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Artemis-2“-MissionMächtige
SLS-Rakete zu historischem Flug gestartet – Wettlauf mit ChinaStand: 01:43 UhrLesedauer: 5 MinutenDie
SLS-Rakete hob um 00:35 Uhr Ortszeit vom
Kennedy Space Center in
Cape Canaveral in
Florida abQuelle: REUTERS/Brendan McDermidNeue Ära der Raumfahrt: Erstmals seit Jahrzehnten sind wieder Menschen auf dem Weg Richtung
Mond. Die „
Artemis-2“-Mission gilt als Schlüsselprojekt – auch im geopolitischen Wettlauf mit
China. Doch Technikrisiken und ehrgeizige Ziele setzen die Mission unter Druck.Endlich ist die
SLS-Rakete gestartet. Nach mehrmonatigen Verzögerungen ist die leistungsstärkste und teuerste Rakete der
NASA zu einer historischen Mission aufgebrochen. Um 18:35 Uhr Ortszeit hob die knapp 100 Meter hohe und 2.610 Tonnen schwere Rakete in einem Bilderbuchstart unter dem Jubel der Zuschauer vom
Kennedy Space Center in
Florida ab. An Bord vier Astronauten, die Geschichte mit der als „
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Artemis 2“ bezeichneten Mission schreiben sollen. Das große Ziel ist die Rückkehr des Menschen zum
Mond, nach gut 50 Jahren.+++ Alle Entwicklungen zum Raketenstart in unserem Minutenprotokoll +++Der Flug verlief zunächst reibungslos. Kommandant
Reid Wiseman meldete sich bereits kurz nach dem Start, dass alle Systeme wie geplant funktionierten.Das auf zehn Tage veranschlagte Abenteuer soll den technologischen Grundstein für künftige Landungen und regelmäßige Flüge zum
Mond für dessen permanente Besiedlung legen. Nach dem Start stehen für die Astronauten zunächst Systemchecks an, um die Technik zu prüfen. Das erste kritische Manöver der Mission ist etwa 25 Stunden nach dem Start und zwei Erdumkreisungen geplant: Die Zündung des Hauptmotors der
Orion-Kapsel, mit der das Raumschiff auf die etwa viertägige Reise zum
Mond gebracht wird.Die Mission ist ein Testflug für das gesamte, etwa 93 Milliarden Dollar teure „
Artemis“-Programm, mit dem die Amerikaner noch vor den Chinesen wieder bemannt den
Mond betreten wollen. Zuletzt war die Besatzung von
Apollo 17 im Dezember 1972 auf dem
Mond. Seit nunmehr 53 Jahren hat kein Mensch mehr seinen Fuß auf die Oberfläche des Erdtrabanten gesetzt. Dabei gibt es inzwischen einen neuen Wettlauf zum
Mond – nicht mehr wie einst zwischen den USA und der Sowjetunion, sondern zwischen Washington und Peking.Lesen Sie auchDiesmal geht es nicht mehr um Kurztrips, sondern um eine permanente Besiedlung und den Aufbau von Infrastruktur. Nach dem Willen des US-Präsidenten Donald Trump ist die Rückkehr von US-Astronauten zum
Mond möglichst noch vor dem Ende seiner Amtszeit im Januar 2029 geplant. Seine Losung lautet: „Wir gehen zurück zum
Mond – und diesmal bleiben wir.“Vor Jahrzehnten war die
NASA beim ersten Wettlauf zum
Mond risikofreudiger und die Großraketen starteten in kürzeren Abständen. Beispielsweise wagten die Amerikaner mit der Apollo 8-Mission 1968 gleich im ersten bemannten Versuch eine mehrfache Mondumkreisung. Diesmal ist bei der „
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Artemis 2“-Mission keine komplette Umkreisung des Erdtrabanten oder gar eine Landung vorgesehen, sondern nur ein Vorbeiflug auf der Rückseite des Mondes.Die USA könnten ohnehin noch gar nicht landen, denn es gibt noch kein Vehikel dafür. Diese müssen erst noch von den Milliardären Elon Musk und Jeff Bezos entwickelt werden. Bei der jetzt geplanten halben Mondumkreisung wird der Funkkontakt zu den vier Astronauten mit dem Kommandanten
