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WED · 2026-04-01 · 09:22 GMTBRIEF NSR-2026-0401-47024
News/Teillegalisierung: Deutschland laut Beri/Bericht zu Cannabisgesetz: Deutschland hat jetzt den größten…
NSR-2026-0401-47024News Report·DE·Economic Impact

Bericht zu Cannabisgesetz: Deutschland hat jetzt den größten legalen Cannabismarkt

Ein wissenschaftlicher Zwischenbericht zwei Jahre nach der Cannabis-Teillegalisierung in Deutschland zeigt sowohl positive Entwicklungen als auch Problembereiche auf. Experten der Universitäten Düsseldorf, Hamburg und Tübingen stellen fest, dass ein wachsender Konsumanteil aus legalen Quellen stammt und der Schwarzmarkt möglicherweise langsam verdrängt wird.

FAZFiled 2026-04-01 · 09:22 GMTLean · Center-RightRead · 3 min
Bericht zu Cannabisgesetz: Deutschland hat jetzt den größten legalen Cannabismarkt
FAZFIG 01
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Ein wissenschaftlicher Zwischenbericht zwei Jahre nach der Cannabis-Teillegalisierung in Deutschland zeigt sowohl positive Entwicklungen als auch Problembereiche auf. Experten der Universitäten Düsseldorf, Hamburg und Tübingen stellen fest, dass ein wachsender Konsumanteil aus legalen Quellen stammt und der Schwarzmarkt möglicherweise langsam verdrängt wird. Allerdings sei es für eine abschließende Bewertung noch zu früh. Der Bericht kritisiert unter anderem die häufige Verschreibung von Medizinalcannabis mit zu hohem Wirkstoffgehalt und den Rückgang von Suchtpräventionsmaßnahmen bei Jugendlichen. Deutschland hat laut Bericht den größten legalen Markt für medizinisches Cannabis in Europa geschaffen, mit einem Import von 200 Tonnen im Jahr 2025, was einem Anstieg von 198 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Es gibt Bedenken hinsichtlich der Transparenz und der möglichen Rolle Deutschlands als Verteilzentrum.

Confidence 0.90Sources 1Claims 5Entities 9
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Economic Impact
Public Health
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Key claims

5 extracted
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In 2025, 200 tons of medical cannabis were legally imported.

statisticJakob Manthey
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Germany has created the largest legal commercial market for medical cannabis in Europe.

factualZwischenbericht
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Early interventions for addiction prevention among children and adolescents have decreased.

factualDie Analyse
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The consumption share from legal sources is slightly increasing.

factualExpertinnen und Experten der Universitäten Düsseldorf, Hamburg und Tübingen
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There are indications that the black market is slowly being displaced by legal offers.

factualExpertinnen und Experten der Universitäten Düsseldorf, Hamburg und Tübingen
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Full report

