Ifo: Mehr Firmen wollen Preise anheben +++ Verkehrsminister: Zustand der Bahn demokratiegefährdend +++ Behörde in Österreich sperrt sich gegen Ceconomy-Lösung +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.Irankrieg belastet 90 Prozent der IndustrieunternehmenNeun von zehn Industrieunternehmen in Deutschland sehen ihre Geschäfte durch den Irankrieg beeinträchtigt. Nur neun Prozent fühlen sich derzeit nicht betroffen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Münchner Ifo-Instituts ergab. „Der Konflikt trifft die Industrie unmittelbar, sorgt aber vor allem für große Unsicherheit“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen,
Klaus Wohlrabe. „Viele Firmen stellen sich auf zusätzliche Belastungen in den kommenden Monaten ein.“Zur Begründung nennen mit 78 Prozent die meisten Industrieunternehmen gestiegene Energiepreise. 36 Prozent betonen jeweils Einschränkungen bei Schifffahrtswegen und Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen. Eine Beeinträchtigung des Luftfrachtverkehrs befürchten 16 Prozent der Betriebe. Rund ein Viertel geht von einer abnehmenden Nachfrage auf wichtigen Exportmärkten aus. Darüber hinaus weisen viele Unternehmen auf finanzielle Risiken hin, etwa durch unsichere Fracht- und Logistikkosten, steigende Versicherungsprämien oder erhöhte Zahlungsrisiken Marcus JungDritter Strafprozess im VW-DieselskandalZum dritten Mal kommt im Dieselskandal ein Prozess mit mehreren Angeklagten vor das
Landgericht Braunschweig. Angeklagt sind fünf zum Teil ehemalige Mitarbeiter von
Volkswagen und einem Zulieferer, wie das Gericht am Montag mitteilte. Ihnen wird unter anderem Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug vorgeworfen, sie könnten mehrjährige Haftstrafen erhalten. Erster Verhandlungstag soll der 14. April sein, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Wie in den vorherigen Prozessen geht es um die sogenannte Abschaltsoftware, mit der Millionen Fahrzeuge von
Volkswagen-Marken auf Prüfständen andere, bessere Abgaswerte anzeigten als im realen Betrieb. Die Fahrzeuge wurden dadurch illegal; für die Käufer soll ein Milliardenschaden entstanden sein. Zwischen November 2006 und September 2015 sollen die Angeklagten die Software mitentwickelt oder ihre Entwicklung anderweitig unterstützt haben. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie dem Unternehmen möglichst hohe Gewinne verschaffen wollten, um davon über Gehalts- und Bonuszahlungen zu profitieren. Das erste deutsche strafrechtliche Urteil im Dieselskandal betraf Ex-
Audi-Chef
Rupert Stadler und zwei Mitangeklagte. Stadler wurde zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung sowie einer Zahlung von 1,1 Millionen Euro verurteilt. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Hintergrund der Prozesse ist die im September 2015 bekanntgewordene Manipulationssoftware. Kurz bevor die US-Umweltbehörde EPA über die Manipulationen bei Dieselautos informierte, hatte VW falsche Testergebnisse eingeräumt. Wenige Tage später trat der Konzernchef Martin Winterkorn zurück, und der Autobauer schlitterte in eine der größten Krisen der Unternehmensgeschichte. Winterkorn gilt als eine der Schlüsselfiguren im Dieselskandal und war im ersten Dieselprozess mitangeklagt. Kurz vor dem Auftakt wurde das Verfahren aber aus gesundheitlichen Gründen abgetrennt. Inzwischen ist es wegen Verhandlungsunfähigkeit vorläufig eingestellt. In den wenigen Verhandlungstagen wies der von Operationen sichtbar gezeichnete Winterkorn jegliche strafrechtliche Verantwortung zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung. Nicolas KurzawaIfo: Mehr Firmen wollen Preise anhebenDeutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen angesichts steigender Energiekosten durch den Irankrieg mit höheren Preisen. Das entsprechende Barometer stieg im März auf 25,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren. Im Februar hatte es noch bei 20,3 Zählern gelegen, wie das Münchner
Ifo-Institut am Montag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. „Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen,
