Der Wettbewerb hat die Karrieren einiger der weltweit bekanntesten Künstler beflügelt, darunter die schwedische Popgruppe
Abba und die kanadische Sängerin
Céline Dion, die 1988 für die Schweiz antrat. Deutschland gewann den ESC zweimal, 1982 mit »Ein bisschen Frieden« von
Nicole und 2010 mit »Satellite« von
Lena Meyer-Landrut. In diesem Jahr tritt die ehemalige Castingshow-Teilnehmerin
Sarah Engels mit einer Tanzperformance an. »Da wir das 70. Jubiläum des
Eurovision Song Contest feiern, erscheint es besonders bedeutsam, dieses nächste Kapitel mit Asien zu eröffnen, einer Region, die reich an Kultur, Kreativität und Talent ist«, sagte
Martin Green, der Direktor des Wettbewerbs, in der Ankündigung am Dienstag.
Bangkok sei die perfekte Stadt für die Ausrichtung des Wettbewerbs, da sie »schon immer ein Ort war, an dem Kulturen zusammenkommen, an dem Musik in der Luft liegt und an dem Feiern zum Alltag gehört«, sagte
Chuwit Sirivajjakul, ein Vertreter der thailändischen Tourismusbehörde.Beschwerlicher Weg nach AsienDer Weg zu Eurovision Asia war jedoch kompliziert. Bereits 2008 kündigte die EBU erstmals einen ESC-Ableger für den asiatisch-pazifischen Raum an, der 2009 unter der Ägide Singapurs stattfinden sollte. Damals waren noch China, Japan, Malaysia und Taiwan unter den geplanten Teilnehmernationen. Die Pläne wurden verworfen, bis es 2016, nun unter Federführung des australischen Senderverbunds SDS, erneut zu Planungen kam, den asiatischen Wettbewerb zu erschaffen. Das Commonwealth-Land Australien nimmt seit 2015 am
Eurovision Song Contest teil, wäre also das Verbindungsglied zwischen Europa und dem pazifischen Raum gewesen. Doch wiederum kamen die Pläne ins Stocken. Im Mai 2025 wagte sich dann der Bhutan Broadcasting Service (BBS) mit der Ankündigung vor, Bhutan würde sich mit einem nationalen Wettbewerb auf eine kommende Ausgabe des Eurovision Asia vorbereiten. Im Herbst vergangenen Jahres wurden sämtliche Spekulationen darüber jedoch von
Martin Green beendet, als der Eurovision-Chef behauptete, es gebe keine konkreten Planungen. Im Hintergrund liefen jedoch die Vorbereitungen durch die in Los Angeles ansässige Organisation Voxovation, die 2022 für die EBU bereits den »American Song Contest« in den USA betreute. Den asiatischen ESC-Ableger veranstaltet Voxovation zusammen mit der thailändischen Firma S2O Productions. Überschattet von der WeltpolitikDie europäische Hauptgala zieht jedes Jahr mehr als 100 Millionen Zuschauer an. Der diesjährige Hauptwettbewerb mit 35 teilnehmenden Ländern soll im Mai in Wien stattfinden. Doch die friedliche Botschaft des vor allem in der LGBTQ+-Gemeinde beliebten Song Contests wird durch die aktuellen politischen Verwerfungen empfindlich gestört. Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien boykottieren den Wettbewerb in diesem Jahr aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Teilnahme Israels. Der Krieg zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen führte in den vergangenen zwei Jahren zu Protesten vor den Veranstaltungsorten und zwang die Organisatoren dazu, gegen das Schwenken politischer Flaggen und das Zeigen entsprechender Symbole vorzugehen. Der ORF kündigte jedoch an, beim kommenden ESC in Wien Flaggen zuzulassen, auch die palästinensische. Der ESC ist eigentlich bestrebt, den Pop-Wettbewerb aus der Politik herauszuhalten, wurde jedoch wiederholt in weltpolitische Ereignisse verwickelt. Russland wurde 2022 nach seiner groß angelegten Invasion der Ukraine ausgeschlossen. Infolgedessen hat Moskau einen eigenen internationalen Gesangswettbewerb ins Leben gerufen, der unter dem Namen »Intervision« bekannt ist.Politische Spannungen könnten auch in Asien auftreten. Allein das nun den ersten asiatischen ESC austragende
Thailand war im vergangenen Jahr zweimal in tödliche Grenzkonflikte mit seinem Nachbarn Kambodscha verwickelt.