5. April 2026Die von Russland überfallene
Ukraine versucht sich weiter mit Angriffen auf die russische Öl-Infrastruktur zu wehren. Drohnenangriffe haben zu Bränden und Treibstofflecks geführt.https://p.dw.com/p/5BgkfUkrainische Drohne (Symbolbild)Bild: Andreas Stroh/ZUMA/picture allianceDie
Ukraine nimmt in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg gezielt Anlagen der Ölindustrie unter Beschuss. Ziel ist es, die Finanzierung von Russlands Kriegswirtschaft zu schmälern. Nun sind den ukrainischen Streitkräften offenbar erneut Schläge gelungen - in weit entfernt gelegenen Regionen. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet, dass die Flugabwehr in der Nacht insgesamt 87 ukrainische Drohnen über russischen Zielen zerstört habe. Dennoch gerieten bei Angriffen auf Anlagen der Ölindustrie mehrere Objekte in Brand - sowohl an der Wolga als auch an der Ostsee. Im Oblast Nischni Nowgorod seien 30 ukrainische Drohnenschläge abgewehrt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets,
Gleb Nikitin, mit. Gouverneur Nikitin Bild: Alexander Shcherbak/TASS/picture alliance Herabfallende Trümmer hätten Feuer in zwei Objekten des Ölkonzerns
Lukoil ausgelöst. Das Unternehmen betreibt in Kstowo die viertgrößte Raffinerie Russlands. Es seien auch Wohnhäuser und ein Heizkraftwerk beschädigt worden, so Nikitin. Demnach kam es zudem zu Stromausfällen. Verletzte gebe es nach ersten Erkenntnissen nicht. Im Gebiet Leningrad, das an St. Petersburg grenzt, war wie zuletzt schon mehrfach der Hafen
Primorsk an der Ostsee Ziel von Angriffen aus der
Ukraine.
Primorsk liegt 1150 Kilometer von der ukrainischen Haupstadt Kyjiw entfernt. Nun sei es dort an einer Ölleitung zu einem "ungefährlichen Brand" gekommen, wie Gouverneur Alexander Drosdenko mitteilt. Ölhafen in
Primorsk (Archivbild)Bild: Peter Kovalev/ITAR-TASS/IMAGO Trümmer einer Drohne beschädigten demnach "einen Abschnitt der Ölpipeline nahe des Hafens von
Primorsk". Das ausgetretene Öl werde derzeit "kontrolliert abgebrannt". Verletzt wurde dem Gouverneur zufolge niemand. Insgesamt seien 19 ukrainische Drohnenangriffe abgewehrt worden. Der Hafen
Primorsk liegt zwischen der Grenze zu Finnland und der Metropole St. Petersburg. Er war zuletzt im März angegriffen worden. Dabei wurde ein Treibstofftank in Brand gesetzt. Auch die Schwarzmeer-Hafenstadt Noworossijsk steht offenbar unter Beschuss. Dort gilt wegen drohender Drohnenangriffe Luftalarm. Noworossijsk ist ein Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte und gilt als einer der wichtigsten Öl-Häfen am Schwarzen Meer. Die
Ukraine nimmt immer wieder russische Energieanlagen in ihrem Abwehrkampf gegen den seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieg ins Visier. Unter anderem mit Erlösen aus Energieexporten finanziert Russland seine Kriegswirtschaft. Allerdings scheint inzwischen das Treibstoffangebot im eigenen Land knapp zu werden. Die Regierung in Moskau hat Anfang des Monats ein neues Benzin-Exportverbot bis Ende Juli verhängt, um so die Preise angesichts der angespannten Lage auf den Energiemärkten stabil zu halten.