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Zwei Jahre nach der umstrittenen Teillegalisierung von Cannabis sieht ein wissenschaftlicher Zwischenbericht auch Fehlentwicklungen und Korrekturbedarf an einigen Stellen. Inzwischen komme ein leicht wachsender Konsumanteil aus legalen Quellen, heißt es in einer Zwischenbilanz von Expertinnen und Experten der Universitäten Düsseldorf, Hamburg und Tübingen. Und es gebe Anzeichen, dass der Schwarzmarkt „langsam durch legale Angebote verdrängt wird“.Für eine abschließende Bewertung sei es aber verfrüht. Aus Daten lasse sich bislang nicht ablesen, ob die Organisierte Kriminalität in diesem Bereich geschwächt sei, sagt Suchtforscher Jakob Manthey vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) der Deutschen Presse-Agentur. Er gehört zu den Autoren des Berichts, der die Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) ausloten soll.Kritisch sieht die Analyse unter anderem den Gebrauch von Medizinalcannabis: Für therapeutische Zwecke werde es viel zu oft mit zu hohem Wirkstoffgehalt verschrieben, was ein erhöhtes Gesundheitsrisiko berge. Frühe Interventionen zur Suchtvorbeugung bei Kindern und Jugendlichen seien zudem zurückgegangen. Die Polizei beklage Probleme bei der Verfolgung des weiter existierenden illegalen Cannabis-Handels.„Größter legal-kommerzieller Cannabismarkt Europas geschaffen“Der Gesetzgeber habe in Deutschland „den größten prinzipiell legal-kommerziellen Markt“ für medizinisches Cannabis in Europa geschaffen, heißt es im Zwischenbericht. 2025 seien 200 Tonnen medizinisches Cannabis legal-kommerziell eingeführt worden, berichtet Manthey, Koordinator des Forschungsprojekts. „Es gibt in keinem anderen europäischen Land einen legalen Cannabismarkt in dieser Größenordnung.“Im Vergleich zu 2024 sei das ein Einfuhrplus von 198 Prozent. Der Import – vor allem aus Kanada – sei privatwirtschaftlich organisiert, erläutert der Forscher. Ob und in welchem Umfang dabei auch illegale Gruppen an der Herstellung des Cannabis aus medizinischem Anbau involviert seien und was genau dann hierzulande mit den gestiegenen Mengen passiere, sei unklar. Es fehle an Transparenz und es gebe Hinweise darauf, dass Deutschland auch Verteilzentrum sei.Anbauvereinigungen spielen kaum eine RolleInsgesamt wird der Gesamtbedarf in Deutschland pro Jahr von den Experten auf 670 bis 823 Tonnen geschätzt. Seit April 2024 bauten immer mehr Konsumierende Cannabis selbst an. Nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen, die nach einer Genehmigung erlaubt sind, „spielen bei der partiellen Verdrängung des Schwarzmarktes“ noch eine untergeordnete Rolle, bilanziert der zweite Zwischenbericht. Anbau und Weitergabe aus diesen Vereinigungen sollten gestärkt werden. Eine Genehmigung sei derzeit komplex und unterliege sehr restriktiven Bedingungen (eine ausführliche F.A.Z.-Recherche zum Cannabisgesetz und den Folgen für die organisierte Kriminalität lesen Sie hier).Der Bezug von Cannabis aus der Apotheke sei moderat gestiegen. Es würden regelmäßig Präparate oder Blüten mit einem sehr hohen THC-Gehalt – im Durchschnitt 25 Prozent – verschrieben. Das bedeute ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme. Der Gehalt des psychoaktiven Tetrahydrocannabinol in frei verschreibbaren Blüten solle bei unter 10 Prozent liegen. Wenn bestimmte Patientengruppen einen höheren THC-Gehalt benötigten, könne das wieder unter „Betäubungsmittel“ geführt werden.Auswirkungen auf Jugendschutz rufen nach rechtlichen KorrekturenSeit April 2024 sind Kiffen und der Anbau für Volljährige mit vielen Beschränkungen erlaubt. Erwachsene dürfen daheim bis zu drei Pflanzen anbauen, bis zu 50 Gramm Cannabis aufbewahren und bis zu 25 Gramm unterwegs bei sich haben. Für Jugendliche ist Cannabis weiterhin verboten. Der Kinder- und Jugendschutz sollte laut Gesetz gestärkt werden.Frühinterventionen und Beratungsangebote für Jugendliche, die Cannabis konsumieren, würden nun jedoch deutlich seltener in Anspruch genommen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass nach den neuen Regelungen bei Cannabis-Auffälligkeiten in der Regel keine Strafanzeige mehr erstattet werde – es sei denn, der junge Mensch mache sich strafbar oder gefährde andere, erläutert Suchtforscher Daniel Kotz aus Düsseldorf. Es gebe durch die Justiz kaum noch verpflichtende Zuweisungen in Frühinterventionskurse.Die Zuständigkeiten seien unklarer, die Zusammenarbeit schwieriger geworden zwischen relevanten Akteuren wie Polizei, Jugendhilfe und Suchtprävention. Es bestehe aber unter Jugendlichen ein hohes Risikobewusstsein bei Cannabis. Der Anteil konsumierender Jugendlicher gehe anhaltend seit 2019 zurück.Die Evaluation sieht jedoch Anhaltspunkte dafür, dass der Bezug von Cannabis auf dem Schwarzmarkt zurückgegangen sei. Eine Befragung von mehr als 2.000 Personen aus den Reihen der Kriminalpolizei ergab zugleich, dass es schwieriger geworden sei, Akteure auf dem illegalen Schwarzmarkt zur Rechenschaft zu ziehen. Vor allem die Strafverfolgungsbehörden beklagten, dass die Kriminalität mit Bezug zu Cannabis schwerer bekämpft werden könne, berichtet Kriminologe Jörg Kinzig von der Uni Tübingen.Mit Blick auf den Verbrauch insgesamt in Deutschland heißt es: „Ein Anstieg des Konsums, der auf die Reform zurückgeführt werden könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar.“ Der Abschlussbericht soll im April 2028 folgen.Unions-Minister reagierten auf den Zwischenbericht mit Kritik am Cannabisgesetz der Ampel. Gesundheitsministerin Nina Warken nannte die Teillegalisierung einen Fehler. „Frühinterventionen, die Kinder und Jugendliche vom Konsum abhalten sollen, gehen stark zurück“, sagte die CDU-Politikerin. Innenminister Alexander Dobrindt nannte das Legalisierungsgesetz laut der gemeinsamen Mitteilung einen „vollkommenen Rohrkrepierer“. Der Schwarzmarkt „boomt“, so der CSU-Politiker. Familienministerin Karin Prien (CDU) forderte Nachsteuerungen bei der Suchtprävention für Kinder und Jugendliche.
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Entities

9 identified
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Keywords & salience

8 terms
cannabisgesetz
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legale cannabismarkt
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medizinalcannabis
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organisierte kriminalität
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