Klaus Wohlrabe. „Die hohen Energiepreise dürften die Inflation in den kommenden Monaten erhöhen.“Der Anstieg der Preiserwartungen steht Wohlrabe zufolge im Zusammenhang mit deutlich höheren Preisen für Rohöl, Gas und Strom infolge des Kriegs im Nahen Osten. Nachdem die Energiekomponente die Inflation zuletzt gedämpft habe, zeichne sich nun eine Umkehr ab. „Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter“, sagte Wohlrabe. „Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auch auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen.“„Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu “
Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-UmfragenDas Statistische Bundesamt will am Nachmittag eine erste Schätzung zur Inflation im März veröffentlichen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen rechnen damit, dass die Verbraucherpreise im Schnitt um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sind, von 1,9 Prozent im Februar. Nicolas KurzawaDHL wendet mit Tarifabschluss US-Streik ab Der Logistikkonzern DHL hat sich im Tarifstreit mit der US-Gewerkschaft Teamsters auf einen neuen Vertrag geeinigt und damit einen landesweiten Streik in den USA abgewendet. Der vorläufige Abschluss mit einer Laufzeit von vier Jahren sehe unter anderem eine Lohnerhöhung von 20 Prozent sowie höhere Beiträge zur Gesundheits- und Sozialvorsorge vor, teilte die Arbeitnehmervertretung am Sonntag (Ortszeit) auf ihrer Website mit. Zudem beinhalte die Vereinbarung weitreichende Schutzmaßnahmen gegen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Routenplanung sowie ein ausdrückliches Verbot von autonomen Fahrzeugen, die Arbeitsplätze gefährden könnten. Der bisherige Tarifvertrag für die Tausenden DHL-Beschäftigten in den USA wäre am 31. März ausgelaufen. Zuvor hatten 96 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung für einen Arbeitskampf votiert. Die Einigung muss in den kommenden Wochen noch von den Mitgliedern gebilligt werden. Nicolas KurzawaTourismus in Griechenland und Zypern spürt Folgen der Irankrise Kurz vor Beginn der Urlaubssaison spüren Griechenland und Zypern die Folgen des Krieges im Nahen Osten. Während direkte Gefahren in Griechenland kaum zu spüren sind, sorgt die Unsicherheit über steigende Kosten und wirtschaftliche Entwicklungen bei vielen Hotels für Sorgenfalten. Auf Zypern hingegen wirkt sich die Nähe zur Krisenregion stärker aus – und die Branche empfindet die Folgen des Krieges intensiver.In Athen beobachten Branchenvertreter eine spürbare Verlangsamung bei den Reservierungen. Viele Urlauber zögern und warten ab, wie sich die wirtschaftliche Lage weiterentwickelt, sagen Reiseagenturen und Hoteliers. Griechenlands Tourismusministerin Olga Kefalogianni sprach im Rundfunk von der psychologischen Belastung durch den Krieg. Zugleich verwies sie auf die Erfahrung der Branche im Umgang mit Krisen. Mögliche Chancen sieht sie in einer Verschiebung der Reiseströme: Urlauber könnten sich in der aktuellen Lage auf als sicher geltende Ziele konzentrieren – darunter Griechenland, das weit von der eigentlichen Krisenregion entfernt liegt.Stärker im Fokus der Entwicklungen steht die EU-Inselrepublik Zypern. Die Regierung in Nikosia legte ein Paket in Höhe von 200 Millionen Euro auf, um die wirtschaftlichen Folgen der Nahost-Krise abzufedern. Im April sollen 30 Prozent der Löhne von Beschäftigten in Hotels und Unterkünften übernommen werden, die dann in die Saison starten. Hintergrund ist, dass manche Betriebe ihre Öffnung wegen nachlassender Buchungen zu verschieben planen. Zusätzlich plant die Regierung Hilfen für Fluggesellschaften, um die Anbindung an wichtige Herkunftsmärkte zu sichern.Der zyprische Tourismusminister Kostas Koumis betont, dass besonders der Wegfall wichtiger Quellmärkte wie Israel und mehrerer arabischer Staaten problematisch sei. Auch die zunehmende Zurückhaltung europäischer Urlauber und steigende Flugpreise belasteten die Nachfrage. Nach den Briten zählen Touristen aus Israel zu den zweitgrößten Besuchergruppen auf Zypern.Martin GroppAngriff in Bahrain setzt Aluminium-Branche unter DruckDer bahrainische Aluminiumhersteller Alba ist nach eigenen Angaben Ziel eines iranischen Angriffs geworden. Während des Vorfalls am Samstag seien zwei Menschen