Bei der Bundesregierung stößt diese Idee nun auf Anklang. »Ich begrüße den Vorstoß des Verbands deutscher Reeder«, sagte der maritime Koordinator der Regierung, Christoph Ploß, dem SPIEGEL. Es stehe fest, so der CDU-Politiker, »dass wir im Krisenfall auf ausreichend Seeleute auf den Schiffen angewiesen sind«. Reederchef: »Größere nationale Personalbasis« nötigVDR-Chef Kröger sagte: »Wir brauchen langfristig eine noch größere nationale Personalbasis.« Den Seedienst sieht er als Angebot der Branche an die Politik, um maritime Kompetenz und gesamtstaatliche Resilienz zu stärken. »Eine resiliente Nation braucht nicht nur Soldatinnen und Soldaten, sondern auch Seeleute, die ihre Versorgung sichern.« Durch den Seedienst solle es wieder mehr Menschen in Deutschland geben, die wüssten, wie Schiffe funktionieren und die Grundkenntnisse in Navigation beherrschen. Sollte es künftig wieder zu einer Wehrpflicht kommen, wäre ein Seedienst auf Handelsschiffen aus Sicht der Reeder auch eine Möglichkeit, zivilen Ersatzdienst zu leisten. Der Verband verlangt für diesen Fall zudem, dass Seeleute von einer etwaigen Wehrpflicht zurückgestellt werden. Sie seien für Versorgung und Transport unverzichtbar.Die Reeder erhoffen sich durch den Seedienst aber auch »einen positiven Effekt« auf junge Leute, damit diese weiter in der Branche bleiben wollen, wie Kröger sagte. Sie könnten praktische Erfahrungen an Bord sammeln, die auf eine spätere Ausbildung angerechnet werden sollen. Die maritime Wirtschaft sei unabhängig vom Vorschlag »für Deutschlands Versorgung, Resilienz und Sicherheit essenziell«, sagte der maritime Koordinator Ploß. Die Gewinnung von Nachwuchs sei dabei wichtig, die Branche biete »spannende Jobmöglichkeiten mit sehr guten Perspektiven«.Seit 2023 ist die Zahl der Neueinsteiger auf See um knapp 30 Prozent auf rund 540 gestiegen. Gewählt werden vor allem die gut bezahlten nautischen und technischen Offizierslaufbahnen sowie die Ausbildung zum Schiffsmechaniker.
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TUE · 2026-03-31 · 11:22 GMTBRIEF NSR-2026-0331-45156
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Seedienst: Maritimer Koordinator Christoph Ploß offen für Wehrdienst-Alternative
Angesichts von Krisen und Kriegen verlangen deutsche Reeder die Einführung eines Seediensts auf Handelsschiffen – zum Aufbau einer zivilen maritimen Reserve. Der zuständige Koordinator der Bundesregierung begrüßt den Vorstoß.
DER SPIEGELDer SpiegelFiled 2026-03-31 · 11:22 GMTLean · Center-LeftRead · 2 min

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