Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesAstronautin
Christina Koch: Ganz schön frisch hierKurzer Schlaf, weil bald die Triebwerke gezündet werden müssenProbleme mit Toilette behobenSchon 65 000 Kilometer von der Erde entferntNasa-Chef: Basis für die nächsten „gigantischen Schritte“Heute Nacht soll die Kapsel die Erdgravitation verlassenNach erfolgreichen Navigationsmanövern kreist die
Orion noch mal in weiter Entfernung um die Erde, während die Astronautin und ihre drei Kollegen ihre planmäßig unterbrochene Nachtruhe fortsetzen und bis etwa 20.25 Uhr deutscher Zeit schlafen können.
Christina Koch hat gerade sicherheitshalber noch einmal gefragt, wie denn der Zeitplan dafür ausschaue. Den Zeitangaben im Funkverkehr liegt die „Mission Elapsed Time“ zugrunde, also die Zeit, die seit dem Start vergangen ist. Dabei werden Flugtag, Stunde und Minute gezählt. Nach bisherigen Plänen soll die „Trans-Lunar-Injection“ dann am Freitag um 1.30 Uhr deutscher Zeit erfolgen: Die
Orion-Kapsel soll dann per Triebwerkszündung endgültig die Erdgravitation verlassen und wird auf eine Bahn in Richtung Mond geschossen. Sie soll den Mond in der Nacht zum Montag erreichen.
Tom Hanks feiert die MondmissionDer US-Schauspieler
Tom Hanks hat die
NASA-Mondmission Artemis 2 gewürdigt. „Wusstet ihr, dass seit 1972 keine Menschen mehr über den Einflussbereich der Erdgravitation hinausgereist sind? Das ändert sich heute“, schrieb Raumfahrt-Enthusiast in einem Beitrag auf der Plattform Instagram und fügte ein Foto von sich und den vier Astronauten hinzu. Er wünschte der Mission „Gottes Segen“.Hanks spielte in dem Film „Apollo 13“ über die Mondmission 1970, die nach der Explosion eines Sauerstofftanks umkehren musste, den Astronauten Jim Lovell. Hanks hat auch Raumfahrt-Dokumentationen produziert. In einem Interview sagte der 69-Jährige einmal, er würde sofort auf den Mond ziehen, „wenn mich meine Frau lässt“.Am Morgen danach…… herrscht in den Hotel-Lobbys von
Cape Canaveral immer noch Weltraumpartystimmung.Und am
Cocoa Beach kann man schon den nächsten Raketenstart beobachten. Ist aber nur ein Satellit von Space-X. Einheimische sagen, das passiert hier inzwischen so oft, dafür schauen sie nicht einmal mehr aus dem Fenster. Astronautin
Christina Koch: Ganz schön frisch hierDie Astronautin
Christina Koch hat sich gerade mit „Houston, Integrity“ von der
Orion-Kapsel gemeldet. „Es ist ziemlich kalt in der Kabine“, sagt sie und fragt, ob es nicht etwas wärmer gehe. Außerdem scheinen bei einem Messinstrument einige LED-Lampen nicht zu leuchten. Dabei geht es um Auswirkungen von Strahlung und Schwerelosigkeit auf die Crew. Beim Raumschiff stehen jetzt Kurskorrekturen an, um die Kapsel auf die richtige Bahn zu heben. Dazu nutzt die Crew auch Star Tracker der Firma Jena Optronik, um mithilfe der Sterne die exakte Lage im All zu bestimmen. Kurzer Schlaf, weil bald die Triebwerke gezündet werden müssenIn diesen Minuten wird die Crew nach nur vier Stunden Schlaf mit Musik geweckt, weil sie in einer Stunde die Triebwerke zünden muss, um die