leicht verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur des Landes am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf das Unternehmen. Alba prüfe derzeit das Ausmaß der Schäden an seinen Anlagen.Die iranischen Revolutionsgarden hatten erklärt, sie hätten neben Alba auch das Unternehmen Emirates Global Aluminium attackiert, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters weiter. Dies sei Vergeltung für Schläge auf zwei iranische Stahlwerke gewesen. Die Revolutionsgarden warfen den beiden Aluminiumproduzenten Verbindungen zu US-Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen vor.Die Vorfälle treffen eine Branche, die etwa neun Prozent des globalen Aluminiumangebots liefert und schon unter dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran leidet. Wegen der anhaltenden Störungen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus hatte Alba schon Anfang März drei Schmelzlinien stillgelegt, die 19 Prozent der eigenen Produktionskapazität ausmachen. Da der Konzern wegen der Sperrung der Meerenge kein Metall mehr an Kunden versenden konnte, berief er sich am 4. März auf höhere Gewalt (Force Majeure) und setzte seine Lieferverpflichtungen aus. Auch andere Teile der regionalen Metallindustrie spüren die Folgen: So meldete die bahrainische Foulath Holding, die Muttergesellschaft von Bahrain Steel, am Samstag wegen der Konflikte und logistischer Engpässe ebenfalls höhere Gewalt an. Martin GroppBundesverkehrsminister sorgt sich um die BahnBundesverkehrsminister Patrick Schnieder sieht im Zustand der Deutschen Bahn eine mögliche Gefahr für die Demokratie. „Das geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung“, sagte der CDU-Politiker der Funke Mediengruppe auf eine entsprechende Frage, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. „Wir dürfen nicht einreißen lassen, dass die Menschen glauben, der Staat bekommt Probleme wie marode Brücken oder notorisch verspätete Züge nicht in den Griff. Wir müssen zeigen, dass wir handlungsfähig sind.“Das Pünktlichkeitsziel des Ministers für das Jahr 2029 liegt seinen Worten zufolge bei 70 Prozent aller Züge. Das Ziel des vorherigen Bahnvorstands, bis 2027 zu erreichen, dass 75 bis 80 Prozent der Züge pünktlich seien, nannte Schnieder ein „Wolkenkuckucksheim“. Er erklärte: „Wir müssen das realistisch bewerten, sonst sind die Menschen noch viel enttäuschter, wenn das nicht annähernd erreicht wird. Es ist brandgefährlich, wenn immer mehr Menschen den Eindruck bekommen, dass der Staat nicht funktioniert. Das dürfen wir nicht befeuern.“Im vergangenen Jahr waren lediglich rund 60 Prozent der Fernzüge ohne größere Verzögerungen unterwegs. Mit Blick auf die überalterte und überlastete Infrastruktur stellt Bahnchefin Evelyn Palla keine Verbesserung in Aussicht. In diesem Jahr soll die Pünktlichkeitsquote im Vergleich zum vergangenen Jahr lediglich stabil bleiben. Angesichts der Extremwetterlagen im Januar und Februar und dem damit verbundenen Verspätungsaufkommen steht dieses Ziel schon jetzt auf wackeligen Beinen.Damit Fahrgäste trotzdem etwas merken, hat die Bahn drei Sofortprogramme angekündigt, von denen zwei schon angelaufen sind. Sie betreffen die Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen, den Komfort in den Fernverkehrszügen und die Information von Fahrgästen bei Verspätungen und Gleiswechseln. Die Maßnahmen sind Gegenstand der „Agenda für zufriedene Kunden“ des Bundesverkehrsministeriums. Jonas JansenJD.com stößt bei Mediamarkt-Übernahme in Österreich auf WiderstandDie Übernahme der Elektronikhandelsketten Mediamarkt und Saturn durch den chinesischen Onlinehändler JD.com könnte sich verzögern. Denn die österreichische Behörde für Investitionskontrolle hat Bedenken geäußert, ob sie die milliardenschwere Transaktion genehmigen wird. Das teilten JD.com und Cecononomy, die Holdinggesellschaft der Elektronikmärkte, am Freitagabend mit. Die kartellrechtlichen Freigaben haben die Unternehmen schon bekommen, aus Frankreich und Italien zudem die noch ausstehenden Genehmigungen für die Investitionskontrolle. Dabei geht es darum, ob eine Übernahme die Sicherheit des Landes beeinträchtigen könnte. In Deutschland ist die