NEWSAR
Multi-perspective news intelligence
SRCDie Welt
LANGDE
LEANCenter-Right
WORDS876
ENT12
SUN · 2026-04-05 · 15:06 GMTBRIEF NSR-2026-0405-53584
News/Die Strategie, mit der Trump Lateinamerika von China zurücke…
NSR-2026-0405-53584News Report·DE·Political Strategy

Die Strategie, mit der Trump Lateinamerika von China zurückerobern will

Die Trump-Regierung verfolgt eine Strategie, um Chinas wachsenden Einfluss in Lateinamerika zurückzudrängen. Die USA versuchen, chinesische Investitionen in strategischen Projekten wie Häfen und Datenkabel zu verhindern, wobei der gescheiterte "Chile China Express", ein Unterwasser-Glasfaserkabelprojekt, als Beispiel dient.

Tobias KäuferDie WeltFiled 2026-04-05 · 15:06 GMTLean · Center-RightRead · 4 min
Die Strategie, mit der Trump Lateinamerika von China zurückerobern will
Die WeltFIG 01
Reading time
4min
Word count
876words
Sources cited
1cited
Entities identified
12entities
Quality score
100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Die Trump-Regierung verfolgt eine Strategie, um Chinas wachsenden Einfluss in Lateinamerika zurückzudrängen. Die USA versuchen, chinesische Investitionen in strategischen Projekten wie Häfen und Datenkabel zu verhindern, wobei der gescheiterte "Chile China Express", ein Unterwasser-Glasfaserkabelprojekt, als Beispiel dient. Washington übt Druck auf lateinamerikanische Regierungen aus und verhängt Sanktionen, um Pekings Vorhaben zu stoppen. Wahlsiege Trump-naher Regierungen in der Region, wie im Fall von Chile mit Präsident José Antonio Kast, erleichtern diese Bemühungen. Die USA berufen sich auf eine Politik ähnlich der Monroe-Doktrin, um die Ausbreitung fremder Mächte in Lateinamerika zu verhindern und den eigenen Einfluss wiederherzustellen.

Confidence 0.90Sources 1Claims 5Entities 12
§ 02

Article analysis

Model · rule-based
Framing
Political Strategy
National Security
Tone
Mixed Tone
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.60 / 1.00
Mixed
LowHigh
Sources cited
1
Limited
FewMany
§ 03

Key claims

5 extracted
01

The US imposed sanctions against Chilean officials who promoted Beijing's mega-data project.

factual
Confidence
1.00
02

The 'Chile China Express' project was intended to connect Chile directly to Asia via a 20,000 km underwater fiber optic cable.

factual
Confidence
1.00
03

The US wants to push China out of economic sectors that could harm its long-term interests.

quoteVladimir Rouvinski, expert at ICESI
Confidence
0.90
04

The Trump administration aims to exert power in Latin America and is gaining increasing support.

factual
Confidence
0.80
05

Washington is scrutinizing every port, data cable, and raw material contract in Latin America.