Orion-Kapsel auf den Einschuss auf die endgültige Flugbahn in Richtung Mond vorzubereiten. Nach weiteren Kurskorrekturen dürfen die Astronautin und ihre drei Kollegen wieder eine Ruhephase einlegen, die etwa viereinhalb Stunden dauert. Normalerweise dauern die Schlafphasen länger. Dass die Crew mit einem kurzen Musikclip geweckt wird, hat Tradition seit der Apollo-Ära. Die Astronauten durften sich dafür ihre Lieblingstitel wünschen.NewsdeskDer Mond in der TraumfabrikDas Gerücht, Neil Armstrong sei gar nicht auf dem Mond gewesen, sondern bloß auf einem Filmset, wo Stanley Kubrick eine Fake-Landung inszenierte, hält sich wahrscheinlich vorwiegend deswegen so hartnäckig, weil Träume langweiliger werden, sind sie erst mal wahr geworden. SZ-Filmkritikerin Susan Vahabzadeh beschreibt, wie sich das Verhältnis zwischen Film und Weltall seit der ersten Mondlandung entwickelt hat:Als die Welt noch kleiner war, waren die Träume größer. Als der Mond 1969 in menschliche Reichweite rückte, war fürs Kino mit den Fantastereien über menschengleiche Männchen, die auf der Rückseite des Mondes wohnen, erst mal Schluss. Eine der Nebenwirkungen der ersten Mondlandung war eine Entzauberung des Alls: Ein neuer Realismus zog ein, und als zehn Jahre später Ridley Scotts „Alien“ ins Kino kam, sahen die Raumschiffe schon aus wie futuristische Gebrauchtwagen, bei denen der TÜV längst abgelaufen ist. Umso schöner, wenn das Kino gelegentlich versucht, sich zurückzuversetzen in Zeiten, als die Menschheit der Zukunft mit unschuldigem Optimismus entgegensah. Damien Chazelle hat beispielsweise für seinen „First Man“ 2018 Ryan Gosling als Neil Armstrong ins All geschickt und so noch einmal sehr auf die Person bezogen das Heldentum von damals beschworen. Noch schöner: Greg Berlantis Film „To the
Moon” ließ vor zwei Jahren diesen wundersamen Glauben an eine magische Zukunft wiederauferstehen. In „To the
Moon“ sind die Farben satter, die Nachthimmel klarer und die Hoffnungen größer, als man es sich in unserer krisengebeutelten Gegenwart zu erträumen wagt. Berlanti wirft aber natürlich einen wissenden Blick zurück: Lug und Trug und Steuergeldverschwendung schimmern am Horizont. Scarlett Johansson spielt Kelly Jones, Göttin der Madison Avenue, die am Nordpol Kühlschränke verscherbeln könnte.Weil die Begeisterung der Steuerzahler für die teuren Missionen sich in Grenzen hält, wird sie zwangsrekrutiert, um der
NASA ein neues Image zu verpassen. Und wo sie schon mal dabei ist, ihre Marketing-Muskeln spielen zu lassen, wird gleich die ganze Mondlandung in einem Hangar heimlich inszeniert – für den Fall, dass die echte fürs Fernsehen nicht hübsch genug gerät. Die ganze Geschichte ist frei erfunden, aber die Verschwörungstheorie, es sei überhaupt nie jemand auf dem Mond gewesen, kursiert seit 1969. Damals war der Hauptverdächtige für die Regie Stanley Kubrick. Was genau macht eigentlich Steven Spielberg gerade?Wem das alles immer noch zu realistisch ist, dem sei ein Kurzfilm der Stop-Motion-Legende Nick Park von 1989 ans Herz gelegt: „A Grand Day Out“. Da stehen die Knetmännchen Wallace und Hund Gromit vor einem leeren Kühlschrank, bauen sich eine Rakete und fliegen auf den Mond für ein Picknick. Denn, das weiß ja jeder: Der Mond ist aus Käse. Probleme mit Toilette behobenAuf einer Pressekonferenz der
NASA nach dem Start von Artemis 2 sagte Amit Kshatriya, der stellvertretende Direktor der Mission, dass während des Starts ein Problem mit der Steuerung der Toilette an Bord der Raumkapsel entstanden sei. Bodenkontrolle und Besatzung behoben demnach das Problem gemeinsam, die Toilette funktionierte anschließend wieder normal. Die Toilette an Bord der Raumkapsel gilt als technische Neuerung: Erstmals sei bei einem Flug über die Erdumlaufbahn hinaus ein fest installiertes WC an Bord. Bei den Apollo-Missionen vor mehr als 50 Jahren hatten die Astronauten noch Beutel genutzt. In einem Video, das die kanadische Weltraumbehörde veröffentlicht hat, zeigt Astronaut Jeremy Hansen ein Modell einer Toilette, wie es in der
