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FRI · 2026-04-03 · 14:59 GMTBRIEF NSR-2026-0403-51150
News/Versehrtensport in Butscha: Zurück ins Leben
NSR-2026-0403-51150News Report·DE·Human Interest

Versehrtensport in Butscha: Zurück ins Leben

In Butscha, Ukraine, kriegsversehrte Veteranen finden durch Sitzvolleyball zurück ins Leben. Die Turnhalle, die während der russischen Besatzung unbeschadet blieb, dient als Trainingsort für die Mannschaft aus dem Regierungsbezirk Kiew, die bereits nationale und internationale Erfolge gefeiert hat.

Florian KellermannTagesschau (ARD)Filed 2026-04-03 · 14:59 GMTLean · CenterRead · 3 min
Versehrtensport in Butscha: Zurück ins Leben
Tagesschau (ARD)FIG 01
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In Butscha, Ukraine, kriegsversehrte Veteranen finden durch Sitzvolleyball zurück ins Leben. Die Turnhalle, die während der russischen Besatzung unbeschadet blieb, dient als Trainingsort für die Mannschaft aus dem Regierungsbezirk Kiew, die bereits nationale und internationale Erfolge gefeiert hat. Sitzvolleyball hilft den Veteranen, mit ihren Verletzungen umzugehen und Depressionen zu vermeiden. Der Regierungsbezirk Kiew hat Anfang des Jahres ein Zentrum für Breiten- und Behindertensport gegründet und plant, das Angebot für Veteranen weiter auszubauen, inklusive Transportmöglichkeiten. Neben Sitzvolleyball werden auch andere Sportarten wie Fußball, Tischtennis, Boxen und Bogenschießen angeboten.

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Human Interest
Social Justice
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Key claims

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The Kyiv region founded a center for popular and disability sports at the beginning of the year.

factualOleksandr Wasjuk
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The Russian army brutally killed more than 400 civilians and tortured many during the occupation of Bucha.

factualArticle
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Andrij Isajenko was injured in 2023 during the Ukrainian counter-offensive in the south.

factualArticle
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The Kyiv region team won the Ukrainian Veterans Sitting Volleyball Championship last year and an international tournament in the USA.

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The gym in Bucha remained undamaged during the Russian occupation.

