen „Zauberflöte“-Finale konnte Villazón es dann nicht lassen: Mit bunten Federn im Haar und einem grünen Wams gab er den Papageno und sorgte damit für große Erheiterung. An seiner Seite sang die junge Sopranistin Melani Marijanac die Papagena. Die Studentin der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in
Frankfurt reiht sich damit in die Liste der lokalen Sopranistinnen und Mezzosopranistinnen, die Villazón an jeder Station seiner Tour für dieses Duett engagiert hat, um auch dem Nachwuchs die Möglichkeit zu geben, an seiner Seite wichtige Bühnenerfahrung zu sammeln.Villazón wird mit dem
Rheingau Musik Preis 2026 ausgezeichnetFür seine jahrzehntelange Arbeit als Sänger sowie seine vielfältigen Tätigkeiten als Musikvermittler, Regisseur, Moderator und künstlerischer Leiter wird
Rolando Villazón nun außerdem mit dem
Rheingau Musik Preis ausgezeichnet, die Bekanntgabe erfolgte passend zum Gastspiel in
Frankfurt. Das Festival möchte damit einen Künstler auszeichnen, „dessen Stimme, Charisma und Bühnenpräsenz seit über 25 Jahren das Publikum auf der ganzen Welt begeistert“. Außerdem „fördert und inspiriert Villazón die nächste Generation klassischer Musikerinnen und Musiker und wirkt dabei als Mentor, Ideengeber und Vorbild“, heißt es weiter in der Begründung. Der mit 10.000 Euro dotierte
Rheingau Musik Preis wird dem Opernsänger im Rahmen seines Konzerts am 20. August im Kloster Eberbach verliehen.