Orion-Kapsel verbaut ist. Das neue sogenannte „Universal Waste Management System“ ist für Männer und Frauen ausgelegt. Eine kleine Tür sorgt für Privatsphäre: „Der eine Ort, an dem wir uns während der Mission für einen Moment wie allein fühlen können“, sagte der kanadische Raumfahrer Jeremy Hansen in dem Video. Allerdings sei die Anlage sehr laut, erzählte US-Astronautin
Christina Koch in einem National Geographic-Video – die Crew muss beim Gebrauch Gehörschutz tragen.2026: Der Mond geht aufIm Dezember des vergangenen Jahres hat SZ-Autor Gerhard Matzig einen Ausblick auf 2026 gewagt - das Jahr, in dem wir den Weltraum wieder in den Blick nehmen. Lesen Sie hier noch einmal seinen Text, der angenehm optimistische Sätze wie diesen enthält: "Und sollten wir den Mond verpassen, landen wir immer noch in den Sternen."Schon 65 000 Kilometer von der Erde entferntNach rund neuneinhalbstündigem Flug sind die vier Artemis-Astronauten mittlerweile etwa 65 000 Kilometer von der Erde entfernt. Da sind die 400 Kilometer Höhe der Internationalen Raumstation ISS ein Klacks. So weit weg von der Erde waren Menschen seit der letzten Apollo-Mission 17 Ende 1972 nicht mehr. Allerdings ist die Strahlung, der die Astronauten ausgesetzt sind, dort auch höher als im niedrigen Erdorbit. Die
Orion-Kapsel, hat damit auch den geostationären Orbit auf etwa 36 000 Kilometern Höhe hinter sich gelassen. Dort sind vor allem TV-, Wetter-, Erdbeobachtungs- und Spionagesatelliten mit derselben Umlaufzeit wie die Erdrotation unterwegs, stehen also scheinbar über einem festen Punkt der Erde. Ansonsten schlafen die Raumfahrer seit eineinhalb Stunden, gegen 14.10 Uhr europäischer Zeit steht jedoch wieder eine Kurskorrektur an, um in Richtung Mond zu fliegen. Die Kapsel fliegt mittlerweile alleine durchs All, die obere Raketenstufe ist seit etwa 5.30 Uhr abgetrennt. Es sind noch etwa 353 000 Kilometer bis zum Mond.Wer die Mondmission verfolgen möchte, kann den Livetracker der
NASA nutzen:„Rise“ wird das Maskottchen der MissionDie Liste all derer, die nicht mit Richtung Mond dürfen, ist lang. Fast geschafft hätte es ein Schwerelosigkeits-Maskottchen aus Deutschland. Bei einem Design-Wettbewerb der
NASA für das Maskottchen gab es rund 2600 Einreichungen. Unter die 25 Finalisten hatte es auch ein Entwurf der in Berlin lebenden Italienerin Giulia Bona geschafft. Gereicht hat es nicht.Mit auf die Mondmission darf stattdessen „Rise“, eine Art Mond mit Kappe, auf der die Erde zu sehen ist. Entworfen hat ihn ein Schüler aus Kalifornien. Ein Schwerelosigkeits-Maskottchen ist ein Objekt, das in einem Raumschiff zu schweben beginnt, sobald nach dem Start die Schwerelosigkeit eingesetzt hat – und so den neuen Zustand sichtbar demonstriert. In „Rise“ steckt auch eine Speicherkarte mit tausenden Namen – eingeschickt in den vergangenen Monaten von Menschen aus aller Welt, die so zumindest als Name auf einer Speicherkarte um den Mond herum fliegen wollen.Alle sind angeschnallt – nur einer nicht, schreibt SZ-Redakteur Martin Zips über Rise:
NASA-Chef: Basis für die nächsten „gigantischen Schritte“„Der heutige Start ist ein entscheidender Moment für unsere Nation und für alle, die an Erforschung glauben“, sagte