Prüfung dazu Mitte Januar gestartet, Ceconomy rechnet „zeitnah“ mit einer Freigabe. Auch aus Spanien. In Österreich hingegen „versperrt sich die Behörde einer gemeinsamen Lösungsfindung“, hieß es in der Mitteilung von Ceconomy. Dabei sei die Datenschutzrichtlinie schon so angepasst worden, dass sie den Standards von Luft- und Raumfahrtunternehmen ähnelten. „Es scheint ein Missverständnis darüber zu geben, was das Geschäftsmodell eines Handelsunternehmens ausmacht: Wir bringen Produkte in den Handel, schon heute, stellen sie aber nicht her“, ließ sich der scheidende Vorstandsvorsitzende Kai-Ulrich Deissner in der Mitteilung zitieren. JD.com teilte mit, dass es „intensiv“ mit der Behörde in Österreich zusammenarbeite, um eine Genehmigung für die Übernahme zu erhalten. „JD.com glaubt fest an diese Partnerschaft für den europäischen Einzelhandel und wird weiterhin auf den Abschluss der Transaktion hinarbeiten“, hieß es. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 23,1 Milliarden Euro und mehr als 1000 Filialen ist Ceconomy einer der größten Elektronikhändler in Europa. Die Übernahme an einem Land scheitern zu lassen, wäre extrem unwahrscheinlich. Realistischer wäre, dass sich das Unternehmen aus Österreich zurückzieht, um die Übernahme vollziehen zu können. Maybrit MartschinFlugbegleiter stimmen für Streiks bei der Lufthansa Lufthansa-Passagieren drohen neue Streiks: In einer Urabstimmung der Gewerkschaft Ufo bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline haben die Kabinenbeschäftigten mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt. Bei der Kerngesellschaft stimmten rund 94 Prozent für Streiks, bei der Cityline knapp 99 Prozent. Ein konkretes Streikdatum wurde nicht mitgeteilt.Ufo-Vizechefin Sara Grubisic sagte: „Die Kolleg*innen haben ein klares Signal gesetzt: Sie sind bereit, für ihre Arbeitsbedingungen bei Lufthansa und ihre soziale Absicherung bei Lufthansa CityLine einzustehen – und diesen Weg auch konsequent zu gehen." Die Gewerkschaft hatte bei beiden Gesellschaften bereits Warnstreiks organisiert.Gründe für die Eskalation sind aus Sicht von Ufo die festgefahrenen Verhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und eine fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen. Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll nach Aussagen des Managements im kommenden Jahr enden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines.In Lufthansa sind derzeit viele Gruppen streikbereit. Zwar hatte sich die Fluggesellschaft erst an diesem Freitag mit Verdi auf einen Tarifabschluss für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten geeinigt und damit hier Streiks abgewendet. Allerdings ist der Streit um die Betriebsrenten der Piloten noch nicht beigelegt. Erst vor wenigen Wochen waren wegen eines Ausstands der Piloten Hunderte Flüge ausgefallen, die Reisepläne Zehntausender Passagiere wurden durchkreuzt. Auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings und der Lufthansa Cityline sprachen sich die Piloten kürzlich in Urabstimmungen für Streiks aus. Konkrete Streikdrohungen gab es nach zwei Streikwellen zuletzt nicht mehr. Jüngst kam mit einem Gesprächsangebot der Lufthansa an die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Bewegung in den Tarifkonflikt. Nadine BösUS-Stahlkonzern Worthington kommt mit Klöco-Übernahme entscheidend voranDer amerikanische Stahlkonzern Worthington befindet sich auf der Zielgeraden bei seinem mehr als zwei Milliarden Euro schweren Vorhaben, den Düsseldorfer Stahlhändler und Metallverarbeiter Klöckner und Co (Klöco) zu übernehmen. Klöco teilte am Freitag mit, Worthington gehe davon aus, mit voraussichtlich 58,78 Prozent die Mindestannahmeschwelle seines Angebots an die Aktionäre zu erreichen. Worthington hatte die Schwelle vor rund zwei Wochen von vormals 65 Prozent auf 57,5 Prozent gesenkt; die Annahmefrist lief bis zum 26. März.Die Amerikaner wollen mittelfristig einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Klöco schließen, wie die Düsseldorfer weiter mitteilten. Ein solcher würde Worthington als dann beherrschendem Unternehmen Zugriff auf die Kasse von Klöco ermöglichen. Dies bedürfe aber noch „der Zustimmung der Hauptversammlung von Klöckner & Co“, heißt es weiter.Klöco hat mehrfach signalisiert, die Übernahmegespräche verliefen äußerst partnerschaftlich. Klöco-Chef Guido Kerkhoff hatte kürzlich der F.A.Z. gesagt, falls die Fusion wie geplant verlaufe, entstehe das zweitgrößte Metallhandels- und Metallverarbeitungsunternehmen in den Vereinigten Staaten. Die Folge seien bessere Einkaufskonditionen und eine breitere Kundenbasis. Klöco soll perspektivisch auch unter amerikanischer Eignerschaft weiter von Düsseldorf aus als eigenständige Konzerneinheit gemanagt werden. Standortschließungen oder Entlassungen sind nicht geplant. Tillmann NeuschelerMaues Jahr für Berater Die Geschäfte der Unternehmensberater in Deutschland haben sich 2025 deutlich schwächer entwickelt als vom Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) ursprünglich erhofft. Der Gesamtumsatz der in den vergangenen Jahren eigentlich erfolgsverwöhnten Branche wuchs 2025 nur noch minimal um 0,5 Prozent auf 49 Milliarden Euro. Damit hat die Branche das erklärte Ziel, die 50-Milliarden-Euro-Marke zu übertreffen abermals verfehlt. Bei einer BDU-Umfrage Anfang des vergangenen Jahres hatten die Beratungsunternehmen im Schnitt noch mit einem Wachstum von 6,4 Prozent gerechnet. „Die ganze deutsche Wirtschaft hat sich nicht so gut entwickelt, wie ursprünglich erhofft“, sagte BDU-Präsidentin Iris Grewe bei der Vorstellung der Zahlen am Freitag. Die Mitarbeiterzahl hat sich dennoch leicht erhöht, die Beratungshäuser hätten „zu spät gebremst“, vermutet Grewe. Zugelegt hat das Beratungsgeschäft im vergangenen Jahr mit Energieversorgern (plus 5,4 Prozent) und dem öffentlichen Sektor (2,9 Prozent), deutlich geschrumpft ist es dagegen in der für die Berater sehr wichtigen Automobilbranche (minus 5,6 Prozent) und im Baugewerbe (minus 5,6 Prozent). Für das kommende Jahr zeigte sich der Verband trotz aller Rückschläge zuversichtlich: Der BDU prognostiziert für 2026 ein Wachstum der Branche von 4,5 Prozent. Dominik JägerLandeskriminalamt sieht keinen Anhaltspunkt für Tesla-Vorwurf gegen IG MetallDie Ermittlungen des Brandenburger Landeskriminalamts haben nach Vorwürfen des US-Elektroautobauers Tesla gegen die IG Metall keine Belege für eine illegale Abhöraktion ergeben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mit. „Im Ergebnis der dortigen Untersuchungen ergaben sich keine Anhaltspunkte für aufgezeichnete und/oder gespeicherte Aufnahmen auf dem Notebook.“ Es gebe auch „keine Daten, die darauf hindeuten könnten, dass das Mikrofon zur Tatzeit eingeschaltet war“.Tesla hatte Strafanzeige gegen einen Gewerkschaftssekretär der IG Metall erstattet und ihm vorgeworfen, er habe mit seinem Laptop heimlich und unerlaubt die Betriebsratssitzung am 10. Februar aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz ein. Die IG Metall erstattete Strafanzeige gegen Werksleiter André Thierig wegen des Vorwurfs der üblen Nachrede.Dominik JägerDeutsche Bahn macht 2025 erneut MilliardenverlustAbschreibungen beim Fernverkehr haben bei der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr erneut zu einem hohen Milliardenverlust geführt. Unter dem Strich verzeichnete der bundeseigene Konzern ein Minus von 2,3 Milliarden Euro, wie die Bahn mitteilte. Damit erhöhte sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,5 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür seien Wertminderungen bei der Unternehmenstochter DB Fernverkehr in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Die Sparte erwarte zukünftig aufgrund der anhaltenden Probleme bei der Infrastruktur deutlich niedrigere Umsätze. Da sich der Zustand des Netzes und damit auch die Pünktlichkeit nur langsam erholen, wirkt sich das längerfristig auf das Geschäft im Fernverkehr aus. Hinzu kommt, dass die Deutsche Bahn die gut laufende Logistiktochter DB Schenker im vergangenen Jahr verkauft hat. Damit fehlt dem Konzern nun ein wichtiger Gewinnbringer. Der Verkaufserlös ging nahezu ausschließlich in den Abbau des hohen Schuldenbergs, der dadurch im vergangenen Jahr laut Bahn um knapp 12 Milliarden auf nunmehr 20,7 Milliarden Euro abgebaut werden konnte. Mehr ladenTickarooLive Blog Software