Zwölf Nationen spielen um die letzten Plätze bei der Fußball-WM. In Schweden kommt es zum Duell zweier Spitzenstürmer, Italien muss eine Blamage abwenden – und
Arda Güler trägt den türkischen WM-Traum auf dem Fuß.Džekos kleiner Vorteil285 Spiele hat die bosnische Nationalmannschaft seit der Unabhängigkeit des Landes bestritten, in mehr als der Hälfte davon stand
Edin Džeko auf dem Platz. Und als sich der beste Fußballer in Bosniens Geschichte am Donnerstag, in seinem 155. Spiel, vom Rasen in Cardiff abdrückte und den Ball ins Tor köpfte, sorgte er dafür, dass sein 156. Länderspiel eins der wichtigsten wird. Wenn er und sein Team am Dienstag gegen Italien um Bosniens zweite WM-Teilnahme spielen, haben sie den kleinen Vorteil, dass sie einen großen Erfolg erringen können – während der Gegner eine Blamage abwenden muss.Gelsenkirchen oder HoustonMit Gelsenkirchen, dem Arbeitsort von
Edin Džeko, verbindet mancher in der Demokratischen Republik Kongo besondere Erinnerungen. 1974 spielten die Profis des damaligen Zaire dort zwei ihrer insgesamt drei WM-Spiele: Gegen Jugoslawien verloren sie 0:9, gegen Brasilien 0:3. Das vierte WM-Spiel könnte am 19. Juni in Houston stattfinden, vorausgesetzt, die Kongolesen gewinnen am Dienstagabend gegen Jamaika. Vielleicht ist dann auch Michel Nkuka Mboladinga wieder dabei: Ein Fan, der zur Internet-Bekanntheit wurde, weil er in jedem Spiel eine Geste des Freiheitskämpfers Patrice Lumumba imitiert.Duell der Spitzenstürmer„He’s scoring goals with the cannon on his chest“, singen die Fans des FC Arsenal über
Viktor Gyökeres. Er schießt aber nicht nur Tore mit der Kanone, sondern auch mit dem gelben Kreuz der schwedischen Flagge auf der Brust. Am Donnerstag gegen die
Ukraine waren es drei. Die würden den Schweden wohl auch gegen Polen zur WM-Teilnahme reichen. Es sei denn – nicht auszuschließen:
Robert Lewandowski schießt vier.Zaubern mit linksArda Güler trägt den türkischen WM-Traum auf seinem linken Fuß. Im Play-off-Halbfinale sorgte er für einen jener genialen Momente, auf den Fans warten: ein Traumpass über mehr als 40 Meter, den Ferdi Kadioglu zum 1:0-Sieg vollendete. Im Finale gegen den
Kosovo soll Güler wieder zaubern.Iraks Stunde schlägt (vielleicht)Der Irak war als eine der beiden in der Weltrangliste bestplatzierten Nationen fürs Finale gesetzt, Bolivien musste sich mit einem 2:1 gegen Suriname erst dorthin kämpfen. An Erholung war für die irakischen Spieler trotzdem nicht zu denken: Weil der Luftraum wegen des Konflikts im Nahen Osten gesperrt ist, musste die Mannschaft mit dem Bus von Bagdad nach Amman, und von dort weiter nach Mexiko reisen. Sollte sie sich für die Endrunde qualifizieren, hätte dies eine symbolische Bedeutung über den Sport hinaus: An die einzige WM-Teilnahme von 1986 können sich große Teile der Bevölkerung nicht einmal erinnern, weil sie damals noch gar nicht geboren waren.Spektakel? Mirakel? Debakel?Dänemark wähnte sich schon als WM-Teilnehmer, ein Unentschieden hätte gereicht. Doch eine Niederlage gegen Schottland in der Nachspielzeit verhinderte die direkte Qualifikation. Nun müssen die Dänen den Umweg über die Play-off-Runde nehmen. Im Finale wartet Tschechien, das auch zum Spektakel neigt: Gegen Irland fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen.