PfadnavigationHomePolitikDeutschlandKriminalitätAusufernde Waffengewalt in
Berlin – AfD startet „Messer-App“Stand: 21:07 UhrLesedauer: 3 MinutenPolizei und Feuerwehr sind an einem Tatort in
Kreuzberg, wo zwei Männer durch Schüsse verletzt wurden Quelle: Maximilian v. Klenze/dpa3599 Messerangriffe gab es 2025 in der Hauptstadt. Die
Berlin" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="87235" data-entity-type="organization">AfD
Berlin will den schwarz-roten Senat dazu drängen, mehr Daten zu den Vorfällen zu veröffentlichen. Dafür hat die Fraktion nur ein Portal gestartet.Die Berliner AfD macht die steigende Messerkriminalität in der Hauptstadt zum Wahlkampfthema. Die Fraktionsvorsitzende
Kristin Brinker wirft der Koalition von
CDU und
SPD mangelnde Transparenz im Umgang mit Gewaltstraftaten vor. „Das Unsicherheitsgefühl in der Stadt hat erheblich zugenommen“, erklärte Brinker. Dies stehe im Gegensatz dazu, dass der heutige Regierende Bürgermeister
Kai Wegner (
CDU) im Wahlkampf 2023 ein „sicheres
Berlin“ versprochen habe. Mit einer Übersicht der von der
Polizei gemeldeten Vorfälle mit Messern will die AfD-Fraktion nach eigenen Worten für mehr Transparenz sorgen. Der schwarz-rote Senat soll so dazu gedrängt werden, mehr Daten zu veröffentlichen – beispielsweise zur Nationalität der Verdächtigen.
Berlin gehöre zu den wenigen Ländern, wo dies weiterhin nicht passiere, kritisierte der innenpolitische Sprecher Thorsten Weiß. Lesen Sie auchNach seinen Angaben gibt es Überlegungen, die Darstellung um den Schusswaffengebrauch und Sexualstraftaten auszuweiten. Die von der Fraktion als „Messer-App“ angekündigte Übersicht ist auf der Webseite der AfD-Fraktion abrufbar. In der Übersicht sind unter anderem die Anzahl der von der
Polizei veröffentlichten Vorfälle der vergangenen 30 Tage sowie die Zahl der dabei Verletzten zu sehen. Es gibt eine interaktive Karte, die zeigt, wo sich die Vorfälle ereigneten. Zudem wird eine durchschnittliche Zahl der Vorfälle nach der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) genannt. Diese Daten stammen jedoch aus dem Jahr 2025. Der Vergleich beider Zahlen soll aus Sicht der AfD eine große Differenz zwischen den von der
Polizei veröffentlichten Einsätzen und den in der PKS erfassten Vorfällen zeigen. Kritik kam von der
Linken-Fraktion: Der AfD gehe es darum, „gezielt Angst in der Bevölkerung zu verstärken und zu instrumentalisieren, um Hass gegen Zugewanderte zu schüren“. Lesen Sie auchMessergewalt ist in
Berlin ein ernsthaftes Problem, das die Sicherheitsbehörden und Politik beschäftigt. 2024 registrierte die
Polizei laut Kriminalitätsstatistik 3412 Messerangriffe. Im vergangenen Jahr wurden nach der Statistik 3599 Fälle im Bereich „Messerangriff“ registriert (plus 5,5 Prozent). Demnach gibt es durchschnittlich jeden Tag zehn Messerangriffe in der Hauptstadt. Etwa die Hälfte waren Drohungen. 1906 Verdächtige ermittelte die
Polizei. 86 Prozent waren demnach männlich, 56 Prozent mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit. Zudem hat der Gebrauch von Schusswaffen stark zugenommen. 2025 erfasste die
Polizei 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde. Insgesamt wurden laut Statistik 1119 Fälle registriert, etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen.
Polizei und Senat sehen Verbesserungen in MesserverbotszonenPolizei und Staatsanwaltschaft reagierten mit Sondereinheiten auf die Entwicklung. Zudem hat der Senat drei Waffen- und Messerverbotszonen – Görlitzer Park und Kottbusser Tor in
Kreuzberg sowie Leopoldplatz in Wedding – errichtet.
Polizei und Senat sehen erste Erfolge. Die Messerkriminalität sei in diesen drei Zonen um bis zu 45 Prozent zurückgegangen, erklärte der innenpolitische Sprecher der
CDU-Fraktion Burkhard Dregger. „Ich plädiere dafür, die Messerverbotszonen regelmäßig zu verlegen oder im Rahmen der personellen Ressourcen der
Polizei zahlenmäßig zu erhöhen, um auch andere neuralgische Punkte mit einer erhöhten Messerkriminalität entsprechend zu schützen“, so Dregger weiter.dpa/saha