Ein
Wolf hat im Hamburger Bezirk
Altona eine Frau gebissen und verletzt. Das bestätigte die
Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Abend. Polizeibeamte fingen den
Wolf noch am späten Abend in der Hamburger Innenstadt ein: Am Anleger an der
Binnenalster zogen sie das Tier mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums schilderte.Zuvor seien Hinweise von Anrufern eingegangen, die dort und an anderen Orten einen
Wolf gesehen hatten. Der eingefangene
Wolf sei abtransportiert und übergeben worden, für die nächsten Schritte sei die
Umweltbehörde zuständig.Wie schwer und wo die Frau durch den
Wolf verletzt wurde, darüber machte die
Polizei zunächst keine weiteren Angaben. Zuvor hatten mehrere Medien über den Vorfall berichtet.Ob es sich bei dem eingefangenen Tier um den
Wolf handelt, der am Wochenende unter anderem im Stadtteil
Blankenese gesehen worden war, ist laut
Polizei noch nicht sicher. Ein Sprecher der Leitstelle sagte, man halte es für wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.Mehrere Wolfssichtungen in den Tagen zuvorLaut früheren Angaben der
Umweltbehörde hatten mehrere Menschen seit Samstag einen
Wolf gesichtet. Zunächst sei dieser in Parks entlang des Falkensteiner Ufers in
Blankenese beobachtet worden, später auch weiter östlich in Nienstedten und Othmarschen. Der Wolfsexperte
Norman Stier von der Technischen Universität Dresden habe später anhand eines Videos und eines Fotos aus der Bevölkerung bestätigt, dass es sich zweifelsfrei um einen
Wolf handele.Wölfe gelten als scheu und weichen Menschen in der Regel aus. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt in
Bayern können vor allem Jungtiere neugierig auf Menschen reagieren. Zumeist ziehe sich ein
Wolf aber langsam und gelassen zurück. Menschen sollten sich bei einer Begegnung ruhig verhalten, einen Hund anleinen, nicht weglaufen und dem
Wolf auch nicht hinterherlaufen. Auf keinen Fall sollten Wölfe gefüttert werden, um sie nicht an die Nähe von Menschen zu gewöhnen.Das
Bundesumweltministerium schreibt auf seiner Internetseite: „Es gehört zum normalen Verhalten der Wölfe, dass sie gelegentlich auch tagsüber in Sichtweite von bewohnten Gebäuden entlanglaufen, nachts dann und wann Dörfer durchqueren oder am Dorfrand nach Nahrung suchen.“Übergriffe auf Menschen seien aber sehr selten, heißt es mit Verweis auf eine 2002 vom Norwegischen Institut für Naturforschung (NINA) veröffentlichte Studie. In der Vergangenheit gab es demnach nur wenige Fälle, in denen gesunde Wölfe einen Menschen angegriffen haben. „Wolfsangriffe auf Menschen lassen sich vor allem auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut, Provokation und Futterkonditionierung.“Vorfall bei „Tierbegegnung“ in einem FreizeitparkIn Deutschland war im August 2023 ein achtjähriger Junge aus Schleswig-Holstein im Filmtierpark Eschede nahe Celle von einem
Wolf in die Brust gebissen worden. Die Familie hatte eine sogenannte „Tierbegegnung“ gebucht, bei der der
Wolf zunächst an der Hand des Kindes schnupperte und dann aus nicht bekannten Gründen zuschnappte. Der Junge wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und nach ambulanter Behandlung entlassen.Bereits Ende Januar dieses Jahres war laut der Hamburger
Umweltbehörde ein
Wolf im Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook gesichtet worden. Mitte März wurde demnach ein
Wolf auf der Autobahn 25 von einem Fahrzeug überfahren. Wölfe wurden der
Umweltbehörde zufolge 2013 das erste Mal in
Hamburg gesehen. Seitdem wurden immer wieder Wölfe gesichtet. Die Anzahl der bestätigten Tiere häufte sich in den letzten Jahren. Vorwiegend werden die Tiere zwischen März und Mai gemeldet.