factualArticle
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Full report

3 min read · 719 words
Reportage Stand: 03.04.2026 • 16:59 Uhr Die Turnhalle von Butscha blieb während der russischen Besatzung unbeschadet. Heute spielen dort versehrte Kriegsveteranen Sitzvolleyball - auf der Suche nach Normalität. Die Spieler passen sich den Ball in schneller Abfolge zu, er fliegt übers Netz, Block, gescheitert, Ball abgefangen. Ein Volleyballspiel in einer Turnhalle in Butscha in der Ukraine. Kein gewöhnliches Spiel: Kriegsveteranen trainieren hier Sitzvolleyball. Sie sind verletzt, an Armen und Beinen. Ihre Prothesen haben sie am Spielfeldrand abgelegt. Andrij Isajenko, 23 Jahre alt, ist so gut gelaunt, dass er seine Verletzung mit sarkastischem Humor kommentiert: "Ich würde mir am liebsten auch noch das rechte Bein abreißen. Es stört beim Spielen nur. Die Muskeln schmerzen. Und wenn ich mich im Sitzen zum Block strecke, dann ist das Bein nur im Weg. Es führt auch dazu, dass du immer ein bisschen auf der Seite sitzt und dir dann der Rücken wehtut." Die Regeln beim Sitzvolleyball sind nicht viel anders als beim normalen Volleyball. Sechs Spieler auf beiden Seiten. Nur das Feld ist mit fünf mal sechs Metern kleiner - und das Netz hängt niedriger. Die Mannschaft aus dem Regierungsbezirk Kiew hat schon viel erreicht. Sie hat vergangenes Jahr die ukrainische Meisterschaft der Veteranen im Sitzvolleyball gewonnen - und ein internationales Turnier in den USA. Andrij wurde 2023 verletzt, beim ukrainischen Gegenangriff im Süden. "Wir versuchen hier alle, auch andere Veteranen zum Sport zu animieren. Aber viele verfallen in Depressionen und machen gar nichts. Letztens beim Turnier in Poltawa hat uns ein Veteran erzählt, dass er trinken würde, wenn er den Sport nicht hätte." Die Turnhalle in Butscha wirkt groß und modern. Sie war schon vor der russischen Großinvasion barrierefrei ausgebaut. Sie blieb unbeschädigt während der Besatzung der Stadt, bei der die russische Armee hier mehr als 400 Zivilisten brutal tötete und viele folterte. Zu Beginn des Jahres hat der Regierungsbezirk Kiew ein Zentrum für Breiten- und Behindertensport gegründet - und werde das Angebot für Veteranen immer weiter ausbauen, sagt dessen Leiter Oleksandr Wasjuk. "Bisher müssen alle noch selbstständig hierher kommen. Aber ich habe die Information, dass wir sehr bald ein Fahrzeug bekommen sollen, mit dem wir die Teilnehmer abholen können." Nicht nur Sitzvolleyball gibt es schon für Veteranen mit Behinderung, auch Fußball, Tischtennis, Boxen und Bogenschießen. Andrij Isajenko braucht zwei Stunden, um zum Training zu kommen, aus einem östlichen Stadtteil von Kiew mit U-Bahn und Sammeltaxi. Wie reagieren die anderen Passagiere? "Die Leute sind ganz verschieden. Die einen senken sofort den Blick, wenn sie dich sehen. Die anderen danken dir. Aber ein Sitzplatz in der U-Bahn wurde mir in zwei Jahren nicht mehr als dreimal angeboten. Auch gesunde Männer bleiben einfach sitzen. Aber egal, ihre Zeit kommt auch noch." Denn so schnell werde der Krieg leider nicht zu Ende gehen, meint der Veteran. Auch Roman Suchostaw wurde beim ukrainischen Gegenangriff 2023 verwundet und verlor ein Bein. Vor dem Krieg habe er nie Sport getrieben, außer in der Schule, sagt der 28-Jährige, heute hat er zum ersten Mal beim Volleyballtraining mitgemacht. "Müde? Nein, ich hab noch nicht genug. Aber fürs erste Mal war das jetzt wohl genug. Morgen werde ich das im Bein spüren." Vor der russischen Invasion hatte er eine Baufirma. Er gab sie auf, um sich freiwillig zum Krieg zu melden. Vor Kurzem ist er nach Butscha gezogen, gerade weil es von Russland besetzt war. "Butscha ist wieder aufgebaut worden. Und hier haben die Leute eine bessere Einstellung gegenüber den Veteranen. Sie haben den Krieg erlebt. Woanders schauen sie dich schief an, weil du mit einer Beinprothese herumläufst. Hier schauen sie normal, sagen etwas Nettes, Kinder umarmen dich und danken dir." Roman Suchostaw will jetzt regelmäßig zum Volleyball kommen, er sucht Anschluss in Butscha. Eine Arbeit hat er noch nicht gefunden, und seine Baufirma will er einstweilen nicht neu gründen. "Es gibt Probleme mit den Arbeitskräften. Es gibt zu wenige. Wenn ich jetzt einen Auftrag annehmen würde, könnte ich kaum einen Termin für die Fertigstellung garantieren. Schon deshalb, weil sie dir die Arbeitskräfte, die du hast, jederzeit wegnehmen können." Um sie für den Krieg zu rekrutieren.Immerhin kann Roman jetzt Dinge tun, für die er als Firmenbesitzer keine Zeit hatte. Vergangenes Jahr war er zum Wandern in den Karpaten, auch ein Programm für Veteranen. Wenn doch nur mehr seiner ehemaligen Kameraden solche Angebote annehmen würden, meint er - um ins Leben zurückzufinden.
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Entities

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Keywords & salience

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