factual
Confidence
0.70
§ 04

Full report

4 min read · 876 words
PfadnavigationHomePolitikAuslandStrategische RivalitätDie Strategie, mit der Trump Lateinamerika von China zurückerobern willStand: 17:06 UhrLesedauer: 5 MinutenUS-Präsident Donald Trump posiert zu Beginn des „Shield of the Americas“-Gipfels am 7. März 2026 in Miami für ein FotoQuelle: AFP/SAUL LOEBIn Lateinamerika drängen die USA China aus wichtigen strategischen Projekten. Die Trump-Regierung will in der Region Macht ausüben und gewinnt dafür immer mehr Unterstützer. Doch Peking vor den Kopf zu stoßen, birgt auch Risiken – wie der Fall Chile zeigt.Das Projekt „Chile China Express“ sollte das südamerikanische Land über eine 20.000 Kilometer lange Glasfaserkabelstrecke unter Wasser direkt mit Asien verbinden – und ein echter Meilenstein werden. Die Investition von 500 Millionen Dollar war bereits vom Tech-Giganten „China-mobile" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="23436" data-entity-type="organization">China Mobile“ genehmigt. Doch Washington und einige chilenische Experten sahen die Sicherheit des amerikanischen Kontinents in Gefahr. Die USA verhängten Sanktionen gegen chilenische Funktionsträger, die Pekings Mega-Datenprojekt vorangebracht hatten. Innerhalb von 48 Stunden wurde das Projekt erst genehmigt und dann gleich wieder gestoppt. Lesen Sie auchKurz darauf wählten die Chilenen die Linksregierung von Ex-Präsident Gabriel Boric ab. An seiner Stelle zog der erzkonservative José Antonio Kast in den Präsidentenpalast ein. Kast ist der Gründer der chilenischen Republikaner und sieht sich als Verbündeter von US-Präsident Donald Trump.Der „Chile China Express“ ist nur ein Beispiel für den harten Verdrängungswettbewerb, den Peking und Washington um Lateinamerika ausfechten. Während die demokratischen Präsidenten Barack Obama und Joe Biden den Süden vernachlässigten und den Pazifik in den Blick nahmen, treiben Donald Trump und Außenminister Marco Rubio die Rückeroberung des lateinamerikanischen Marktes mit hohem Tempo voran.USA will Einfluss in der Region zurückDiese Politik erinnert an die Monroe-Doktrin von 1823. Sie sollte verhindern, dass sich auf dem amerikanischen Doppelkontinent je wieder eine fremde Macht ausbreitet, die dazu fähig ist, die republikanischen Errungenschaften der Neuen Welt zu bedrohen. Mit aller Macht versuchen die USA nun, Chinas Einfluss zurückzudrängen. Washington stellt dabei buchstäblich jeden Hafen, jedes Datenkabel und jeden Rohstoffvertrag auf den Prüfstand. Dabei eröffnen Wahlsiege Trump-naher Regierungen in der Region für den Präsidenten ein günstiges Gelegenheitsfenster.Das verhinderte Glasfaserkabel sei ein Beispiel dafür, wie die USA China aus Wirtschaftssektoren drängen wollten, die ihren langfristigen Interessen schaden könnten, sagt Vladimir Rouvinski, Experte für internationale Beziehungen an der Universität ICESI in Cali (Kolumbien), im Gespräch mit WELT AM SONNTAG. Und das scheint den USA aktuell zu gelingen. Kolumbien erhebt Zölle auf chinesischen Stahl. Mexiko wirft Peking vor, viel in das Land zu exportieren, aber im Gegenzug kaum etwas zu importieren.Lesen Sie auchWährend Mexiko-Stadt die Handelsbedingungen zu Peking überdenkt, verhandeln die USA über eine Aktualisierung des nordamerikanischen Handelsvertrages T-Mex. Schon in Trumps erster Präsidentschaft hatte es ähnliche Verhandlungen gegeben, die in einem Rekordhandelsvolumen beider Länder mündeten. Peru hat einem Lazarettschiff des chinesischen Militärs die Durchfahrt verweigert und das mittelamerikanische Honduras erwägt, seine Beziehungen zu Taiwan wieder aufzunehmen.Der neuen konservativen Regierung des lithiumreichen Boliviens bietet Washington dringend benötigte Investitionen und technisches Know-how an. Gleichzeitig muss China um seine eigenen umstrittenen Lithium-Verträge mit Peru bangen. In der Dominikanischen Republik soll noch vor Ende des Jahres der Bau eines Weltraumbahnhofs beginnen – finanziert aus einem privaten Investitionsvolumen von 600 Millionen US-Dollar. „Das Projekt zeichnet sich als zentraler Bestandteil der Strategie der Vereinigten Staaten ab, um in Lateinamerika mit China zu konkurrieren“, kommentiert das lokale Magazin „Mercado“. Im Grenzgebiet von Haiti und der Dominikanischen Republik plant das US-Unternehmen Launch on Demand den Bau einer Anlage für den Start von Weltraumraketen. Peking hat laut Medienberichten in der Region bereits mindestens elf Anlagen für Weltraum- und Satellitenüberwachung finanziert. Washington ist über diese Entwicklung besorgt. Denn es befürchtet eine doppelte Nutzung für zivile und militärische Zwecke. Probleme für Trumps VerbündeteDas Kräftemessen der Großmächte birgt für die Staaten der Region einige Herausforderungen, was die eingangs genannte Unterseekabelverbindung „Chile China Express“ zeigt. Zwar kommt der Regierungswechsel in Chile Washington zupass, doch kann die Andennation das Projekt nicht kurzerhand absagen. Denn noch ist China der wichtigste Handelspartner. Im Jahr 2025 umfasste das Handelsvolumen 65,3 Milliarden US-Dollar – beinahe doppelt so viel wie das zwischen Chile und den USA (33,9 Milliarden).Der chilenische Außenminister Francisco Pérez Mackenna verkündete, das Projekt sei noch nicht verworfen und werde weiter geprüft. Chile habe im Gegensatz zu mehr als 30 anderen OECD-Ländern keinen „formellen Mechanismus zur Überprüfung ausländischer Investitionen in strategischen Sektoren“, sagte Pérez Mackenna. Damit verschaffte er der Regierung in Santiago Zeit, Argumente für eine Verzögerung zu sammeln.Lesen Sie auchDeutlich positiver sieht Präsident Kast das Projekt Cable Humboldt, hinter dem maßgeblich der US-Konzern Google steckt. Das Projekt soll 2027 in Betrieb gehen und die chilenische Hafenstadt Valparaíso, Tahiti und Sydney mit einer Datenleitung verbinden. Das Vorhaben kostet bis zu 550 Millionen Dollar. Es schafft die erste direkte transpazifische Verbindung Chiles mit dem asiatisch-pazifischen Raum.„Der Präsident hat deutlich gemacht, dass die Realisierung des Humboldt-Kabels oberste Priorität hat“, sagte Pérez Mackenna. „Das ist das Projekt, das die technologische Souveränität Chiles verteidigt.“ Zugleich versucht der Chefdiplomat, Peking zu besänftigen. Chile sei nicht gezwungen, sich zwischen China und den Vereinigten Staaten zu entscheiden. Chile müsse tun, was im besten Interesse des Landes liege. Danach sucht man nun offenbar eher in Washington als in Peking, wie Kasts Reisekalender offenbart. Entgegen der gängigen Praxis reiste der neue Präsident noch vor Amtsantritt demonstrativ zu Trumps Miami-Gipfel – gemeinsam mit den US-Verbündeten in Lateinamerika.Tobias Käufer ist Lateinamerika-Korrespondent. Im Auftrag von WELT berichtet er seit 2009 über die Entwicklungen in der Region.
§ 05

Entities

12 identified
§ 06

Keywords & salience

9 terms
lateinamerika
1.00
china
0.90
donald trump
0.80
strategische rivalität
0.70
usa
0.70
chile
0.60
glasfaserkabel
0.50
einfluss
0.50
monroe-doktrin
0.40
§ 07

Topic connections

Interactive graph
Network visualization showing 51 related topics
View Full Graph
Person Organization Location Event|Click node to navigate|Edge numbers = shared articles