Straße von Hormus "Gewalt ist keine Option" Stand: 02.04.2026 • 15:46 Uhr Frankreichs Präsident Macron setzt auf Gespräche mit
Iran, um eine Wiedereröffnung der
Straße von Hormus zu erreichen. Einen Militäreinsatz bezeichnete er als unrealistisch - und übt deutliche Kritik am US-Präsidenten. Der französische Präsident
Emmanuel Macron hält einen Militäreinsatz in der
Straße von Hormus für unrealistisch. Es gebe Personen, die die Idee einer Wiederöffnung der Meerenge durch Gewalt befürworten, sagte Macron bei einem Besuch in
Südkorea. Auch von den Vereinigten Staaten sei diese Position zum Ausdruck gebracht worden. "Das ist nie die Option gewesen, die wir gewählt haben", so der Präsident. "Wir betrachten sie als unrealistisch." Ein Militäreinsatz würde "unendlich viel Zeit in Anspruch nehmen", warnte Macron. Zudem wäre jeder, der durch die
Straße von Hormus fährt, der Bedrohung durch die
Iranische Revolutionsgarde ausgesetzt, die ballistische Raketen besitze. Macron betonte, die Meerenge könne "nur in Absprache mit
Iran" wieder geöffnet werden. Dazu seien Verhandlungen nötig, die nach einer Waffenruhe erfolgen würden.
Frankreich setzt sich für eine internationale Mission europäischer und nichteuropäischer Länder ein, um die
Straße von Hormus nach dem Ende der heftigsten Phase des aktuellen Kriegs der USA und Israels gegen
Iran wieder zu öffnen. Im Zuge der Mission sollen nach dem Wunsch Frankreichs Öl- und Gastanker eskortiert werden. Dem US-Präsidenten warf Macron zugleich ein "Aushöhlen" der
NATO vor. Der Wert der Allianz basiere auf dem Vertrauen der Mitgliedstaaten. "Wenn man jeden Tag Zweifel an seinem Engagement nährt, dann höhlt man die Substanz aus", so der französische Präsident. Macron reagierte damit auf Trumps jüngste Aussagen in der britischen Zeitung The Telegraph. Darin hatte er die
NATO erneut als "Papiertiger" bezeichnet und angedeutet, dass er einen Austritt der USA aus dem Militärbündnis ernsthaft prüfe. Wer ein Bündnis eingehe, müsse seinen Verpflichtungen gerecht werden, kritisierte Macron. Man könne nicht jeden Tag das Gegenteil dessen sagen, was man am Vortag gesagt habe. Es wäre sinnvoller, weniger zu reden und sich stattdessen für einen gerechten Frieden einzusetzen. Trump hatte zuvor weitere Angriffe auf
Iran angekündigt.: "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen", sagte der US-Präsident in einer Fernsehansprache. Und weiter: "Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken, wo sie hingehören."
Iran reagierte mit der Ankündigung weiterer und härterer Gegenwehr. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, solange dieser Krieg andauere, werde sein Land den Widerstand fortsetzen.
Iran werde den "bösartigen Kreislauf aus Krieg, Verhandlungen, Waffenstillstand und dann der Wiederholung desselben Musters nicht hinnehmen". Teheran hat derweil offenbar weiteren Schiffen eine sichere Durchfahrt der
Straße von Hormus zugesichert. Nach Angaben aus Manila erlaubt
Iran "die sichere, ungehinderte und zügige" Passage für Öllieferungen an die Philippinen. Dies ermögliche die beständige Belieferung mit Öl und Düngemitteln. Die Philippinen sind äußerst abhängig von Energieimporten aus dem Nahen Osten. Vergangene Woche hatte die Regierung einen nationalen Energienotstand ausgerufen. Vor einigen Tagen gab bereits das benachbarte Malaysia eine Einigung mit
Iran bekannt, nach der malaysische Öltanker die
Straße von Hormus ohne Bezahlung einer Gebühr passieren dürften. Außerdem konnten in dieser Woche drei chinesische Schiffe die Meerenge durchqueren. Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanons wurden unterdessen sieben Menschen getötet. Das meldete die Nachrichtenagentur NNA. Demnach wurde in der Stadt Sebdin in der Provinz Nabatije ein vierstöckiges Wohngebäude getroffen. Dabei seien ein Mitglied des Verwaltungsrats, dessen Bruder und ihre Mutter ums Leben gekommen. Bei einem Angriff in der Stadt Ramadije im Bezirk Tyrus seien vier Menschen getötet und drei weitere verletzt worden, hieß es. Das israelische Militär gab an, mehr als 40 Mitglieder der libanesischen Hisbollah getötet zu haben. Sie seien bei Angriffen am Boden, aus der Luft und vom Meer aus getroffen worden. Aus Kreisen der Miliz hieß es ebenfalls, Dutzende Kämpfer seien bei Nahkämpfen mit israelischen Soldaten im Südlibanon ums Leben gekommen.