Peter Diener war der erste Deutsche, der einen Achttausender bestieg. 1960 erreichte er den Gipfel des
Dhaulagiri im Himalaja. Nun ist der gebürtige Oberlausitzer im Alter von 97 Jahren gestorben.Als
Peter Diener am 13. Mai 1960 den Gipfel des
Dhaulagiri (8167 Meter) erreicht, ist er der erste Deutsche, der für sich die Erstbesteigung eines Achttausenders reklamieren kann. Und er sollte auch der Einzige bleiben. Am 26. März ist
Peter Diener, der ursprünglich aus der
Oberlausitz stammte, im Alter von 97 Jahren in der Schweiz gestorben.Peter Dieners Begeisterung für den Bergsport wurde früh gelegt. In
Sachsen, in der Gegend von
Zittau aufgewachsen, fand er am dortigen Sandstein schon in jungen Jahren zum Klettern. Während des Zweiten Weltkriegs fuhr Diener mit der Jugendgruppe des Alpenvereins ins
Zillertal und nach
Obertauern. Im Alter von 14 Jahren stand er zum ersten Mal auf einem Dreitausender. Von da an wollte er nur eines: in den Alpen leben.„Nach dem Krieg war das aber eine Illusion“, sagte Diener einmal. Er machte zunächst eine Lehre zum Dachdecker und beschloss dann gemeinsam mit einem Freund, die DDR zu verlassen. Auf ihren Fahrrädern fuhren sie in einer Gewitternacht im Juni 1950 bei
Helmstedt über die grüne Grenze. Seine 300 Ost-Mark tauschte Diener in 50 West-Mark. Der Start in ein neues Leben sei das gewesen, schilderte er vor wenigen Jahren bei einem Besuch bei ihm in Wildhaus im Kanton Sankt Gallen mit einem leicht sächsischen Einschlag. Wenn Diener Hochdeutsch sprach, hörte man den Akzent auch im hohen Alter noch heraus.Er traf auf
Max Eiselin, der eine Schweizer Himalaja-Expedition planteÜber Stuttgart und Böblingen kam er 1952 nach Liechtenstein. Die Kreuzberge wurden zu seinem Kletterrevier. 1954 trat er in den Schweizer Alpen-Club (SAC) und in den Kletterclub Alpstein ein, eine der ersten Vereinigungen von Extrembergsteigern in der Schweiz.Irgendwann traf er auch auf
Max Eiselin, der eine Schweizer Himalaja-Expedition plante und bei der Zusammenstellung des Teams nichts dem Zufall überließ, nur die Besten auswählte und auf Befindlichkeiten wie Nationalitäten keine Rücksicht nahm. Der Österreicher
Kurt Diemberger war mit von der Partie und auch
Norman Dyhrenfurth, der als 19-Jähriger in die USA ausgewandert war. Im März 1960 saß so auch
Peter Diener im Flugzeug Richtung Nepal. Selbst wenn es mit dem Gipfel nicht geklappt hätte, allein diese Reise mit einem Flugzeug vom Typ Pilatus-Porter PC-6 wäre es wert gewesen, fand Diener noch im hohen Alter.Nach der Rückkehr in die Schweiz begann für
Peter Diener ein neuer Lebensabschnitt. Er gründete eine Familie, bekam 1965 den Schweizer Pass und baute einen Bedachungsbetrieb auf. Diener war Bergretter, einige Jahre sogar Rettungschef beim SAC.Die Erinnerung an die Erstbesteigung des
Dhaulagiri hielt Diener im Wohnzimmer wach. Das Gipfelfoto, auf dem er selbst und Ernst Forrer zu sehen sind, hing über dem offenen Kamin. Genauso der Eispickel mit dem roten Wimpel und dem weißen Kreuz darauf, die Diener auf dem Gipfelfoto in Händen hält. Und ein Foto vom
Dhaulagiri mit einer markanten Wolke darüber. „
Dhaulagiri. 8167 m. Erstbesteigung 13.5.1960“ hatte jemand mit Hand darauf geschrieben.