analyse Stand: 01.04.2026 • 15:37 Uhr
Steve Jobs und später
Tim Cook haben
Apple vom Garagen-Start-up zu einem der mächtigsten und wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Zum 50. Geburtstag steht
Apple aber vor großen Herausforderungen. Den Dritten kennt kaum jemand. Neben
Steve Jobs und
Steve Wozniak gehört am 1. April 1976 auch
Ronald Wayne zu den
Apple-Gründern. Mit dem ersten großen großen Auftrag über den Bau von 50 Computern kommt Familienvater Wayne aber ins Grübeln. "Dafür brauchten sie Teile für 15.000 Dollar. Heute wären das 100.000 Dollar. Hätte das nicht geklappt, wären wir persönlich haftbar gewesen. Ich hätte alles verlieren können." Das will Wayne nicht riskieren und ist nach zwölf Tagen raus. Die erste
Apple-Zentrale ist die Garage von
Steve Jobs' Eltern. Die Geschichte erzählt Jobs auch noch Jahrzehnte später. "Woz und ich haben mit
Apple in der Garage meiner Eltern angefangen. Nach zehn Jahren ist aus den zwei aus der Garage ein Milliarden-Unternehmen mit 4.000 Beschäftigten geworden."
Steve Jobs versteht sehr früh: Innovative Produkte reichen nicht. Wichtig sind auch gute Geschichten - das "Storytelling", um die eigenen Geräte von anderen abzuheben, um sie begehrenswerter, cooler und zum Statussymbol zu machen. Jobs will mit
Apple die Welt verändern. "Wir sind hier, um dem Universum eine Delle zu verpassen", sagte er einmal in einem Interview mit dem Playboy. Auf seine Mitmenschen nimmt er dabei allerdings nicht immer Rücksicht. "Er war schnell gereizt. Manchmal konnte er sehr, sehr gemein zu Leuten sein. Egal, ob es eine Kellnerin war oder ein Programmierer, der die ganze Nacht durchgearbeitet hatte." Das sagt
Walter Isaacson über
Steve Jobs. Der Autor hat den
Apple-Chef über 40-mal interviewt und kurz nach Jobs' Tod 2011 eine Biografie über ihn veröffentlicht.
Steve Jobs ist der Visionär,
Steve Wozniak das Computer-Genie.
Apple macht das Design der Geräte zum strategischen Kern. Computer sollen aber nicht nur schick aussehen, jeder und jede sollte sie intuitiv bedienen können. Jobs will den Personal Computer für die Masse - nicht nur für IT-Fachleute. Der
Macintosh ist 1984 einer der ersten Computer mit einer Maus. Über eine grafische Oberfläche konnten User Programme starten, indem sie Symbole anklicken. Bis dahin mussten sie aufwändig Befehle eintippen.
Apple hat weder die Maus noch die Oberfläche erfunden - aber weiterentwickelt und massentauglich gemacht. Der erste
iPod ist 2001 nicht nur ein Gerät, auf das Hunderte Song-Dateien passen. Im iTunes-Store verkauft
Apple jetzt auch digitale Musik und wird ein mächtiger Mitspieler in der Musikindustrie. 2007 stellt
Steve Jobs in San Francisco das iPhone vor, es ist bis heute Apples wichtigstes Gerät. Der Konzernumsatz lag 2025 bei rund 415 Milliarden Dollar, über die Hälfte davon machen iPhone-Verkäufe aus. "Das war ja eigentlich ein Computerhersteller, und durch den Erfolg des iPhones hat sich alles danach ausgerichtet", sagt Philipp Alvares, Journalist und
Apple-Experte beim Handelsblatt. Die
Apple-Story in der Mediathek Vor 50 Jahren wurde
Apple gegründet. Die dreiteilige ARD-Doku "Die
Apple-Story – Eine Vision verführt die Welt" erzählt Apples Weg von der Gegenkultur zum Weltkonzern und den atemberaubenden Aufstieg des eigensinnigen Visionärs
Steve Jobs. Die Doku zeichnet die Geschichte einer technologischen Revolution nach, die unsere digitale Gegenwart formte. Der Erfolg des Geräts verändert nicht nur das Unternehmen - sondern auch die Art, wie Menschen das Internet nutzen. "Das iPhone hat ja auch überhaupt diese Kategorie Smartphone etabliert und diese ganze App-Ökonomie in der wir heute leben und mit Uber unser Taxi bestellen oder unsere Finanzen über die Sparkassen-App regeln", sagt Alvares. Schon der eigene App-Store macht das Unternehmen extrem mächtig. Auf der ganzen Welt sind nach Unternehmensangaben 2,5 Milliarden
Apple-Geräte aktiv. Allein
Apple entscheidet, welche Apps auf die Geräte dürfen, welche nicht - und kassiert bei jeder Transaktion im App-Store mit.
