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WED · 2026-04-01 · 04:01 GMTBRIEF NSR-2026-0401-46319
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NSR-2026-0401-46319News Report·DE·Political Strategy

Zwei Jahre Teillegalisierung Cannabis: Etwa fünf Millionen Menschen kiffen

Seit zwei Jahren ist der Besitz und Konsum von kleinen Mengen Cannabis für Erwachsene in Deutschland teilweise legalisiert. Eine zweite Zwischenbilanz untersucht nun die Auswirkungen des Gesetzes.

Philipp EcksteinTagesschau (ARD)Filed 2026-04-01 · 04:01 GMTLean · CenterRead · 3 min
Zwei Jahre Teillegalisierung Cannabis: Etwa fünf Millionen Menschen kiffen
Tagesschau (ARD)FIG 01
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Seit zwei Jahren ist der Besitz und Konsum von kleinen Mengen Cannabis für Erwachsene in Deutschland teilweise legalisiert. Eine zweite Zwischenbilanz untersucht nun die Auswirkungen des Gesetzes. Demnach hat sich der Cannabiskonsum kaum verändert, wobei der Konsum bei Jugendlichen leicht rückläufig ist, während er bei Erwachsenen leicht zugenommen hat; schätzungsweise fünf Millionen Menschen konsumieren Cannabis gelegentlich. Die Studie deutet auf einen Rückgang des Schwarzmarktes hin, da immer mehr Menschen Cannabis über Privatrezepte aus Apotheken beziehen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant jedoch, gegen die Online-Verschreibung von Cannabis ohne vorherige ärztliche Beratung vorzugehen. Das Gesetz zur Teillegalisierung wird weiterhin wissenschaftlich begleitet.

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Article analysis

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Political Strategy
Public Health
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Well sourced
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Key claims

5 extracted
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The online prescription of medical cannabis without prior personal consultation will be stopped.

quoteNina Warken (CDU), Bundesgesundheitsministerin
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Adults in Germany have been allowed to possess and consume small amounts of cannabis for two years.

factual
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The number of cannabis consumers among young people has been steadily declining since around 2019.

factualDaniel Kotz, Professor für Suchtforschung an der Uni Düsseldorf
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Around five million people in Germany consume cannabis at least occasionally.

statistic
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The black market for cannabis has decreased.

