Ergebnis des Spiels: Mit drei Treffern war Haaland der Mann des Spiels und maßgeblich verantwortlich für Citys Einzug ins Halbfinale des englischen FA Cups. Am Ende hieß es 4:0 gegen Liverpool.Die Vorrede: Dieses Viertelfinale war das Duell der beiden großen englischen Mannschaften der jüngeren Vergangenheit. In den vergangenen acht Jahren wurde in der englischen Liga stets City (sechsmal) oder Liverpool (zweimal) Premier-League-Sieger. Nun standen sich die Teams mit einigen Fragezeichen gegenüber. Hört
Pep Guardiola in Manchester zum Saisonende vielleicht auf, jetzt, da in der
Champions League schon im Achtelfinale Schluss war und die Meisterchance hinter dem
FC Arsenal nur sehr gering ist? Und wie geht es mit
Arne Slot in Liverpool weiter? Auch nach der Unruhe, die durch die Abschiedsankündigung von Salah entstanden ist. Dieses Viertelfinale sollte im besten Fall für Beruhigung in einem der beiden Lager sorgen. Der Bruch: Man habe ihn »vor den Bus geworfen« und er habe kein besonderes Verhältnis zu Trainer Slot. Salah, 33 Jahre, seit 2017 für die Reds aktiv und ein König im Club, hatte sich zuletzt mit deutlichen Worten immer mehr von seinem Verein entfernt. Im März gab der Ägypter bekannt, dass sein eigentlich bis 2027 laufender Vertrag im Sommer 2026 aufgelöst wird. Für Salah geht es in diesen Tagen vor allem darum, wie das letzte Kapitel in Liverpool aussieht. Wird es eines der Schatten?Die Salah-Momente: Gegen City stand Salah in der Startelf. In der 14. Minute lief er nach einem langen Abschlag von Liverpool-Torhüter
Giorgi Mamardashvili plötzlich frei auf das City-Tor zu, schoss aber aus spitzem Winkel weit am Tor vorbei. Hätte er quer gepasst, hätte der mitgelaufene
Florian Wirtz vielleicht das Führungstor erzielt. Später folgte der Elfmeter (64. Minute), der höchstens Schadensbegrenzung bedeutet und nur noch für das 1:4 gesorgt hätte. Der Fehlschuss verschlimmerte die Schadensbilanz dieses Tages dann allerdings noch. Schönste Krise: Manche Experten sagen, City-Stürmer Haaland spiele nicht seine beste Saison. Andere zählen seine torlosen Minuten: In der englischen Liga hat er zuletzt Mitte Februar getroffen. Aber zugegeben: Wenn diese Saison eine schwache sein soll, hätte man doch selbst sehr gern mal so eine Phase. In der 39. Minute traf der Norweger per Elfmeter zur Führung und kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Haaland per Kopf zum 2:0 für City. In der zweiten Hälfte kam sein drittes Tor zum 4:0 hinzu. Es waren wettbewerbsübergreifend seine Saisontore 31, 32 und 33 im 44. Pflichtspiel.Gebete, Telefonate und Expertise: City-Trainer Guardiola durfte die Partie wegen einer Gelbsperre nur von der Tribüne aus verfolgen. Für Manchester war das jedoch womöglich keine allzu große Schwächung. In der TV-Übertragung war Guardiola immer wieder mit gefalteten Händen zu sehen, als würde er eine höhere Macht anbeten, zwischendurch griff er zum Telefon und gab Anweisungen an die Bank weiter. Dort stand mit Pepijn Lijnders ohnehin ein sehr kompetenter Vertreter an der Seitenlinie. Der Niederländer arbeitet seit vergangenem Sommer als Co-Trainer Guardiolas, zuvor war er sechs Jahre lang Assistent von Jürgen Klopp in Liverpool. Mehr Liverpool-Insiderwissen an der City-Bank ging kaum. Abschiedsgesänge des Spiels: Im Vorjahr hatte Klopps Nachfolger Slot Liverpool noch zur Meisterschaft geführt. Jetzt sangen die City-Fans kurz vor Spielende, Slot werde am nächsten Morgen entlassen. Es waren zwar lediglich die Gesänge des Rivalen, doch die merkwürdige Stimmung in Liverpool hat an diesem Tag einen Tiefpunkt erreicht. Offiziell geben sich die Verantwortlichen der Reds zwar bedeckt, doch dass mit Xabi Alonso einer der aufregendsten Trainer der Welt und eine frühere Liverpool-Ikone derzeit ohne Job ist, wird in Anfield niemand übersehen haben.Ausblick: Für City geht es im Halbfinale weiter, der Gegner steht allerdings noch nicht fest. Den League Cup hat City bereits gewonnen, mit dem Einzug ins FA-Cup-Halbfinale stehen die Chancen auf einen weiteren Pokal nicht schlecht. Es dürfte jedoch die letzte realistische Titelchance der Citizens sein, da der
FC Arsenal in der Liga derzeit kaum zu stoppen scheint. Liverpool kann seine Saison nur noch über die
Champions League retten, dort wartet in der kommenden Woche im Viertelfinale das Hinspiel bei Paris Saint-Germain.