Rund um Neapel häufen sich kurz vor Beginn der Urlaubssaison Hepatitis-A-Infektionen. Wie sich das Virus bemerkbar macht und was das Auswärtige Amt Reisenden jetzt rät.Bislang galt bei Reisen in Europa hauptsächlich für osteuropäische Länder ein erhöhtes Risiko für Hepatitis A. Seit Jahresbeginn kommt es jedoch auch in der beliebten italienischen Urlaubsregion Kampanien vermehrt zu Infektionen mit dem Virus.Die Stadt Neapel hat der örtlichen Gastronomie zuletzt untersagt, rohe Meeresfrüchte anzubieten. An der italienischen Amalfiküste hat es seit Jahresbeginn überdurchschnittlich viele Hepatitis-A-Erkrankungen gegeben. Auch zu Hause sollen keine Frutti di Mare zubereitet und gegessen werden.Wie äußert sich eine Hepatitis-A-Infektion?Bei Hepatitis handelt es sich um eine virale Infektion der Leber. Neben einem allgemeinen Krankheitsgefühl gehören grippeähnliche Symptome und Magen-Darm-Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit oder Erbrechen dazu. Darüber hinaus kann es zu einer erhöhten Körpertemperatur sowie Gelbsucht kommen. Bei Kindern sollte beachtet werden, dass die Infektion häufig symptomfrei verlaufen kann.Zwischen Ansteckung und ersten Symptomen vergehen durchschnittlich 28 bis 30 Tage. Das Robert-Koch-Institut (RKI) betont jedoch, dass Betroffene häufig nur ein bis zwei Wochen vor und nach Symptombeginn ansteckend sind. Auch wenn die Genesung häufig mehrere Wochen andauern kann, erholt sich ein gesunder Mensch in der Regel vollständig.Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?Hepatitis-A-Viren werden insbesondere über verunreinigtes Wasser übertragen. Dies kann sowohl Trink- als auch Badewasser sein. Das RKI rät daher in betroffenen Ländern dazu, auf rohe Meeresfrüchte, getrocknete Lebensmittel wie Tomaten oder Datteln sowie nicht ausreichend gewaschenes rohes Gemüse und Salat zu verzichten.Sowohl für Hepatitis Typ A als auch Typ B gibt es einen Impfstoff. Die Impfung kann zwar nicht vollends eine Infizierung verhindern, vermindert das Risiko jedoch erheblich und schützt vor einem stärkeren Verlauf.Darauf sollten Sie auf Ihrer Reise achten:Verzichten Sie auf rohe Meeresfrüchte.Obst und Gemüse sollten möglichst nur geschält und/oder gekocht verzehrt werden.Waschen Sie gründlich und regelmäßig Ihre Hände.Trinken Sie nur gekennzeichnetes Trinkwasser.Verwenden Sie Desinfektionsmittel mit nachgewiesener „viruzider“ Wirksamkeit.Prüfen Sie, ob eine Impfung gegen das Virus für Sie sinnvoll sein könnte.Ist eine Impfung gegen Hepatitis A und/oder B für mich sinnvoll?Um herauszufinden, welche Reiseimpfungen für einen selbst sinnvoll sind, hilft eine reisemedizinische Beratung. Die Deutsche Leberstiftung rät, sie sechs bis acht Wochen vor Reisebeginn in Anspruch zu nehmen.Hepatitis A:Dem RKI zufolge besteht eine Impfempfehlung bei Reisen nach Mittel- und Südamerika, nach Afrika sowie nach Asien. Auch für Reisen in osteuropäische Länder ist eine Hepatitis-A-Impfung sinnvoll.Eine Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen. Eine gute Nachricht für alle, die das Thema Hepatitis-Schutz erst kurz vor ihrer Reise anpacken: Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung haben die meisten Geimpften einen ausreichenden Schutz aufgebaut, so die Deutsche Leberstiftung.Hepatitis B:Grundlage ist eine individuelle Risikobeurteilung. Das RKI empfiehlt Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis B nur, wenn ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählt unter anderem eine Reisedauer von mehr als vier Wochen oder der Plan, sich im Reiseland operieren oder ein Tattoo stechen zu lassen.Ein Teil der Geimpften hat bereits nach einer oder zwei Impfungen einen kurzfristigen Schutz, schreibt das RKI. Es gibt auch Kombi-Impfstoffe, die vor Hepatitis A und B schützen. Diese sollten aber wesentlich früher vor Reisebeginn als die Einzelimpfungen vorgenommen werden.Wie unterscheidet sich Hepatitis Typ B von Typ A?Der Hepatitis Typ B wird hauptsächlich über Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen. Bei Infektion besteht zudem ein höheres Risiko eines chronischen Verlaufs sowie für Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs. Darüber hinaus ist die Inkubationszeit mit einem Durchschnitt von zwei bis drei Monaten länger als bei Typ A.Sollte auf die Reise nach Italien verzichtet werden?Auch wenn das Auswärtige Amt auf den Hepatitis-Ausbruch in Neapel aufmerksam macht, gibt es bisher keine Reisewarnung oder Empfehlungen, von einer Reise abzusehen. Wer den Koffer für den Urlaub in Italien schon bereitgestellt hat, kann diesen auch weiter packen. Wer sich also achtsam verhält und über Risiken und Impfmöglichkeiten informiert, ist gut beraten. Wo, wenn nicht in Italien, gibt es eine Fülle an kulinarischen Alternativen zu Meeresfrüchten?