Der
VfL Wolfsburg verspielt beim 3:6 in Leverkusen wieder eine Führung. Der
Bundesliga-Abstieg droht. Nach der Partie ärgert sich Trainer
Dieter Hecking aber nicht nur über die Leistung seines Teams.Nach der herben Niederlage bei
Bayer Leverkusen hat VfL Wolfsburgs Trainer
Dieter Hecking deutliche Kritik an der Leistung von Schiedsrichter
Martin Petersen geübt. „Ich bin weit davon entfernt, die Schuld beim Schiedsrichter zu suchen, dass man sechs Gegentore bekommt. Aber diese Leistung war heute aus meiner Sicht unterirdisch in vielen Belangen“, sagte Hecking nach dem 3:6 des Tabellenvorletzten beim Spitzenklub.Seine Kritik bezog er nicht nur auf die Situation vor dem ersten Gegentreffer, den
Alejandro Grimaldo mit einem fragwürdigen Elfmeter erzielte. „Es ist nicht eine Szene, es sind mehrere: Das ist die Elfmetersituation, wo er sich sofort total sicher ist. Bei unserem Elfmeter braucht er den Video-Assistenten. Dann ist ein Ellbogencheck von
Tapsoba an der Mittellinie gegen
Jonas Wind, wo er mit Gelb-Rot hätte vom Platz gehen müssen“, erklärte der Coach.Gleichzeitig wollte er seine Aussagen nicht missverstanden wissen: „Nicht, dass hinterher einer schreibt: Hecking nur gegen den Schiedsrichter – wir haben 3:6 verloren“, stellte der 61-Jährige klar und betonte beschwichtigend in Richtung Petersen: „Ich habe ihn jetzt kritisiert, damit ist auch gut. Ich glaube, jeder Schiedsrichter darf auch mal schlecht pfeifen. In unserer Situation war es heute leider zum falschen Tag.“Deutliche Worte fand Hecking auch für die Leistung seiner Mannschaft: „Wir dürfen nicht sechs Gegentore kriegen. Gerade in der zweiten Halbzeit hatte Leverkusen einen Haufen Torchancen, wo wir sehr luftig und ohne Körperkontakt verteidigt haben. Wenn ich das sechste Gegentor nehme, das ist einfach zu billig. Das hat mit
Bundesliga-Fußball nichts zu tun“, erklärte der Trainer der abstiegsgefährdeten Wolfsburger unmissverständlich.Beim Blick auf die drei dänischen Torschützen des
VfL Wolfsburg konnte sich derweil deren Landsmann und
Bayer Leverkusen-Coach
Kasper Hjulmand ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Was soll ich sagen? Gute Spieler“, scherzte der Däne, der von 2020 bis 2024 die dänische Nationalmannschaft betreute, nach dem Erfolg seiner Mannschaft, die zwischenzeitlich sogar einem 1:3-Rückstand hinterherlaufen musste.Bei der Leistung seiner Mannschaft sah der Trainer trotz des am Ende deutlichen wirkenden Ergebnisses Licht und Schatten. „In einem Spiel, das wir über weite Strecken so deutlich kontrolliert haben, hätten wir keine drei Gegentore kassieren dürfen. Aber wir haben eine gute Moral gezeigt und offensiv guten Fußball gespielt“, bilanzierte Hjulmand. Vor allem in der ersten Halbzeit wurde Bayer seiner Favoritenrolle aber nicht gerecht.Das unterstrich auch Doppeltorschütze Grimaldo, der sein Team mit einem durchaus diskutablen Elfmeter wieder ins Spiel brachte: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht. Wir müssen 90 Minuten unser Bestes geben“, erklärte der Spanier und ergänzte: „Ich denke, es geht nicht um Taktik oder Qualität. Es geht darum, was wir wollen. Wir wollen in diesem Jahr in die Champions League, dafür müssen wir uns steigern.“Der Sieg brachte Leverkusen auch dank der Niederlagen von Hoffenheim und Stuttgart immerhin wieder bis auf vier Punkte an die Champions-League-Plätze heran. Allerdings wartet kommenden Samstag eine schwierige Auswärtsaufgabe bei Borussia Dortmund. Das 6:3 gegen die dem Abstieg immer näher kommenden Wolfsburger war aber ein deutlicher Push für das nach zuletzt fünf sieglosen Pflichtspielen angekratzte Selbstvertrauen. Alle Infos zum Spiel