Reid Wiseman (50), Pilot Victor Glover (49), der Missions-Spezialistin Christina Koch (47) und dem kanadischen Missions-Spezialisten Jeremy Hansen (50) für gut 40 Minuten abreißen. Der Kommunikations-Blackout ist kein Grund zur Aufregung, sondern Physik, weil der
Mond auf seiner Rückseite die Funkwellen zur Erde blockiert.Eine bemannte US-
Mond-Landung ist nach jüngsten Planänderungen erst mit der „
Artemis 4“-Mission geplant, die derzeit frühestens für 2028 vorgesehen ist. „
Artemis 3“ soll entgegen ursprünglicher Planung noch nicht zum
Mond fliegen. Vielmehr soll das Orion-Raumschiff in niedriger Umlaufbahn um die Erde mit einem der beiden kommerziellen Mondlandevehikel entweder von Elon Musk mit SpaceX oder von Jeff Bezos mit Blue Origin gekoppelt werden.Die
NASA will mit dem zusätzlichen Testflug auf Nummer sicher gehen. Die Sicherheitsphilosophie der US-Raumfahrtagentur prägt ohnehin die gesamte jetzt gestartete „
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Artemis 2“-Mission. So sind mehr als drei Jahre seit der „
Artemis 1“-Mission vergangen, als die schätzungsweise vier Milliarden Dolkar teure
SLS-Rakete mit einer
Orion-Kapsel und dem in Bremen bei Airbus montierten europäischen Servicemodul ESM abhob und in einer unbemannten Mission den
Mond umkreiste.Lesen Sie auchDer Chef der europäischen Weltraumagentur ESA, Josef Aschbacher, betont immer wieder den Beitrag der Europäer zu den „
Artemis“-Missionen. Auf der Rakete prangt nicht nur das Logo der
NASA, sondern auch der ESA. „
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Artemis 2“ sei ein „Meilenstein-Moment für die menschliche Exploration und für die Rolle, die Europa dabei spielt, die Menschheit auf den
Mond zurückzubringen“, sagt Aschbacher. Ohne die europäische Technik des Servicemoduls könnten die Amerikaner die Rückkehr zum
Mond nicht bewerkstelligen.Die Flugbahn der Kapsel hat die
NASA sehr raffiniert ausgetüftelt. Sie ähnelt der Ziffer acht zwischen Erde und
Mond. Geplant ist ein sogenannter Lunar Flyby, ohne Eintritt in eine Mondumlaufbahn. Die Crew fliegt einmal um den
Mond halb herum und wird durch dessen Schwerkraft direkt zurück zur Erde geschleudert.Dieses Manöver rettete 1970 als damalige Notlösung die Besatzung von Apollo 13, als ein Sauerstofftank im Servicemodul explodierte. Die
Orion-Kapsel bei der „
Artemis“-Mission soll sich bis auf 402.000 Kilometer von der Erde entfernen, die größte jemals von Menschen zurückgelegte Distanz. Dem
Mond soll sich die Kapsel bis auf etwa 4.600 Kilometer nähern.Lesen Sie auchOb die jetzt gestartete „
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Artemis 2-Mission“ ein Erfolg wird, ist bis praktisch zur letzten Minute unsicher. Zu den Verzögerungen des Vorhabens hat nämlich eine unerfreuliche Entdeckung nach der Landung der Kapsel der „
Artemis 1“-Mission im Pazifik beigetragen. An über 100 Stellen wurde unerwartetes Abplatzen des Hitzeschilds der Kapsel ermittelt. Die Schäden lagen zwar innerhalb der Sicherheitsgrenzen, wurden aber als Risiko für bemannte Flüge identifiziert.Durch eine Änderung des Flugprofils soll bei der jetzt gestarteten Mission das Hitzeschildrisiko minimiert werden. Die Kapsel tritt mit etwa 40.000 km/h in die Erdatmosphäre ein, ein Rekordwert. Voraussichtlich am 10. April soll die Kapsel dann etwa 80 Kilometer vor der Küste von San Diego in Kalifornien im Pazifik wassern.