NASA-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz nach dem Take-off. „Artemis 2 ist der Start von etwas, das größer ist als nur eine Mission. Es ist der Beginn unserer Rückkehr zum Mond, nicht nur zum Besuchen, sondern irgendwann auch zum Bleiben in unserer Mond-Station.“ Man lege die Basis für die nächsten „gigantischen Schritte“.Kurz nach dem Start sei vorübergehend die Kommunikation zwischen den Astronauten an Bord der
Orion-Kapsel und dem Kontrollzentrum auf der Erde abgebrochen, sagte Isaacman. Das Problem habe aber schnell wieder gelöst werden können und werde nun aufgearbeitet. Auf dem Weg zum MondNach kleinen technischen Verzögerungen ist die Mondrakete der Artemis-2-Mission mit den US-Astronauten
Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman und dem Kanadier Jeremy Hansen um 0.35 Uhr europäischer Zeit in
Cape Canaveral gestartet. Etwa 3000 Tonnen Treibstoff hoben die 98 Meter große Rakete von der Startrampe 39B ins All. Wenige Minuten später landeten die beiden Feststoffbooster im Atlantik. Nach rund neun Minuten übernahm das
NASA-Kontrollzentrum in Houston die Kommunikation mit dem Raumschiff. Die Astronauten müssen nun eine lange Prozedur von Zündungen und Triebwerksmanövern abarbeiten, bevor sich die
Orion-Kapsel auf dem Weg zum Mond machen kann. Ausruhen können sie sich erst gegen neun Uhr morgens europäischer Zeit. Mondfans können den
NASA-Stream auf den Youtube-
NASA-Kanal rund um die Uhr weiterschauen:
NASA's Artemis II Live Mission Coverage (Official Broadcast)This feed will provide continuous coverage of Artemis II mission activities with live commentary, beginning with tanking of the SLS (Space Launch System) rocket at
NASA's Kennedy Space Center and concluding with the recovery of the
Orion Integrity spacecraft after splashdown. Live coverage of Artemis II's launch and lunar flyby, as well as daily mission briefings, will also stream on this feed. These events will additionally be carried as standalone streams on
NASA's YouTube channel and elsewhere. Four astronauts — three from
NASA and one from the CSA (Canadian Space Agency) — make up the Artemis II crew: -
NASA astronaut Reid Wiseman, Artemis II commander -
NASA astronaut Victor Glover, Artemis II pilot -
NASA astronaut
Christina Koch, Artemis II mission specialist - Canadian Space Agency (CSA) astronaut Jeremy Hansen, Artemis II mission specialist After launching into space atop SLS, the crew will journey around the
Moon and back in their
Orion spacecraft on an approximately 10-day mission. Artemis II will be the first crewed flight test of SLS and
Orion, testing the technologies we'll need for long-term lunar exploration and human missions to Mars. Read the latest Artemis II mission updates: https://www.
NASA.gov/blogs/artemis/ Follow our Artemis II live coverage schedule: https://www.
NASA.gov/missions/artemis/artemis-2/
NASA-sets-coverage-for-artemis-ii-
Moon-mission/ Credit: NASANASA, youtube.comExterner InhaltBeim Anzeigen externer Inhalte werden Daten an Dritte übertragen.„Wir haben einen wunderschönen Mondaufgang vor uns, und wir steuern direkt darauf zu.“Reid Wiseman, Kommandant der Artemis-2-MissionGefühlter StartMan kann den Start einer Mondrakete nicht nur sehen und hören, man kann ihn aus drei Meilen Entfernung auch fühlen. Die Luft scheint zu vibrieren und man selbst vibriert als Augenzeuge ein bisschen mit. Die Menschen hier sind hin- und hergerissen zwischen Stadionjubel („Yeah, Baby!“) und andächtiger Stille. Mehr ladenTickarooLive Blog Software