Apple-Geräte sind eng verzahnt und funktionieren nahtlos miteinander. Verschiedene Systeme zu kombinieren, das macht der Konzern seinen Kunden allerdings schwer. Nach Ansicht der Europäischen Union muss
Apple gegenüber Konkurrenten offener sein. Das Unternehmen nutze seine Dominanz aus. Die EU hat schon verschiedenen Bußgelder gegen
Apple verhängt, zum Teil in Milliardenhöhe.
Apple argumentiert mit Sicherheitsbedenken. Wenn man zum Beispiel alternative Appstores und Bezahldienstleister zulasse, sei der Datenschutz der User gefährdet. Seit 2011 ist
Tim Cook der Konzernchef, er hat
Apple zum zeitweise wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Die Marke steht weiter für Innovation, Luxus und Style - noch. Die bisherige Macht und der Einfluss von
Apple sind gefährdet, und das aus mehreren Gründen. Künstliche Intelligenz verändert die Welt. Microsoft, Google, Anthropic oder OpenAI sind die führenden KI-Firmen in den USA, nicht
Apple. KI verändert gerade die Machtverhältnisse in der Tech-Industrie, das wertvollste Unternehmen ist mittlerweile der Chiphersteller Nvidia. Die großen KI-Firmen stecken Hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren, um eigene große KI-Modelle zu entwickeln -
Apple hält sich da bisher zurück. Um bei den KI-Funktionen konkurrenzfähig zu bleiben, will
Apple künftig mit Google zusammenarbeiten - gibt also Kontrolle ab - was der Konzern eigentlich verhindern will. Es ist allerdings zu früh zu sagen, ob der derzeitige KI-Rückstand auch langfristig wirklich ein Nachteil für
Apple ist. Die aktuellen iPhone 17-Modelle sind nach Unternehmensangaben sehr gefragt. Die US-Politik von Trump und die Abhängigkeit von China Unvorhersehbare US-Zölle sind für die ganze Weltwirtschaft eine Herausforderung, für
Apple aber besonders. Denn ein Großteil der iPhones lässt
Apple von der Firma Foxconn in China zusammenbauen - das ist wesentlich billiger. "Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo
Apple in dieser Qualität, dieser Menge und zu diesem Preis produzieren könnte - außer in China", sagt der New York Times-Journalist Patrick McGee in der ARD-Doku "Steves Erben". Immer wieder ist über extrem harte Arbeitsbedingungen berichtet worden. "Wer bei Foxconn eine 12-Stunden-Schicht arbeitet - und das ist üblich", so McGee, "darf nicht reden, Lachen wird bestraft. Monotone Routine, Stunde um Stunde, mit nur kurzen Pausen." Donald Trump will Chinas Macht eindämmen. Sollte er wieder hohe US-Zölle anordnen, würden die Kosten für
Apple nach oben schnellen. Die Hightech-Produktion von iPhones ist so komplex und speziell, dass
Apple sie nicht einfach schnell in ein anderes Land verlagern kann. Deshalb bemüht sich
Tim Cook um ein gutes Verhältnis zum US-Präsidenten. Aber die wohl größten Gefahren für
Apple liegen vielleicht woanders.
Apple hat nicht alles selbst erfunden. Die Maus gab es schon vor dem ersten
Macintosh. MP3-Player vor dem
iPod, internetfähige Telefone vor dem iPhone. Der Konzern hat es aber hingekriegt, vieles besser und begehrenswerter zu machen als die Konkurrenz. Vor allem das iPhone - das ja noch aus
Steve Jobs´ Zeit stammt. Unter
Tim Cook hat
Apple die vorhandenen Geräte zwar verbessert und Wege gefunden, immer noch mehr Geld damit zu verdienen. Wirklich neue Geräte haben sich unter ihm aber kaum durchgesetzt. Die groß angekündigte Computerbrille
Apple Vision Pro hat praktisch niemand interessiert.
Apple soll auch an einem Auto gearbeitet und das Projekt beendet haben. Die große Frage: Wie lange hält sich noch der wertvolle
Apple-Mythos, der unter
Steve Jobs entstand und den
Tim Cook nur bedingt verkörpert? Der
Apple-Chef ist 65. Laut Insidern soll intern schon ein Nachfolger feststehen.