factualJörg Kinzig, Professor für Kriminologie an der Uni Tübingen
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Seit zwei Jahren dürfen Erwachsene in Deutschland kleine Mengen Cannabis besitzen und konsumieren. Die Debatte über diese Teillegalisierung geht aber weiter. Jetzt liegt eine zweite Zwischenbilanz vor. Die Cannabis-Verbotspolitik in Deutschland - gescheitert! So sah es vor gut zwei Jahren der damalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD: "Was auch immer wir tun, wir können so nicht weitermachen." Mehr Konsumenten, verunreinigtes und damit besonders gefährliches Cannabis, überlastete Polizeien und Gerichte. Mangelhafter Jugendschutz. So sahen es die Ampelparteien SPD, Grüne und FDP. "Wir schaffen ein Angebot, eine Alternative zu dem bedenklichen, kriminellen Schwarzmarkt", so Lauterbach weiter. Seit dem 1. April 2024 gilt: 25 Gramm Cannabis dürfen Erwachsene unterwegs dabeihaben, zu Hause sind 50 Gramm erlaubt - und auch der Anbau von bis zu drei Hanfpflanzen. Wie sich all das auswirkt? Das wird - so ist es im Gesetz geregelt - wissenschaftlich untersucht. Nach dem ersten Bericht im Herbst 2025 liegt nun Teil zwei vor - und erneut zeigt sich: Beim Konsum hat sich kaum etwas verändert, frühere Trends aus der Zeit vor der Teillegalisierung setzen sich fort. "Wir sehen bei den Jugendlichen eine stetige Rücknahme im Anteil der Konsumierenden", sagt Daniel Kotz, Professor für Suchtforschung an der Uni Düsseldorf. Seit etwa 2019 sei das eher rückläufig. Bei Erwachsenen hingegen nehme die Zahl der Cannabis-Konsumenten seit Jahren zu, "und dieser leichte Anstieg hat sich leicht fortgesetzt". Laut Schätzungen kiffen in Deutschland rund fünf Millionen Menschen zumindest gelegentlich. In seinem aktuellen Bericht schaut das Forscherteam, das die Folgen des Cannabisgesetzes untersucht, auch auf den Schwarzmarkt: "Wir gehen nach allen unseren Untersuchungen und Erhebungen davon aus, dass es zu einem Rückgang des Schwarzmarktes gekommen ist", sagt Jörg Kinzig, Professor für Kriminologie an der Uni Tübingen. Ein wesentlicher Grund dafür: Immer mehr Menschen kaufen sich mit leicht erhältlichen Privatrezepten Cannabis, das offiziell für medizinische Zwecke vorgesehen ist. Nur: Dass sich mittlerweile auch viele Freizeit-Kiffer ihr Gras bequem und einfach über Online-Apotheken besorgen, war eigentlich so nie vorgesehen. Und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat bereits im Oktober vergangenes Jahres angekündigt gegenzusteuern: "Die Online-Verschreibung ohne vorherige persönliche ärztliche Konsultation werden wir unterbinden." Das Gesetzesvorhaben wird derzeit im Bundestag beraten. Doch wenn der Zugang zu medizinischem Cannabis strenger kontrolliert wird, könnten wieder mehr Menschen auf den Schwarzmarkt ausweichen. Denn legal gibt es Gras nur aus privatem Eigenanbau oder von Anbauvereinigungen - und von denen existieren bislang nur wenige, und die können nur einen kleinen Teil der Konsumenten versorgen. Kriminologe Kinzig meint daher, die Politik sollte überlegen, "diese sehr restriktiven Zugangsbedingungen für die Anbauvereinigungen etwas lockerer zu machen, damit über die Anbauvereinigungen dann auch legal Cannabis bezogen werden kann". Dass die Bundesregierung diesen Empfehlungen folgt, ist aber unwahrscheinlich. Zumindest Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU hatte bereits vor einigen Monaten klargestellt: "Politik hat die Aufgabe, hier nicht fördernd zu wirken, sondern verhindernd zu wirken", so Dobrindt. Das Cannabis-Gesetz tue aber das Gegenteil: "Ein richtiges Scheiß-Gesetz, wenn sie mich fragen." Ein Argument, auf das Kritiker der teilweisen Legalisierung von Cannabis verweisen könnten: Im Jahr 2025 haben die Sicherheitsbehörden in Deutschland eine Rekordmenge an Cannabis sichergestellt. Wie passt das zu der Aussage, der Schwarzmarkt verliere an Bedeutung? In dem Bericht wird dazu ausgeführt: Auch in anderen europäischen Staaten habe es zuletzt "massive Anstiege der Sicherstellungsmengen an Cannabis" gegeben. Ein maßgeblicher Einfluss der Teillegalisierung erscheine vor diesem Hintergrund daher eher unwahrscheinlich." Viel Cannabis stamme aus Nordamerika und Thailand. Die Autoren des Berichts vermuten, dass, nachdem dort die Cannabis-Regeln liberalisiert wurden, "kriminelle Gruppierungen aus Nordamerika und Südostasien versuchen, ihre finanziellen Verluste auf dem europäischen Markt wettzumachen oder zumindest das (legal) überproduzierte Cannabis in anderen Ländern unter die Konsumierenden zu bringen". Mit der Forderung das Gesetz abzuschaffen, konnten sich CDU und CSU in den Koalitionsverhandlungen nicht durchsetzen. Mit der SPD ist vereinbart: Das Cannabis-Gesetz wird "ergebnisoffen" geprüft. Das Forschungsprojekt dazu läuft weiter. 2028 soll es einen Abschlussbericht geben.
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